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Kohle

Ein Junge arbeitet in einer KohlemineWie hier in Indien arbeiten auch in Afghanistan tausende Kinder in Kohleminen |  Bild: People packing coking coal to the market, Jharia, Jarkhand, India © Koscusko [Royalty Free]  - Dreamstime.comEin Junge arbeitet in einer Kohlemine

Wie hier in Indien arbeiten auch in Afghanistan tausende Kinder in Kohleminen | Bild: People packing coking coal to the market, Jharia, Jarkhand, India © Koscusko [Royalty Free] - Dreamstime.com

Kohle ist nach wie vor ein wichtiger Energieträger und macht gut ein Drittel der weltweiten Stromerzeugung aus. Allein Deutschland importiert über 50 Millionen Tonnen Steinkohle pro Jahr. Weltweit werden jährlich rund sieben Milliarden Tonnen Kohle gefördert. Allerdings ist Kohle sowohl in Bezug auf Kinderarbeit als auch auf die Umwelt ein problematischer Rohstoff. 1)

Betroffene Länder

Wo wird mit Kinderarbeit produziert?

Kinderarbeit in der Kohleförderung gibt es vor allem in Indien, Afghanistan, Pakistan, Kolumbien und der Mongolei. 2)

Fallbeispiel
Schicksal von Noorullah aus Afghanistan Noorullah arbeitet in einer afghanischen Kohlemine. Er behauptet, 18 Jahre alt zu sein, doch sieht er deutlich jünger aus. Jeden Tag verbringt er zwischen zwölf und fünfzehn Stunden unter Tage. Dabei schlägt Noorullah Kohlebrocken aus der Erde, teilweise in völliger Dunkelheit. Die Angst vor Einstürzen und Unfällen ist allgegenwärtig. Noorullah gehört der ethnischen Minderheit der Hazara an, die in Afghanistan oft diskriminiert wird. Er ist der Alleinverdiener seiner Familie. „Es ist nicht einfach, hier zu arbeiten, aber wir haben keine andere Wahl“, sagt er. 3)

Tätigkeiten

Welche Arbeiten werden von den Kindern ausgeführt?

Kinder werden vor allem unter Tage eingesetzt. Gegenüber erwachsenen Arbeitern haben Kinder in den Minen oft Vorteile, da sie auch durch die engsten Schächte kriechen können. Die Kinder graben teils mit bloßen Händen nach Kohle und schlagen sie aus der Erde. Anschließend wird die Kohle aus den Stollen an die Oberfläche transportiert. 3) 4)

Konsequenzen

Welche Gefahren und Folgen ergeben sich für die Kinder?

Die Stollen sind meist instabil. Häufig gibt es Einstürze, die zu Verletzungen oder Todesfällen führen. In vielen Minen fehlt es zudem an Ausrüstung. Teilweise haben die arbeitenden Kinder nicht einmal Lampen zur Verfügung. Im Dunkeln steigt die Wahrscheinlichkeit für Unfälle. Außerdem kommen immer wieder Arbeiter durch Gasvergiftungen, Kohlenstaub- oder Schlagwetterexplosionen ums Leben. Auch können Kinder verschüttet werden oder ersticken. Zudem verursacht die körperlich schwere Arbeit unter Tage und der Kohlestaub Schäden an Niere und Leber, Atemprobleme oder Schädigungen der Augen. 3) 4)

Verbraucher-Tipps

Wie können die Verbraucher gegen Kinderarbeit in diesem Bereich aktiv werden?

Um den Anteil von Kohle an der Stromgewinnung zu reduzieren, ist vor allem die Industrie in der Verantwortung. Inzwischen gibt viele alternative Energieträger wie Wasser- oder Windenergie. Somit ist es zielführend, in Zukunft mehrheitlich auf erneuerbare Energien zu setzen und den Kohleabbau zu reduzieren. Verbraucher können diesen Prozess unterstützen, indem sie bevorzugt auf Ökostrom setzen.

  1. Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe: Energiestudie 2017
  2. U.S. Department of Labor: List of Goods Produced by Child Labor or Forced Labor; 23.06.2021
  3. Vice: Young Boys Work in Dangerous Mines As Afghanistan Prioritizes Coal; 03.06.2022
  4. reliefweb: Child Labour in Afghan Coal Mines; 06.04.2017

Ein Gedanke zu „Kohle“

  1. Danke, dieser Artikel war hilfreich!
    Ich muss einen Vortrag über die Kinderarbeit in den Bergwerken in Kolumbien halten, und finde diese Arbeit -nachdem ich viel darüber gelesen hab- echt grausam! Als Einzelverbraucher kann man, wie gesagt, nicht viel machen. Aber es muss doch auch einen anderen Weg geben, den armen Kinder in den Kohlebergwerken zu helfen!? Auch wenn wir auf der anderen Seite der Welt leben, sollten wir etwas dagegen tun! Niemand wäre doch gerne an der Stelle der Kinder, die mehrere Tage ohne Tageslicht zu sehen in den Bergwerken hocken. Wir müssen unbedingt etwas dagegen unternehmen!!!

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