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Getreide

 |  Bild: Brazilian child working in corn field © Pcphotography69 [Royalty Free]  - Dreamstime.com

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Betroffene Länder

Wo wird mit Kinderarbeit produziert?

Kinder weltweit sind oft gezwungen ihren Eltern in der Landwirtschaft zu helfen. In einigen Ländern sind sie an der industriellen Produktion von Getreide, wie Weizen und Mais, beteiligt, entweder gegen geringen Lohn oder als Zwangsarbeiter. Unter anderem wird in Argentinien, Bolivien, Paraguay, Peru, Guatemala, auf den Philippinen und in Pakistan mit Kinderarbeit produziert. 1) 2) 3)

Fallbeispiel
Schicksal von Tafari aus Äthiopien
„Von montags bis samstags arbeite ich auf dem Feld; sonntags muss ich die Kühe hüten. Ich bin 12 Jahre alt und müsste eigentlich in die Schule gehen – aber dafür habe ich keine Zeit. Ich bekomme kein Geld für die Schufterei: Der Farmer zahlt meinen Eltern nach einem Jahr 100 kg Teff-Getreide und 50 kg Weizen. Meine Familie und meine Freunde wohnen einen Fußmarsch von mehreren Stunden entfernt. Deshalb hab ich überhaupt keinen Kontakt mehr zu ihnen. Ich habe oft Heimweh…“ 4)

Tätigkeiten

Welche Arbeiten werden von den Kindern ausgeführt?

Kinder in der landwirtschaftlichen Industrieproduktion werden in der Feldarbeit und Weiterverarbeitung eingesetzt. Sie sind beteiligt an der Austragung von Dünger und Pestiziden, bei der Ernte und den darauffolgenden Produktionsschritten. 5)

Konsequenzen

Welche Gefahren und Folgen ergeben sich für die Kinder?

Generell sind Kinder in der Landwirtschaft extremen Wetterbedingungen und gefährlichen Chemikalien ausgesetzt. Die Hygienebedingungen sind oft so schlecht, so dass nicht einmal die Pestizide abgewaschen werden können. Nur selten tragen sie Schutzkleidung. Sie arbeiten mit scharfen Werkzeugen wie Macheten und können sich daran verletzen. Schlangenbisse bzw. Angriffe durch andere Tiere sind keine Seltenheit. Schwere körperliche Arbeiten und Arbeitszeiten bis 14 Stunden ohne Pause, 7 Tage die Woche, sind nicht unüblich und beeinträchtigen die Gesundheit der Kinder. Die Gefahr von Misshandlung und sexuellem Missbrauch ist groß. Außerdem erhalten die Kinder keine Ausbildung. Ihre körperliche, geistige, moralische und intellektuelle Entwicklung wird nachhaltig beeinträchtigt. 6) 7)

Verbraucher-Tipps

Wie können wir gegen Kinderarbeit aktiv werden?

Keiner der oben genannten Staaten hat die ILO-Konvention C 184, die sich für sichere Arbeitsbedingungen und ein Mindestalter von 18 Jahren für gefährliche Arbeiten in der Landwirtschaft ausspricht, ratifiziert. 8) Außerdem werden aus Ländern wie Guatemala Lebensmittel in Massen exportiert, obwohl die Bevölkerung an Unterernährung leidet. 9) Aus diesen Gründen kann es sinnvoll sein, bewusst keine Lebensmittel aus diesen Ländern zu kaufen, um Druck auf die Lebensmittelindustrie auszuüben.

Der Import von Getreide aus Argentinien in die EU ist bereits zurückgegangen, aber 2011/2012 kamen immer noch 9 Prozent der Maisimporte aus Argentinien. 10) Getreide wird oft für die Futtermittel- und Biogasindustrie benötigt, weshalb die Produktion von Fleisch und Bioethanol ebenfalls zur Kinderarbeit beiträgt. Ein Großteil der argentinischen Weizenproduktion geht zum Beispiel nach Brasilien, einem der weltgrößten Fleischexporteure. 11) Deshalb wäre es nicht nur ökologisch sinnvoll den Gebrauch dieser Produkte einzuschränken.

Quellen + Links

  1. U.S. Department of Labor: List of Goods Produced by Child Labor or Forced Labor; 2018
  2. „Agricultural workers still struggle for their rights“ – Grain – aufgerufen am 12.03.2013
  3. Tagesschau: Kinderarbeit in Bolivien – Eine Wirklichkeit, die nicht verschwindet; Artikel vom 12.06.2022
  4. Robinson im Netz: Mein Tag: Tafari (12) arbeitet auf dem Feld (Äthiopien); 2013
  5. „Argentina: Slave labor in the fields“  – lo-de-alla.org – aufgerufen am 12.02.2013
  6. „Girl Child Labour in Agriculture“
  7. ILO: Farming; Stand 2022
  8. ILO: Information System on International Labour Standards; Stand 2022
  9. „Guatemala pays high price for global food system failings“ – the guardian – aufgerufen am 12.03.2013
  10. „EU Cereals Trade“ – European Commission – aufgerufen am 12.03.2013
  11. „Grain Report“ – USDA Foreign Agricultural Service – aufgerufen am 12.03.2013

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