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Orangen

Orangen |  Bild: Fresh oranges for sale at a local Publix Grocery Store in Summerville, SC © Wickedgood [Royalty Free]  - Dreamstime.comOrangen

| Bild: Fresh oranges for sale at a local Publix Grocery Store in Summerville, SC © Wickedgood [Royalty Free] - Dreamstime.com

Brasilien ist weltweit der größte Produzent von Orangen- bzw. Orangensaft, gefolgt von China und Indien. Einen großen Teil seiner Waren exportiert der südamerikanische Staat ins Ausland. Zu den Hauptabnehmern gehören vor allem europäische Länder. 2021 importierte Deutschland Orangensaft im Wert von über 480 Millionen US-Dollar und auch bei der Einfuhr von Orangen rangierte die Bundesrepublik an erster Stelle. 1) 2) 3) 4)

Betroffene Länder

Wo wird mit Kinderarbeit produziert?

Kinderarbeit bei der Orangenernte ist insbesondere in Belize und der Türkei ein Problem. In der Türkei sind es vor allem syrische Migranten und Wanderarbeiter, die für die schwer körperliche Arbeit ausgenutzt werden. Dies sind Menschen, die dringend Geld benötigen und zudem oftmals über keine Aufenthalts- oder Arbeitsgenehmigung verfügen. So findet die Tätigkeit häufig in einem illegalen und informellen Bereich statt, der die Ausbeutung der Arbeiter begünstigt. Dass Kinder folglich beim Pflücken der Citrusfrüchte mithelfen, ist keine Seltenheit. In Belize ist es üblich, dass Familien während der Erntesaison durch ihren Nachwuchs unterstützt werden. Obwohl uns aus Brasilien keine aktuellen Studien zu Kinderarbeit vorliegen, wurde Kinderarbeit bei der Ernte von Orangen bereits in der Vergangenheit festgestellt. Da mehr als die Hälfte der knapp zwei Millionen arbeitenden Minderjährigen im Land in der Landwirtschaft tätig ist, ist jedoch davon auszugehen, dass auch hier Kinder bei sengender Hitze auf den Feldern stehen und die Früchte von den Bäumen holen. 5) 6) 7)

Fallbeispiel
Schicksal von Sidnei aus Brasilien
Seit vier Stunden schon wühlt sich Sidnei durch Blätter und Äste. Flink schnappt sich der Zwölfjährige eine Orange nach der anderen und stopft sie in den großen Sack, den er sich umgehängt hat. Dann rückt er die Leiter zurecht, um die Spitze abzupflücken.
Seit sieben Uhr geht er von Baum zu Baum auf einer Plantage, deren Ende nicht zu
sehen ist. „Mein Alltag besteht nur aus Arbeit. Da gibt’s wenig Freizeit. Um fünf Uhr stehe ich auf, gehe aus dem Haus und nehme den Bus, der zum Orangenhain fährt. Wenn alles abgeerntet werden soll, dauert das manchmal bis acht Uhr abends.“
Seit einem Jahr arbeitet der kleine, schmächtige Junge mit Vater und Bruder auf den Orangenplantagen rund um die Stadt Itàpolis im Inneren des Bundesstaates São Paulo. 60 Kisten zu je 30 Kilo füllt er pro Tag, die dann von einem Lastwagen abgeholt werden. „Wir müssen ja viele Kisten tragen, die Leiter und so, das ist schon schwer. Ja, und schlecht ist es auch, wenn es regnet. Da ist der Boden aufgeweicht, und wir arbeiten vollkommen durchnässt. Du bekommst eine Grippe und hast nicht mal das Geld, dir Medikamente zu kaufen.“ 8)

Tätigkeiten

Welche Arbeiten werden von Kindern ausgeführt?

Kinder pflücken Orangen auf den Plantagen, schleppen und verladen Orangenkisten, die einen halben Zentner wiegen. Bezahlt werden sie nach gepflückter Menge. Die Arbeit auf den Plantagen ist saisonal, deshalb schuften die Kinder so viel und so schnell wie möglich, damit das Geld für das ganze Jahr ausreicht. 9)

Konsequenzen

Welche Gefahren und Folgen ergeben sich für die Kinder?

Weil Orangenbäume sehr hoch sind, ist das Pflücken gefährlich. Die Kinder stehen auf hohen Leitern mit bis zu 25 Kilogramm schweren Pflückbeuteln. Die Kinder erleiden Schäden an der Wirbelsäule. Im schlimmsten Fall stürzen die Kinder von den Leitern. Meistens sind die Orangen mit gefährlichen Pestiziden behandelt worden, also ist die Vergiftungsgefahr groß. Andere Gefahren sind giftige Schlangen, Bienen und Wespen, Entzündungen durch Dornen, Magenerkrankungen durch mangelnde Hygiene und Übermüdung durch lange Arbeitstage. 6)

Verbraucher-Tipps

Wie können wir gegen Kinderarbeit aktiv werden?

Seit 2001 wird mit dem Fairtrade-Siegel zertifizierter Orangensaft in deutschen Supermärkten und Lebensmittelgeschäften verkauft. Dieser kommt aus Brasilien, Ghana und Thailand und beinhaltet das ausdrückliche Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit. 10)

Quellen + Links

  1. Atlas Big: Größten Orangen Produzenten der Welt; Stand 2022
  2. Worlds Top Exports: Oranges Import by Country; Stand 2021
  3. Statista: Leading orange juice producers worldwide in 2020/2021 by country; Stand 2022
  4. Statista: Leading orange juice importing countries worldwide in 2020; Stand 2022
  5. U.S. Department of Labor: Child Labor and Forced Labor Reports – Brazil; Stand 2020
  6. Verité: Commodity Atlas – Citrus; Stand 2019
  7. U.S. Department of Labor: List of Goods Produced by Child Labor or Forced Labor – Citrus Fruits; Stand 2021
  8. Sidnei bei der Orangenernte
  9. Projektmappe Kinderarbeit Seite 26
  10. Fairtrade Deutschland: Fairtrade-Fruchtsaft; Stand 2022

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