Westafrika

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Schokohase

Ostern: Kinder schuften für unsere Schokohasen

Das Osterfest ist hierzulande ein Schokoladenfest. Egal ob in Form eines Eis oder als Häschen – die Deutschen lieben Schokolade zur Osterzeit. Im Durschnitt essen Deutsche 1,1 Kilogramm Schokolade in der Osterzeit- Bei einem aktuellen Bevölkerungsstand von 83 Millionen Menschen, bedeutet das jährlich 93.300 Tonnen des süßen Vergnügens zur Osterzeit.

In Deutschland blüht der Handel mit Fairtrade-Kakao

Blau und Grün ist das Siegel, nach welchem immer mehr schokoladenlüsterne Käufer während der Pandemie Ausschau halten. Es steht für fairen Handel. Das Stärken der Kleinbauern und Kleinbäuerinnen in den Kakao-Anbauländern, ein umweltschonender Umgang mit den natürlichen Ressourcen, Mindestpreise und Prämien zur Sicherung von Existenzen und natürlich die Beseitigung von ausbeuterischer Kinderarbeit stecken hinter dem Fairtrade-Siegel. Laut ersten Hochrechnungen von Fairtrade Deutschland stieg der Absatz von fair gehandeltem Kakao während der Pandemie um 12 Prozent.

Frau in Sierra Leone lernt mit ihrer Nichte während der Schulschließung aufgrund von Covid-19

Corona verschärft die Ungleichheit: Mädchen als Verliererinnen der Krise

Es ist ein Rückschlag für all diejenigen, die sich in den vergangenen Jahren für die Rechte von Mädchen weltweit einsetzten. Die Corona-Pandemie beleuchtet geschlechtliche Ungleichheiten so stark wie nie. Mit der Verbreitung des Virus fanden fast überall auf dem Planeten Schulschließungen statt, die die Ausbildung von schätzungsweise 1,6 Milliarden Kindern unterbrachen. Besonders stark bekommen nach einer Umfrage von Save the Children vor allem Mädchen die Auswirkungen zu spüren.

Verschleppung von Kindern Kakao Elfenbeinküste

Für unsere Schokolade werden Kinder in Westafrika entführt

In den USA befasst sich nun der Oberste Gerichtshof mit einem Fall, in dem schon seit fünfzehn Jahren gestritten wird: Ehemalige Kinderarbeiter, die damals aus Mali in die Elfenbeinküste zur Arbeit auf Kakaoplantagen verschleppt worden sind, klagen gegen Nestlé und den amerikanischen Futterkonzern Cargill wegen Kindersklaverei. Die beiden Giganten sollen, so der Vorwurf der Kläger, als Abnehmer von Kakaobohnen die Sklaverei von Kindern auf Plantagen in der Elfenbeinküste wie in ihrem Fall begünstigt haben.

Kakaoschoten

Weiterhin arbeiten viele Kinder im Kakaoanbau

Das kleine Stückchen Schokolade zum Espresso oder einfach zwischendrin an grauen Tagen – 11,5 Kilogramm durchschnittlich genehmigen sich die Deutschen von der süßen Sünde pro Jahr. Doch weiterhin müssen für den kleinen Genuss mehr als zwei Millionen Kinder in Ghana und an der Elfenbeinküste auf Kakaoplantagen arbeiten.

2,26 Millionen Kinderarbeiter: Schokoladenindustrie ist im Kampf gegen Ausbeutung gescheitert

Es ist ein besonders ungerechtes Paradoxon: Schokolade, die Kinder hierzulande zu sämtlichen Anlässen geschenkt bekommen, beruht auf der Ausbeutung von anderen Kindern. In Ghana und der Elfenbeinküste schuften 2,26 Millionen Minderjährige für die süßen Produkte der großen Schokoladenkonzerne Modelez, Barry Callebaut, Mars, Godiva und Co. Obwohl sich die Marktführer bereits 2001 im Harkin-Engel-Protokoll dazu verpflichtet haben, wenigstens die gefährlichsten Formen der Kinderarbeit in den Hauptanbauländern für Kakao um 70 Prozent zu reduzieren, zeigt eine aktuelle Studie der Universität von Chicago: Die Konzerne haben nicht nur ihr Ziel verfehlt – die Entwicklung geht sogar in die andere Richtung.

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