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Tee

Tee |  Bild: Tea plantation hills with tea pickers © Dwnld777 [Royalty Free]  - Dreamstime.comTee

| Bild: Tea plantation hills with tea pickers © Dwnld777 [Royalty Free] - Dreamstime.com

Betroffene Länder

Fallbeispiel
Situation von John Opio, 10 Jahre alt
John Opio, 10 Jahre, lebt in Uganda. Seitdem die Covid-19-Pandemie dazu geführt hat, dass alle Schulen geschlossen wurden, muss er mit seinen Eltern auf der Teeplantage arbeiten. „Ich begleite meine Eltern jeden Morgen zur Plantage, um Tee zu ernten. Ich habe keinen, der sonst daheim auf mich aufpassen könnte, seitdem die Schulen zu sind“. 1)

Wo wird mit Kinderarbeit produziert?

Nach Wasser ist Tee das Getränk, das weltweit am meisten konsumiert wird. Deutschland importiert pro Jahr im Schnitt 51.000 Tonnen Tee, vor allem aus Indien, China, Afrika und Sri Lanka. Der Deutsche trinkt somit ca. 68 Liter pro Jahr. 2) Tee wird auf Plantagen angebaut und viele von den Arbeitern sind Kinder. Belegt ist die Arbeit von Kindern in Teegärten in China, dem größten Teeproduzenten der Welt, gefolgt von Indien, sowie in Kenia, Malawi, Myanmar, Ruanda, Sri Lanka, Tansania, Uganda und Vietnam. 3)

Tätigkeiten

Welche Arbeiten werden von Kindern ausgeführt?

Ausgestattet mit Körben, die mit einem Trageriemen an der Stirn befestigt sind, werden für einen Hungerlohn die Teeblätter gepflückt. In Assam, Indien, verdienen die Arbeiter pro Tag umgerechnet zwischen € 1,73 bis € 2,14. Das ist weniger als die Hälfte, die notwendig wäre, um die Existenz zu sichern. Das Pflücken der Blätter findet oft in der prallen Sonne statt. Die Bezahlung erfolgt je nachdem, wie viel geerntet wird. 4) Somit sind alternde Teepflücker oft auf ihre Kinder angewiesen, die ihnen bei der Arbeit helfen müssen, die nötige Menge zu erreichen. Die Geschicklichkeit der kleinen Kinderhände ist beim Blätter pflücken und Unkraut jäten von Vorteil. Kinder werden auf den Teeplantagen auch oft zum Erde aufhacken eingesetzt oder müssen dort in Kindergärten arbeiten. 5)

Konsequenzen

Welche Gefahren und Folgen ergeben sich für die Kinder?

Die Arbeit auf den Plantagen ist körperlich anstrengend und Langzeitfolgen wie Rückenprobleme sind nicht selten. Außerdem besteht die Gefahr von Hitzeschlägen und Schlangenbissen. Pestizide sorgen oft für Hautreizungen, Asthma, Durchfall und Husten, denn es gibt keine Schutzkleidung. Hinzu kommt, dass das Trinkwasser oft verunreinigt ist und die sanitären Anlagen unzureichend sind. 6)

Verbraucher-Tipps

Wie können wir gegen Kinderarbeit aktiv werden?

Tee kaufen, der garantiert frei von ausbeuterischer Kinderarbeit ist. Solchen zeichnet das Fairtrade Siegel aus. Fairtrade-zertifizierte Erzeugerorganisationen erhalten einen bestimmten Mindestpreis, der von regionalen Hintergründen und Produktionstechniken abhängt (Bio-Tee ist beispielsweise teurer). Dieser Mindestpreis dient als Sicherheit gegen spontane Preissenkungen, die den Geschäften der Erzeuger schädigen können. Hinzu kommt, dass die Produzenten eine Fairtrade-Prämie erhalten. Diese wird direkt in die Arbeiter und ihre Familien in Form von beispielsweise Bildungsstipendien oder Kreditleistungen investiert. 7)

Quellen + Links

  1. Aica Communications: Child Labour Thrives in Uganda’s Tea Plantations, 13.09.2021
  2. Eine Welt Laden: Tee: Anbauländer; 27.12.2021
  3. Terre des Hommes: Kaffee, Tee, Kakao und Schokolade; Stand 07.09.2022
  4. Oxfam: Schwarzer Tee, Weisse Weste; 10.10.2019
  5. Verité: Commodity Atlas Tea; Stand 08.09.2022
  6. Spendeninfo.at: Köstlicher Tee, bitterer Nachgeschmack; 19.05.2022
  7. Fairtrade: Tea; Stand 08.09.2022

2 Gedanken zu „Tee“

  1. Wir machen derzeit gerade ein Projekt gegen Kinderarbeit in unserer Schule und konnten eure Informationen sehr gut gebrauchen.
    Danke !

  2. Pingback: Mit gutem Gewissen Tee trinken « Gedankenhalde

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