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Diamanten und Edelsteine

Edelsteine |  Bild: In Afrika verdienen eine Million Menschen in der Diamantenindustrie weniger als einen Dollar am Tag © Nrogul [Royalty Free]  - Dreamstime.comEdelsteine

| Bild: In Afrika verdienen eine Million Menschen in der Diamantenindustrie weniger als einen Dollar am Tag © Nrogul [Royalty Free] - Dreamstime.com

Weltweit arbeiten schätzungsweise eine Million Kinder im Alter von 5 bis 17 Jahren im Kleinbergbau. Durch ihn werden auch Diamanten geborgen. 1) Im Jahr 2019 und 2020 stammten die meisten Diamanten, welche nach Deutschland importiert wurden, aus Indien. 2)

Betroffene Länder

Wo wird mit Kinderarbeit produziert?

Diamanten werden in Angola, der Zentralafrikanischen Republik, der Demokratischen Republik Kongo, Guinea, Liberia und Sierra Leone mithilfe von Kinderarbeit geschürft. Geschliffen und poliert werden sie mithilfe von Kinderarbeit in Indien. 1)

Fallbeispiel
Papin aus der Zentralafrikanischen Republik

Seitdem die Schule wegen der Covid-19 Pandemie schließen musste, arbeitet Papin sechs Tage die Woche in einer Diamantenmine. Dabei muss er säckeweise Erde und Schutt schleppen. Er ist eines unter dutzenden Kindern, die hier im Tagebau die rote Erde nach Diamanten durchsuchen. Die Arbeit verursacht starke Rückenschmerzen und Papin sehnt sich zurück in sein Klassenzimmer. „Ich kam hierher, um meinem Bruder zu helfen“, sagt er. Papin behauptet, er wäre 16 Jahre alt, dabei sieht er viel jünger aus. Es gibt kaum Bäume, die Schatten spenden. „Ich würde lieber wieder zur Schule gehen, die Arbeit ist zu hart hier“. 3)

Tätigkeiten

Welche Arbeiten werden von den Kindern ausgeführt?

Zu den Tätigkeiten der Kinder in der Diamantenindustrie gehören folgende Arbeitsvorgänge:

  • Das Schleifen und Polieren von Diamanten. In Indien, wo 92 Prozent der Diamanten weltweit geschliffen werden, sind oft Kinder beteiligt. Sie gelten wegen ihres scharfen Blicks und ihrer ruhigen Hände als geeignet für die Bearbeitung der wertvollen Steine. Dabei werden die Augen der Kinder jedoch stark belastet. Außerdem sind sie dem giftigen Staub ausgesetzt.
  • Die Suche nach Diamanten. Sie graben in der Erde und im Kies, sieben dann nach den Steinen. Außerdem werden sie in Minen eingesetzt, wo sie mit schweren Schaufeln graben oder Säcke mit Kies tragen müssen. Weil Kinder klein sind, haben sie oft die gefährliche Aufgabe, in enge Minenschächte zu klettern oder in Gruben zu steigen, wo Erdrutsche sie begraben könnten. 1) 4)

Konsequenzen

Welche Gefahren und Folgen ergeben sich für die Kinder?

  • Der feine Diamantenstaub und chemische Mittel, die beim Schleifen eingesetzt werden, können Haut und Schleimhäute verätzen
  • Die Teilchen, die beim Polieren frei werden, können sich in Haut, Augen und Lunge festsetzen und neben Infektionen auch Tuberkulose und Krebs verursachen
  • Bei Grabungen in Eigenregie besteht wegen der meist unprofessionellen Absicherung der Stollen große Einsturzgefahr
  • Die Wasserverschmutzung in Gegenden des Diamantenabbaus führt zu Magenschmerzen und Durchfall bei den Anwohnern
  • Mädchen sind in diesem Sektor häufig sexuellem Missbrauch ausgesetzt, einschließlich kommerzieller sexueller Ausbeutung. Die Zwangsprostitution ist in Bergbaugebieten weit verbreitet, da die abgelegenen, isolierten Gebiete nur schwer überwacht werden können
  • Viele Kinder gehen selten bis gar nicht zur Schule 1) 5) 6)

Verbraucher-Tipps

Wie können die Verbraucher gegen Kinderarbeit in diesem Bereich aktiv werden?

Fair Trade in Gems and Jewelry vertreibt Edelsteine, die garantiert ohne Kinderarbeit hergestellt und fair gehandelt wurden.

Quellen + Links

  1. Verité: Commodity Atlas Diamonds; Stand 16.09.2022
  2. BGR: Deutschland – Rohstoffsituation 2020; 19.01.2021
  3. Reuters: Children Head to Diamond Mines in Pandemic-hit Central African Republic; 02.12.2020
  4. Brilliant Earth: Conflict Diamonds; Stand 16.09.2022
  5. Swedwatch: Childhood Lost: Diamond Mining in the Democratic Republic of the Congo and Weaknesses of the Kimberley Process; 21.12.2016
  6. Business and Human Rights Resource Centre: Lesotho: Father Blames Diamond Mine for his 13 Years Old Child’s Untimely Death; 15.05.2022

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