Flucht

Kinderarbeit, Menschenhandel und Ausbeutung – Das Schicksal von Millionen geflüchteten Minderjährigen

Syrisches Flüchtlingskind bei der Arbeit

Weltweit sind heute ca. 79,5 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Gewalt und Elend. Rund 40 Prozent von ihnen sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Damit sind so viele Minderjährige auf der Flucht wie noch nie. Ob im Herkunftsland, im Transit oder in Europa: Geflüchtete Minderjährige sind besonders gefährdet, Opfer von Kinderarbeit, Menschenhandel und Ausbeutung zu werden. Internationale Organisationen schätzen, dass je nach Fluchtroute zwischen 40 und 75 Prozent der geflüchteten Minderjährigen ausgebeutet werden.

Klimawandel, Kriege und COVID-19 fördern die Verheiratung von Kindern

Wer sein Kind vor dem 18. Geburtstag verheiratet, verstößt gegen die Kinderrechte. Dennoch ist die Kinderehe eine weitverbreitete Praxis in der ganzen Welt. In den letzten Jahren konnten große Erfolge im Kampf gegen Kinderheiraten erzielt werden. Doch all das läuft Gefahr, zunichte gemacht zu werden. Und zwar durch aktuelle Krisen wie Bürgerkriege, Corona und der Klimawandel.

Syrienkonflikt: Existenzsicherung durch Kinderarbeit

Refugee

Bewaffnete Konflikte werden meist von erwachsenen Entscheidungsträgern begonnen und geführt. Doch die Last sowie die Folgeerscheinungen der Kriege trägt meist die minderjährige Bevölkerung, welche die Folgen meist direkt zu spüren bekommt. Das ist auch im Syrienkonflikt der Fall. Die Kinder in Syrien sind die größten Opfer der langanhaltenden Eskalation. Den meisten der betroffenen Kinder wird der Zugang zur Bildung verwehrt, aber was noch schlimmer ist: Viele müssen hart arbeiten um das tägliche Überleben der Familie und die eigene Existenz zu sichern

Syrische Flüchtlingskinder schuften in der Türkei für europäische Modeunternehmen

Vor allem Minderjährige leiden unter den Bedingungen. Laut der Menschrechtsorganisation Human Rights Watch sind zwei Drittel der syrischen Flüchtlingskinder in der Türkei als Arbeiter tätig, anstatt die Schule zu besuchen. Dies wird durch mehrere Faktoren begünstigt. Unzureichende Sprachkenntnisse und der mangelnde Zugang zu arabischen Bildungszentren erschweren den Schulbesuch. Hinzu kommt die Armut unter den Geflüchteten. Eine Mitarbeiterin einer türkischen Menschenrechtsorganisation sieht das Problem auch in der Denkweise einiger türkischer Einwohner. Demnach erachtet ein Teil der Bevölkerung Kinderarbeit als unproblematisch und empfindet die Beschäftigung von Minderjährigen in erster Linie als Unterstützung für syrische Familien.

UNICEF fordert G20-Staaten zum Schutz von Kindern auf der Flucht auf

UNICEF Flagge

Kurz vor dem G20 Gipfel veröffentlichte UNICEF einen Bericht zu Fluchtursachen von Kindern in West- und Zentralafrika. Insgesamt seien 12 Millionen Menschen in der Region unterwegs – sieben Millionen davon minderjährig. Rund 75 Prozent der Kinder fliehen in andere Regionen auf dem Kontinent, weniger als 20 Prozent wagen die gefährliche Reise nach Europa. Viele fliehen vor der Terrorgruppierung Boko Haram, die im Nordosten Nigerias ihr Unwesen treibt. Dabei verübt die sunnitische Extremistenmiliz auch in den angrenzenden Nachbarländern Kamerun, Niger und Tschad Anschläge. Nicht selten werden dabei Kinder als Selbstmordattentäter missbraucht.