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Kobalt

Kobalt |  Bild: cobalt stone © Robertohunger [Royalty Free]  - Dreamstime.comKobalt

| Bild: cobalt stone © Robertohunger [Royalty Free] - Dreamstime.com

Fallbeispiel
Schicksal von Richard (11) und Dorsen (8)
Richard und Dorsen arbeiten in einer kongolesischen Kobaltmine. Jeden Tag graben sie nach dem begehrten Metall. Anschließend füllen sie das Kobalt in Säcke und transportieren es ab. Die harte körperliche Arbeit belastet die Kinder sehr. „Wenn ich hier arbeite, leide ich. Meine Mutter ist schon gestorben und ich muss den ganzen Tag lang arbeiten und mir tut der Kopf weh“, sagt Dorsen über die Arbeitsbedingungen. Außerdem haben die Kinder Angst vor ihren Vorgesetzten. Wenn sie Fehler machen oder nicht schnell genug arbeiten, werden sie geschlagen. Richard und Dorsen wünschen sich, die Minen verlassen zu können. Aber sie haben keine Wahl. „Jeden Morgen, wenn ich aufwache, fühle ich mich schrecklich, weil ich weiß, dass ich wieder hierher zurückkommen muss. Alles tut weh“, sagt Richard. 1)

Kobalt wird weltweit für verschiedenste Zwecke eingesetzt. Das Metall steckt etwa in Batterien, elektronischen Geräten, Datenträgern oder Antriebssystemen. Auch in der Medizin findet Kobalt als Spurenelement Verwendung. Der Großteil des weltweit geförderten Kobalts kommt aus der Demokratischen Republik Kongo. Weitere Vorkommen gibt es unter anderem in Australien, Sambia, Russland und Südafrika. 2) 3) 4)

Betroffene Länder

Wo wird mittels Kinderarbeit produziert?

Kinderarbeit bei der Kobaltförderung kommt vor allem in der Demokratischen Republik Kongo vor. Besonders betroffen ist die Region Katanga im Süden des Kongo. Dort werden etwa 20 Prozent des Kobalts artisanal gefördert. Nach Schätzungen von UNICEF arbeiten rund 40 000 Kinder in den kongolesischen Kobaltminen. 1)

Tätigkeiten

Welche Arbeiten werden von den Kindern ausgeführt?

Die jüngsten Kinder in den kongolesischen Minen sind gerade einmal vier Jahre alt. Sie üben bei der Arbeit in den Kobaltminen unterschiedliche Tätigkeiten aus. Zunächst bauen sie Erz in bis zu 30 Meter tiefen Schächten ab. Anschließend wird es an die Oberfläche gebracht. Dort waschen und sortieren die Kinder das geförderte Erz, um das Kobalt zu isolieren. Außerdem wird das Kobalt in Säcke abgefüllt und zum Verkauf abtransportiert. Diese Säcke werden auch von Kindern getragen, sie können bis zu 25 Kilogramm wiegen. Trotz dieser harten Arbeit verdienen die Beschäftigten oft weniger als zehn Cent pro Tag. 5) 6) 4)

Konsequenzen

Welche Gefahren und Folgen ergeben sich aus diesen Tätigkeiten für die Kinder?

Die Arbeit in den Kobaltminen ist in vieler Hinsicht gefährlich. Unter Tage arbeiten Kinder ohne jede Schutzausrüstung in engen, dunklen Schächten. Die Stollen sind meistens unzureichend gesichert und sehr instabil, sodass es häufig zu Unfällen und Einstürzen kommt. Außerdem ist Kobalt in größeren Mengen giftig. Wenn Kinder dauerhaft mit dem Metall in Kontakt kommen, kann das schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Viele der Betroffenen leiden an Hautirritationen, Lungenerkrankungen, Herzproblemen oder Nierenschäden. Auch Sehprobleme, Übelkeit, Kopfschmerzen und Schäden an der Schilddrüse gehören zu den Folgen, mit denen die Kinder zu kämpfen haben. Zudem sind Krebserkrankungen als Spätfolge der Arbeit in den Kobaltminen weit verbreitet.

Da die meisten Kinder täglich von morgens bis abends in den Minen arbeiten, können sie keine Schule besuchen. Dadurch haben sie keine Chance, sich eine bessere Zukunft aufzubauen. 5) 7) 6)

Verbraucher-Tipps

Wie können die Verbraucher gegen Kinderarbeit in diesem Bereich aktiv werden?

Da Kobalt vor allem in der Demokratischen Republik Kongo vorkommt, ist ein vollständiger Verzicht auf das Kobalt von dort schwierig. Dennoch ist es für Verbraucher empfehlenswert, sich über die Herkunft des Kobalts zu informieren. Ist diese bekannt, so sollte auf den Kauf von Kobalt aus Gebieten, in denen Kinderarbeit verbreitet ist, verzichtet werden. Um die Fördermenge von Kobalt weltweit zu verringern, sollten elektronische Geräte, Akkus, Elektroautos und andere kobalthaltige Produkte möglichst lange genutzt und wenn möglich recycelt werden. Denn wenn weltweit weniger Kobalt gefördert wird, müssen auch weniger Kinder in Minen arbeiten. Außerdem werden inzwischen kobaltfreie Akkus und Batterien für Elektroautos entwickelt. Es ist also ebenfalls eine Option, auf solche Möglichkeiten zurückzugreifen. 8) 3)

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Quellen + Links

  1. CBS News: CBS News finds children mining cobalt for batteries in the Congo; 05.03.2018
  2. Institut für seltene Erden und strategische Metalle: Cobalt; Stand 08.09.2022
  3. t3n: E-Autos und Kinderarbeit: Was ist dran am Kobalt-Mythos?; 09.02.2022
  4. Beroe: Child Labor and Cobalt Mining; 21.08.2019
  5. Tagesspiegel: Landnahme, Kinderarbeit, Umweltbelastung – Die schmutzige Seite des Kobalt-Abbaus in Kongo; 03.01.2022
  6. utopia: Für unsere Smartphones arbeiten Kinder; 07.03.2017
  7. Lenntech: Kobalt; Stand 08.09.2022
  8. WirtschaftsWoche: Der Hype um Kobalt könnte schon bald vorbei sein; 06.09.2021
  9. Video: Sky News: Special report : Inside the Congo cobalt mines that exploit children; 27.02.2017

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