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Elektroschrott

Ein Mädchen zerlegt ElektroschrottDieses Mädchen aus Bangladesch zerlegt Elektroschrott, um die enthaltenen Rohstoffe zu gewinnen.  |  Bild: Child labor in recycling of batteries, Bangladesh © Sjors737 [Royalty Free]  - Dreamstime.comEin Mädchen zerlegt Elektroschrott

Dieses Mädchen aus Bangladesch zerlegt Elektroschrott, um die enthaltenen Rohstoffe zu gewinnen. | Bild: Child labor in recycling of batteries, Bangladesh © Sjors737 [Royalty Free] - Dreamstime.com

Weltweit wurden im Jahr 2019 rund 54 Millionen Tonnen Elektroschott produziert. Davon wurden allerdings nur knapp 17 Prozent recycelt. Ein Großteil des Elektroschrotts der Industrieländer wird in Entwicklungsländer exportiert, wo die Geräte zerlegt werden. 1) 2)

Betroffene Länder

Wo wird mit Kinderarbeit produziert?

Kinder arbeiten vor allem auf Deponien in Asien, Afrika und Lateinamerika. Betroffen sind unter anderem Indien, China, Mexiko, Ghana, Nigeria und Bangladesch. 3) 4) 1)

Fallbeispiel
Einzelschicksal in Silampur
Der zwölfjährige Mohammed arbeitet seit einem Jahr in Silampur. Damals starb sein Vater, der ebenfalls Computerschrott zerlegt hatte. Seine Mutter hat Mohammed auch nicht mehr. So muss sich Mohammed selbst versorgen. Die Werkstatt, in der er arbeitet, ist auch sein Schlafplatz. Dieses Zimmer ist nur 15 Quadratmeter groß und bis zur Decke vollgestellt mit ausrangierten Computerbauteilen. Mohammed leidet ständig unter Husten und Fieber. 5)

Tätigkeiten

Welche Arbeiten werden von den Kindern ausgeführt?

Kinder zerlegen oder verbrennen elektronische Geräte, um die enthaltenen Rohstoffe zu gewinnen. Dazu gehören etwa Gold und Kupfer. Durch den Verkauf dieser Materialien verdienen die Betroffenen Geld, um ihre Familien zu unterstützen. Zum Teil arbeiten schon Fünfjährige auf den Schrottplätzen und Deponien. Laut WHO sind weltweit rund 18 Millionen Kinder in diesem Sektor beschäftigt. 3) 6)

Konsequenzen

Welche Gefahren und Folgen ergeben sich für die Kinder?

Beim Zerlegen und Verbrennen der elektronischen Geräte werden viele giftige Stoffe freigesetzt. Schadstoffe wie Blei, Nickel, Chrom und Quecksilber sind in zahlreichen Geräten enthalten. Wenn Kinder diese Stoffe einatmen, sie über die Haut aufnehmen oder kontaminiertes Wasser trinken, kann das schwerwiegende Folgen haben. Viele Betroffene leiden an Hautirritationen, Atemproblemen und anderen chronischen Krankheiten. Viele sind schon von Geburt an betroffen, weil ihre Mütter während der Schwangerschaft mit den Schadstoffen in Kontakt kamen. Dadurch sind Entwicklungsprobleme, Verhaltensstörungen, Hyperaktivität und Fehlbildungen weit verbreitet. Auch Krebserkrankungen treten häufig als Spätfolgen der Schadstoffbelastung auf. 6) 7) 8)

Verbraucher-Tipps

Wie können wir gegen Kinderarbeit aktiv werden?

Zur Bekämpfung von Kinderarbeit sind zunächst Regierungen und Unternehmen in der Verantwortung, da sie über die Entsorgung von Elektroschrott entscheiden. Zwar ist der Export von Elektroschrott in der EU verboten, allerdings wird viel illegal exportiert. Es wäre also nötig, den Entsorgungsprozess vollständig zu überwachen, um die Einhaltung von Umweltstandards und die Bekämpfung von Kinderarbeit sicherzustellen. 6)

Verbraucher können sich zudem vor dem Kauf eines neuen Geräts informieren, ob der Hersteller das Gerät zurücknimmt und ordnungsgemäß recycelt. Oft lohnt es sich auch, eine Neuanschaffung noch einmal zu hinterfragen: Brauche ich wirklich ein neues Gerät? Oder kann ich das alte behalten oder wieder herrichten lassen?

Quellen + Links

  1. öko-fair: Elektroschrott in Entwicklungsländern; Stand 05.09.2022
  2. WHO: Preventing impacts of electronic waste on child health; Stand 05.09.2022
  3. Unicef: Kinderarbeit in Afrika – Elektromüll zur Überlebenssicherung; 14.11.2018
  4. Green Explored: Child Labor in E-Waste; 11.04.2011
  5. Der Spiegel: Die Trümmerjungen der digitalen Revolution; 13.11.2007
  6. ntv: Elektroschrott gefährdet Millionen Kinder; 17.06.2021
  7. NF Metall: Die Auswirkung von Elektroschrott auf die Gesundheit von Kindern und Mitarbeitern; 28.08.2022
  8. WHO: E-waste and Child Health; 15.06.2021

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