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Fleisch

Fleisch |  Bild: Fleisch © Madajimmy [Royalty Free]  - DreamstimeFleisch

| Bild: Fleisch © Madajimmy [Royalty Free] - Dreamstime

Betroffene Länder

Wo wird mit Kinderarbeit produziert?

In einigen Regionen der Welt ist es üblich, dass Kinder als Hirten tätig sind. Diese Form der Arbeit für Minderjährige ist dort gesellschaftlich akzeptiert. Innerhalb diverser ethnischer Gruppen wird diese Tätigkeit sogar ausschließlich von Kindern durchgeführt. Sie sind als normale Arbeitskräfte und Familienhelfer in den Produktionsprozess miteingebunden, z.B. in der Mongolei, Peru, Kenia, Malawi und Marokko. Ausbeuterische Kinderarbeit gibt es in Brasilien, Bolivien, Ecuador, Paraguay, Costa Rica, El Salvador, Mexiko, Indien, Äthiopien, Lesotho, Südsudan, Mauretanien, Namibia, Tschad, Uganda, Sambia. 1) 2) 3)

Tätigkeiten

Welche Arbeiten werden von Kindern ausgeführt?

Kinder gelten als ideale Viehhirten, schon ab dem Alter von 3 Jahren. Sie müssen auf die Tiere aufpassen, sie füttern und teilweise zu weit entfernten Wasserstellen führen. Sie sind für ihre Sicherheit verantwortlich und müssen kämpfende Tiere trennen. Sie arbeiten 7 Tage die Woche, 10-12 Stunden am Tag. Verlieren sie Vieh oder wird es gestohlen, werden sie oft geschlagen.

Das Hirten ist oftmals mit schwerer Farmarbeit kombiniert. Kinder helfen hierbei, Futterpflanzen zu kultivieren und sie abzuernten. Sie tragen zur Aufzucht der Tiere bei, melken sie und beseitigen den entstandenen Dung. Sie sammeln Grass für die Tiere und säubern die Ställe. Bei der Fleischverarbeitung werden sie in der Schlachtung eingesetzt, sowie beim Schneiden, Trennen, Säubern und Abpacken. 1) 2) 4)

Konsequenzen

Welche Gefahren und Folgen ergeben sich für die Kinder?

Beim Viehhüten halten sich die Kinder oft mehrere Tage und Wochen in abgelegenen Gebieten auf und sind dem Wetter, gefährlichen Tieren und Infektionen schutzlos ausgeliefert. Zudem tragen sie dabei nur selten festes Schuhwerk. Schnittwunden, Prellungen und Hauterkrankungen sind demzufolge an der Tagesordnung. Auch die Tiere, für die sie verantwortlich sind, können den Minderjährigen gefährlich werden. Sie tragen Bisswunden davon, werden niedergetrampelt oder gerempelt. Die Isolation von anderen Menschen kann zudem ihre Entwicklung behindern.

Auf Farmen haben Kinder mit Pestiziden, gefährlichen Maschinen, Krankheitserregern und aggressiven Tieren zu tun. Dabei können Krankheiten übertragen und die Kinder verletzt werden. Der Staub, der von den Tieren ausgeht, kann tief in die Lunge eindringen und so nachhaltige Schäden verursachen. Beim Schlachten besteht ebenfalls Verletzungsgefahr, denn Kinder hantieren mit scharfer Gerätschaft. Außerdem stellt die Arbeit in einem Massentötungsbetrieb eine psychische Belastung dar. Ob die Kinder für ihre Eltern arbeiten oder in anderen Betrieben eingesetzt werden, in beiden Fällen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie keine Schule besuchen und keine Ausbildung erhalten.

Auch in diesem Bereich kommt es zu moderner Sklaverei und Menschenhandel. So ist belegt, dass Kinder aus Angola entführt werden, um später in der namibischen Fleischindustrie zu arbeiten. 1) 4)

Verbraucher-Tipps

Wie können wir gegen Kinderarbeit aktiv werden?

Wie bei allen Produkten ist es sinnvoll, beim Einkauf auf regionale Herkunft zu achten. Verpacktes, unverarbeitetes Fleisch muss eine Kennzeichnung haben, die Auskunft gibt, wo die Tiere aufgezogen und geschlachtet wurden. Dies betrifft Rind, Schwein, Geflügel, Schaf und Ziege. Auch ist zu bedenken, dass bei günstigen Produkten oft jemand am unteren Ende der Produktionskette den Preis erbringen muss. Bei verarbeiteten Produkten ist noch keine Kennzeichnung des Ursprungslandes erforderlich. Man sollte gegenüber der Politik und den Unternehmen mehr Transparenz verlangen. 5) 6)

Quellen + Links

  1. „Children’s work in the livestock sector: Herding and beyond“ – FAO – aufgerufen am 26.02.2013
  2. ILO: Livestock production; Stand 2022
  3. U.S. Department of Labor: List of Goods Produced by Child Labor or Forced Labor; Stand Juni 2021
  4. Verité: Livestock; Stand 2022
  5. „Billiges Fleisch ist ein grundsätzliches Problem“ – FAZ – aufgerufen am 26.02.2013
  6. Verbraucherzentrale: Herkunft von Lebensmitteln: Woher kommen Fleisch, Eier & Obst?; Stand August 2020

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