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Blumen

 |  Bild: Field of daisy flower © Sunny Frog [Royalty Free]  - Dreamstime

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Betroffene Länder

Fallbeispiel
Schicksal von Juan aus Ecuador
Es ist sechs Uhr morgens. Juan ist müde, aber er hat keine Wahl: Er muss zur Blumenplantage trotten. Dort rackert sich der elfjährige Ecuadorianer ab, bis er nach vier Stunden Arbeit weiter zur Schule gehen kann, um am nächsten Morgen wieder um sechs Uhr aufzustehen. Dabei hat Juan mit einer Arbeitszeit von vier Stunden noch Glück – andere Minderjährige arbeiten bis zu zehn Stunden am Tag. Besonders die Rückenschmerzen plagen Juan, wenn er nach der Arbeit im Unterricht sitzt. Manchmal ist er so müde, dass die Augen einfach nicht offen bleiben wollen. Oder er hat Kopfschmerzen von den Pestiziden auf der Farm. Wie er dann noch die Hausaufgaben abarbeiten soll, weiß er auch nicht genau. 1)

Die Nachfrage westlicher Länder nach tropischen Blumen wächst ständig. Innerhalb Europas werden in Deutschland am meisten der begehrten Pflanzen verkauft. Dabei werden nicht einmal 20 Prozent davon hierzulande angebaut. Da viele Arten in europäischen Klimaverhältnissen nicht wachsen können, müssen sie aus wärmeren Ländern importiert werden. Alleine 2021 importe Deutschland knapp 1,6 Millionen Rosen. Zu den Hauptexporteuren gehören neben den Niederlanden auch Staaten wie Kolumbien, Ecuador oder Kenia. In diesen Anbauländern wird die Saat- und Erntearbeit, die meist mit einer hohen Pestizidbelastung verbunden ist, auch von Kindern und Jugendlichen ausgeführt. 2) 3) 4)

Tätigkeiten

Welche Arbeiten werden von den Kindern ausgeführt?

Bei der Schnittblumenindustrie kommen im Vergleich mit anderen Bereichen deutlich öfter Verletzungen am Arbeitsplatz und Erkrankungen der Arbeiter vor. Auf den Blumenfarmen erledigen Kinder die gleichen Aufgaben wie Erwachsene: Beete anlegen, Schnittblumen pflegen und transportfertig machen. 5)

Konsequenzen

Welche Gefahren und Folgen ergeben sich für die Kinder?

Sie leisten körperliche Schwerstarbeit, haben kaum Arbeitsschutz und lange Arbeitszeiten. Außerdem kommen sie in Kontakt mit Chemikalien. Folgen:

  • physische Erschöpfung
  • Rückenschäden
  • Schnittverletzungen
  • nervale Funktionsstörungen
  • Vergiftungen durch Pestizide
  • Verbrennungen durch Chemikalien
  • Krebserkrankungen 5) 6)

Verbraucher-Tipps

Wie können wir gegen Kinderarbeit aktiv werden?

Beim Kauf von Blumen sollte auf das 2005 eingeführte Fairtrade-Siegel geachtet werden. Mittlerweile befinden sich in zahlreichen Herkunftsländern sogenannte Fairtrade-Farmen, u.a. in Kenia, Äthiopien, Tansania, Uganda, Simbabwe, Ecuador, El Salvador, Sri Lanka und Costa Rica. 7)

Quellen + Links

  1. Dokumentation über die Arbeit in der Blumenindustrie
  2. Statista: Import und Export frischer Rosen nach bzw. aus Deutschland in den Jahren 2007 bis 2021; Stand 2022
  3. BR: Sind Fairtrade-Rosen aus Afrika okay?; Artikel vom 19.04.2021
  4. U.S. Department of labor: 2018 Findings on the Worst Forms of Child Labor: Kenya
  5. Dokumentation über die Arbeit in der Blumenindustrie; April 2007
  6. SOMO: Working conditions of flower packers and coffee pickers in Colombia; Juli 2016
  7. Fairtrade Deutschland: Fairtrade-Blumen & Pflanzen

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