Soldaten

Kindersoldat mit Waffe

Nachfrage nach Konfliktrohstoffen fördert Einsatz von Kindersoldaten

Der kongolesische Junge Nestor Songolo ist gerade einmal 13 Jahre alt gewesen, als er und seine Freunde auf dem Schulweg von bewaffneten Milizen überfallen und verschleppt wurden. Anfangs zwangen ihn die Milizen mit Gewalt zum Kämpfen und Töten, später kämpfte und tötete er, um den Mord seiner ermordeten Mutter zu rächen. Selbst nach vorläufigen Friedensverhandlungen stellte sich für Nestor keine Normalität ein, da er seine Familie verlor, in seinem Dorf aufgrund seiner Taten geächtet wurde und nun mit schmerzvollen Erinnerungen an Gewalt- und Gräueltaten leben muss.

Kinderarbeit, Menschenhandel und Ausbeutung – Das Schicksal von Millionen geflüchteten Minderjährigen

Weltweit sind heute ca. 79,5 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Gewalt und Elend. Rund 40 Prozent von ihnen sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Damit sind so viele Minderjährige auf der Flucht wie noch nie. Ob im Herkunftsland, im Transit oder in Europa: Geflüchtete Minderjährige sind besonders gefährdet, Opfer von Kinderarbeit, Menschenhandel und Ausbeutung zu werden. Internationale Organisationen schätzen, dass je nach Fluchtroute zwischen 40 und 75 Prozent der geflüchteten Minderjährigen ausgebeutet werden.

Syrienkonflikt: Existenzsicherung durch Kinderarbeit

Bewaffnete Konflikte werden meist von erwachsenen Entscheidungsträgern begonnen und geführt. Doch die Last sowie die Folgeerscheinungen der Kriege trägt meist die minderjährige Bevölkerung, welche die Folgen meist direkt zu spüren bekommt. Das ist auch im Syrienkonflikt der Fall. Die Kinder in Syrien sind die größten Opfer der langanhaltenden Eskalation. Den meisten der betroffenen Kinder wird der Zugang zur Bildung verwehrt, aber was noch schlimmer ist: Viele müssen hart arbeiten um das tägliche Überleben der Familie und die eigene Existenz zu sichern

Ein Leben als Kindersoldatin: Mädchen sind genauso betroffen wie Jungen

Kinder haben nichts mit dem zu tun, was bewaffnete Konflikte verursacht. Dennoch sind sie am schwerwiegendsten betroffen. Sie leiden unter Hunger und Krankheiten, sie werden gefoltert, getötet und sexuell missbraucht. Sie können nicht zur Schule gehen, werden Opfer von Menschenhandel, von ihren Familien getrennt oder als Kindersoldaten rekrutiert. Ihre Situation in Kriegs- und Konfliktregionen verschärft sich zunehmend, raubt ihnen Kindheit, Perspektive und Gesundheit. 2018 lebten weltweit 415 Millionen Minderjährige in Konfliktgebieten. Das ist jedes sechste Kind. Die Zahl der schweren Verbrechen gegen sie ist seit 2010 um 170 Prozent gestiegen.

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Wenn Soldat zu werden der einzige Ausweg ist

„Es ist meist die absolute Not, die Kinder in die Arme bewaffneter Gruppen treibt“, so Ekkehard Forberg, Friedensexperte bei World Vision. Die Kinderhilfsorganisation World Vision führte eine Studie durch, die sich mit den Ursachen beschäftigen, warum Kinder sich freiwillig bewaffneten Gruppen anschließen. Die Organisation befragte zu diesem Thema befreite Kindersoldaten in verschiedenen Ländern. Die Länder waren die DR Kongo, der Irak, Kolumbien, der Südsudan und die Zentralafrikanische Republik. Diese „Freiwilligkeit“ entspricht laut Forberg nicht wirklich einer echten Freiwilligkeit, da die Kinder keine andere Wahl haben.

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