Zum Inhalt springen

Kaffee

KaffeebohnenKaffeebohnen |  Bild: Kaffeebohnehintergrund der hohen Auflösung © Neosiam [Royalty Free]  - DreamstimeKaffeebohnen

Kaffeebohnen | Bild: Kaffeebohnehintergrund der hohen Auflösung © Neosiam [Royalty Free] - Dreamstime

Kaffee ist nach Erdöl der weltweit wichtigste Exportrohstoff. Er wird in über 70 tropischen Staaten angebaut, darunter überwiegend Entwicklungs- und Schwellenländer. Brasilien, Vietnam und Kolumbien gehören zu den wichtigsten Herstellern. Im Jahr 2022 wird der globale Umsatzwert von Kaffee über 433 Milliarden US-Dollar betragen – Tendenz steigend. Dabei sind die Hauptkonsumenten vor allem Länder des globalen Nordens, und nicht die Produzentenstaaten. In den Vereinigten Staaten wird mit Abstand am meisten Kaffee getrunken, gefolgt von Deutschland, Japan, Frankreich und Italien. 1) 2)

Betroffene Länder

Wo wird mit Kinderarbeit produziert?

Fallbeispiel
Bericht einer Kaffeebäuerin aus Peru
Die junge Kaffeebäuerin Teofil Vasquez, die in La flora – einem kleinen Dorf in
Peru – lebt, wusste häufig nicht, wie sie sich und ihre Familie ernähren sollte.
Teofil Vasquez berichtet, dass es vor der Zusammenarbeit mit Fairtrade am Notwendigsten fehlte: „Es gab keine Straßen und keine Schule. Wir haben den ganzen Tag gearbeitet. Es war ein schwieriger Weg. Wenn wir nichts hatten, haben wir nichts gegessen.“ 3)

Kinderarbeit ist beim Anbau und der Herstellung von Kaffee weit verbreitet. Hauptgrund hierfür ist die größtenteils schlechte Bezahlung von Kaffeefarmern, die folglich keine andere Wahl haben, als ihre Kinder in die Arbeit einzuspannen. Kinderarbeit gibt es unter anderem in Brasilien, Guatemala, Kolumbien, Costa Rica, der Elfenbeinküste, der Dominikanischen Republik, El Salvador, Guinea, Honduras, Kenia, Mexiko, Nicaragua, Panama, Sierra Leone, Tansania, Uganda und Vietnam. Manche Kinder sind dabei nicht älter als 8 Jahre, wenn sie mit der Arbeit auf Kaffeeplantagen beginnen. 4) 5) 6)

Tätigkeiten

Welche Arbeiten werden von den Kindern ausgeführt?

Kinder übernehmen bei der Kultivierung von Kaffee zahlreiche Aufgaben. Sie stutzen die Bäume und beseitigen Unkraut. Sie düngen die Pflanzen und pflücken die Kaffeebohnen. Danach müssen sie sie sortieren und in schweren Säcken vom Feld transportieren. 7)

Konsequenzen

Welche Gefahren und Folgen ergeben sich für die Kinder?

Kinder sind beim Kaffeeanbau vielen Gefahren ausgesetzt:

  • Verletzungen durch Werkzeuge oder andere Ausrüstung
  • Gehörverlust aufgrund technischer Geräte
  • Schäden des Bewegungsapparats
  • Vergiftung durch Pestizide oder andere Chemikalien
  • Atemwegserkrankungen
  • starke Sonneneinstrahlung und Hitze
  • Schlangen- bzw. Insektenbisse
  • lange, tägliche Arbeitszeiten, 6 Tage die Woche
  • keine Möglichkeit, eine Schule zu besuchen 7) 6)

In Staaten wie etwa der Elfenbeinküste werden Kinder teilweise aus angrenzenden Ländern entführt und gehandelt, um dann gezwungenermaßen auf Kaffeeplantagen zu arbeiten. Dabei werden sie sehr gering oder gar nicht bezahlt und können manchmal erst nach 3 oder 4 Jahren wieder in ihre Heimat zurückkehren. Ihnen wird Gewalt angedroht, damit sie die Farmen nicht verlassen. 5)

Verbraucher-Tipps

Wie können wir gegen Kinderarbeit aktiv werden?

Indem man Kaffee mit dem Fairtrade-Siegel kauft. Eine Vielzahl von Supermärkten, Kaufhäusern und Lebensmittelgeschäften bieten solchen Kaffee an. Zudem ist es sinnvoll, gleichzeitig auf das Bio-Siegel zu achten, denn so wird der Einsatz von Pestiziden ausgeschlossen.

 


Video 1: ARD- Exklusiv Dokumentation „Kinderschinder – der Preis für eine Tasse Kaffee“; November 2010
Video 2: World Vision Canada: Child Labour in the Coffee and Sugar Industry; 02.02.2021

Quellen + Links

  1. Statista: Coffee; Stand 2022
  2. World Population Review: Coffee Consumption by Country 2022; Stand 2022
  3. Wissen Sie, wo Ihr Kaffee herkommt, der gerade auf dem Schreibtisch kalt wird? – Presseportal
  4. U.S. Department of Labor: List of Goods Produced by Child Labor or Forced Labor; Stand 2022
  5. The Borgen Project: Bitter origins – Labor exploitation in Coffee production; Artikel vom 24.09.2020
  6. The Guardian: Children as young as eight picked coffee beans on farms supplying Starbucks; Artikel vom 01.03.2020
  7. Verité: Commodity Atlas – Coffee; Stand 2018

9 Gedanken zu „Kaffee“

  1. Darauf gibt es nur eine Antwort: fairen Handel! Ich kaufe schon seit Beginn der Transfair-Kampagne nur noch fair gehandelten Kaffee! Jedes Päckchen an fair gehandeltem Kaffee ist ein Arschtritt für die Großkonzerne! Nur durch entsprechenden Nachfragedruck sind Änderungen zu erreichen!

  2. Großkonzerne haben sich schon längst der Gier verschrieben. Schaut euch deren Menschenverachtendes treiben doch an, wenn sie könnten würden sie den leuten chips einpflanzen und bei nachlassen der produktivität elektroschocks verpassen.

    Wie Merkel so schön sagte „Vorfahrt für Wachstum dem muss sich alles unterordnen.“

    Es gibt längst genug essen für jeden und die Techonologie ist weit genug um nachhaltig zu produzieren und jedem zu ermöglichen ein Dach über den Kopf zu haben, und auch ein wenig den Luxus den die Technologie mit sich bringt zu genießen, aber die Großkonzerne und auch viele einflussreiche Politiker Bänker, haben sich dem „Herrn diese Welt“ verschrieben, die Todsünden sind ihre Gebote, ihre Liebe und Mitgefühl wurde erstickt und so Leben sie wie Vampire von der Energie anderer, informiert euch und hört auf diesen Menschen Geld zu geben oder für solche Konzerne zu arbeiten oder sie sonst wie zu unterstützen.

  3. Pingback: Labour Day • Bunaa

  4. Pingback: Kolumbien – Kaffee: Von der Saat bis zur Tasse

  5. Ich finde das eine absolute Frechheit, dass die Grosskonzerne nichts dagegen machen wollen. Sie verdienen so viel Geld, aber etwas gegen die Kinderarbeit zu tun ist in der heutigen Welt leider zu viel verlangt…. !!!!!

  6. Pingback: Das Wort des Monats Oktober | Smaak ich !!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.