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Takko

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Unsere Branchenzuordnung:
Mode, Bekleidung, Textilien
Auf unsere Anfragen seit 07.12.2008 haben wir Antwort erhalten.


Produkte und Produktionsorte

Welche Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe sind in Bezug auf ausbeuterische Kinderarbeit besonders zu betrachten?

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

  • Takko lässt in Bangladesch, China, Indien, Myanmar, Pakistan und der Türkei produzieren. 1)

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

Die Firma ist nach eigenen Angaben Mitglied bei bzw. unterstützt:
  • Es besteht ein Verhaltenskodex für Produzenten, in dem neben des Verbots von Kinderarbeit weitere wichtige Mindeststandards (wie bspw. das Verbot von Zwangsarbeit) festgeschrieben sind. Dabei gilt ein Tätigkeitsverbot für Kinder unter 15 Jahren und ein eingeschränktes Verbot für Kinder zwischen 15 -18 Jahren. 2)

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Takko ist seit Oktober 2011 Mitglied der FWF, welche unabhängige Kontrollen durchführt. 1)
  • Fair Wear hat das Unternehmen mit „Good“ bewertet, was bedeutet, dass es mehr mehr als ein durchschnittliches Bekleidungsunternehmen tut und seine internen Prozesse von einer unabhängigen NGO untersuchen und öffentlich berichten lässt. Die Mehrheit der Mitgliedsunternehmen erhält die Bewertung „Good“.

Welche Siegel bzw. Zertifikate nutzt die Firma (auch nach eigenen Angaben)?

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Woher genau die Baumwolle in den Produkten des Unternehmens stammt, ist uns nicht bekannt. Ein Großteil der Baumwolle auf dem Weltmarkt stammt aus Indien, Pakistan, Usbekistan und Ägypten. Von hier sind ernsthafte Vorwürfe über ausbeuterische Kinderarbeit im Baumwollanbau und Baumwollernte bekannt geworden.

  • Die Textilien des Unternehmens wurden (womöglich) in asiatischen Ländern wie Indien und Bangladesh oder (womöglich) in südafrikanischen Ländern wie Lesotho oder Swasiland produziert. Aus diesen Ländern wird immer wieder über Kinderarbeit bei der Textilproduktion berichtet.

  • Ob das Unternehmen Produkte aus solchen Produktionsstätten oder Plantagen bezieht oder nicht, hat es uns nicht mitgeteilt. Soweit das Unternehmen keine wirksamen Kontrollen seiner eigenen Produktionsstätten und der seiner Vorlieferanten durchführen lässt, kann Kinderarbeit nicht ausgeschlossen werden.

  • Im August 2016 wurde in einer Fabrik in Myanmar, in welcher Takko produzieren lässt, Kinderarbeit (Arbeiter jünger als 18 Jahre) festgestellt. Takko wurde durch die Fear Wear Foundation, welche das Audit durchführte, darüber informiert. 3)

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

 

  • Die Sprecherin von Takko sagte, dass das Unternehmen nach dem FWF-Audit ein Team von Managern und Auditoren geschickt habe, um sich die Fabrik anzusehen. „Wir konnten erhebliche Fortschritte erzielen und die Arbeitsbedingungen vor Ort gemäß unserem Verhaltenskodex verbessern“, sagte sie. „Wir haben diese Feststellungen sehr ernst genommen, da sie nicht nur einen Verstoß gegen unseren für alle unsere Geschäftspartner verbindlichen Verhaltenskodex darstellen, sondern auch gegen unsere Unternehmenswerte im Allgemeinen.“ 3)
  • Das Unternehmen ist sich der Tatsache bewusst, dass unter anderem die günstigen Preise von Textil-Discountern im Allgemeinen Argwohn hervorrufen. Die Takko Holding GmbH wehrt sich gegen das Klischee vom Discounter: niedrige Preise = niedrige unternehmerische Verantwortung. Nicht die Ausbeutung von Arbeitern (inklusive Kindern) trage zu den günstigen Marktpreisen bei, stattdessen seien es unter anderem der Einkauf großer Stückzahlen, eine zentrale Logistik, effizienter Vertrieb und flache Hierarchien. 4)

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Am 13. Juni 2008 eröffnete der Discounter Takko eine Vor- und Grundschule am indischen Produktionsstandort Tirupur.

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus?

  • Für die Sendung „Kassensturz“, gesendet am 18.03.2008 im Schweizer Fernsehen, wurde in einer Umfrage das Engagement von insgesamt 50 Textilmarken gegen Kinderarbeit untersucht. Abgefragt wurde, ob die Unternehmen ihren Zulieferern Kinderarbeit verbieten, ob sie soziale Standards verlangen und ob in den Fabriken unabhängige Kontrollen durchgeführt werden. Zu den untersuchten Firmen zählte auch Takko, das dabei zusammen mit 25 anderen Unternehmen mit „genügend“ bewertet wurde. 5)
  • Am 04.11.2012 wurde bekannt, dass Takko in chinesischen Gefängnissen hat produzieren lassen. Takko hatte 50.000 Jacken und Tops bei der Global Fashion Support GmbH (GFS) geordert. Deren Tochterfirma Granville Hongkong Textiles Limited hatte daraufhin den Auftrag an chinesische Subunternehmer vergeben, welche die Ware in heimischen Gefängnissen herstellen ließen. Gegenüber Medien bestritt Takko, davon Kenntnis gehabt zu haben. Zudem wurde mitgeteilt, dass die Zusammenarbeit mit GFS bereits im Sommer 2012 beendet worden war. 6)

Fußnoten, Links und Quellen:

  1. Fair Wear Brands, Takko, aufgerufen am 12.09.2022
  2. Takko, Code of Conduct, aufgerufen am 12.09.2022
  3. Financial News, Factory used by Apax Company used Child labour, 09.03.2017
  4. Mitteilung des Unternehmens vom 22.01.2009
  5. „Kassensturz“-Auswertung zum Engagement von 50 Textilmarken gegen Kinderarbeit – Video des SRF – nicht mehr verfügbar
  6.  Takko produzierte in chinesischen Gefängnissen – Spiegel Online

4 Gedanken zu „Takko“

  1. Leider geht Takko dafür mit seinen Mitarbeitern in den Shops unmenschlich um. Es wird nur der Mindestlohn gezahlt, dafür soll man aber rund um die Uhr spontan vefügbar sein und wird an den freien Tagen telefonisch und per SMS von der FL belästigt. Man kommt keinen Monat auf die vertraglich zugesicherten 450€. Mobbing und Rassismus in den Filialen sind an der Tagesordnung, dagegen wird nichts unternommen. Arbeitsverträge werden erst ausgehändigt, wenn man mit Anwalt droht. Ebenso verhält es sich mit Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall, auch diese muss man schriftlich einfordern (mit Verweis auf entsprechende geltende Gesetze in diesem Land). Die Bezirksleiter sind in ganz viele Fällen Totalversager, die Filialleitungen haben von Mitarbeiterführung keine Ahnung. Been there, done that. Man sollte sich nicht täuschen lassen. Filialisten und große Unternehmen beuten IMMER Menschen aus-ob nun hier in der Filiale oder in Bangladesh! Die 4 Monate, die ich bei Takko gearbeitet habe, hatte ich übelsten Ausschlag am ganzen Körper. Ärzte diagnositzierten eine Kontaktallergie auf Farbstoffe in dunkler Kleidung. „Sauber“ ist bei Takko nur die Kassentheke!

  2. Wie verhält sich das jetzt mit Takko. Wieso haben die 3 grüne Punkte? Und wenn ich näher hinschaue, sieht das doch wieder sehr zwielichtig aus? Oder verstehe ich da was falsch?

    1. nikoletta / EarthLink

      Hallo Frau Thomas,
      wir haben Takko aktualisiert. Der gelbe Kontrollpunkt ergibt sich daraus, dass das Unternehmen zwar unangekündigte Kontrollen durchführt und Mitglied der Fair Wear Foundation ist, aber nicht bekannt ist, woher z.B. die Baumwolle bezogen wird. Einen grünen Bewertungspunkt gäbe es bei lückenloser Transparenz der Wertschöpfungskette.

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