Rewe Group

Zu Rewe Group gehören die Marken / Firmen:
Billa - Penny - Toom Baumarkt

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Unsere Branchenzuordnung:
Kaffee, Tee - Tabak - Süßwaren - Tropische Früchte und Säfte - Erfrischungsgetränke und Säfte - Waren- und Handelshäuser - Elektronik - Lebensmittel - Tiernahrung
Auf unsere Anfragen seit 27.09.2021 haben wir Antwort erhalten.

Produkte und Produktionsorte

Welche Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe sind in Bezug auf ausbeuterische Kinderarbeit besonders zu betrachten?

  • Insbesondere in den Lieferkettenstufen des Rohstoffanbaus und der Verarbeitung liegt ein erhöhtes Risiko der Missachtung von Arbeits- und Sozialstandards. Auf Basis von Risikoanalysen hat die REWE Group folgende kritische Rohstoffe im Zusammenhang mit dem Handlungsfeld Fairness definiert: Kaffee, Kakao, Tee, Palmöl, Fisch, Obst und Gemüse allgemein mit besonderem Fokus auf Bananen und Ananas sowie Baumwolle und Textilien und Natursteine. Für die Lieferkettenstufe der Verarbeitung orientiert sich die REWE Group an der Einschätzung von amfori: Diese Risikobewertung für Länder beruht auf den Governance-Indikatoren der Weltbank sowie weiteren Indizes und wird jährlich aktualisiert.1)

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

Die Rewe Group Handelsunternehmen (REWE, Penny, Billa) stellen einen Großteil ihrer Produkte nicht selbst her, sondern bezieht sie von anderen Marken.

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

Die Firma ist nach eigenen Angaben Mitglied bei bzw. unterstützt:
FSC -
  • In ihrer 2019 veröffentlichten Leitlinie für Fairness bekennt sich die Rewe Group dazu, innerhalb der Lieferketten aller Eigenmarkenprodukte von Rewe, Penny und toom Baumarkt Menschenrechte zu stärken, Arbeitsbedingungen zu verbessern und sowie einen fairen Handel zu fördern. Die Leitlinie definiert einen verbindlichen Handlungsrahmen für die Geschäftsbeziehungen mit Vertragspartnert und gibt Anforderungen sowie Ziele vor. Auf Basis aktueller Entwicklungen wird sie regelmäßig aktualisiert.2)
  • Die Lieferanten der REWE Group sind verpflichtet, Kinder unter 15 Jahren oder Kinder, die das gesetzliche Mindestalter für die Ableistung der Schulpflicht noch nicht erreicht haben, weder direkt noch indirekt zu beschäftigen. Ausnahmen können nur gemäß der ILO Regelungen gemacht werden. Des Weiteren muss der Lieferant zuverlässige Mechanismen zur Altersfeststellung der Mitarbeiter festlegen, bei der unter keinen Umständen erniedrigende oder unwürdige Behandlungen die Folge sein dürfen. Sofern der Lieferant dennoch Kinderarbeit feststellt, muss er unverzüglich Initiativen ergreifen, um Maßnahmen zur Sicherstellung des Schutzes der betroffenen Kinder zu ermitteln und umzusetzen. Für die Untersuchung und die Begleitung des Remedationprozesses im Falle von Kinderarbeit arbeitet die REWE Group mit dem Center for Childrens Rights and Business zusammen.3)
  • Das Unternehmen hat einen Code of Conduct und eine eigene Leitlinie zur Prävention von Kinderarbeit veröffentlicht.((Rewe Group, Code of Conduct))((Rewe Group, Leitlinie zur Prävention von Kinderarbeit))
  • Für ihre Lieferanten hat die Rewe Group ein Toolkit erstellt, das diese unterstützt die Anforderungen aus dem Code of Conduct und der Leitlinie zur Kinderarbeit anhand von praktischen Handlungsanleitungen, Beispielen und Checklisten umzusetzen.
     

 

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

Die Firma nutzt nach eigenen Angaben folgende Siegel bzw. Zertifikate:
  • Das Unternehmen kontrolliert (nach unserer Einschätzung) nicht alle relevanten Produktionsschritte. Um ausbeuterische Kinderarbeit für ein Endprodukt möglichst ausschließen zu können, müssen alle relevanten Produktionsschritte kontrolliert werden. Relevant sind Produktionsschritte in Ländern oder Regionen, für die bekannt ist, dass ausbeuterische Kinderarbeit in diesem Bereich regelmäßig vorkommt. Dies betrifft auch Vorprodukte über die gesamte Produktions- und Lieferkette hinweg, die das Unternehmen von Zulieferern bezieht.

  • Die Rewe Group hat alle Produktionsstätten der ersten Lieferkettenstufe aus definierten Risikoländern in ein Social-Improvement-Programm integriert: Sie müssen Audits nach anerkannten Standards ablegen, sowie an Schulungen teilnehmen. Die Rewe Group verpflichtet ihre Geschäftspartner unter anderem dazu, eine für die Prävention von Kinderarbeit zuständige Person zu benennen, Alterprüfungen durchzuführen oder Subunternehme durch die Rewe Group prüfen zu lassen.
  • Stellt die Rewe Group einen Fall von Kinderarbeit fest, erarbeitet sie mit der Kinderrechtsorganisation CCR CSR eine umfassende Lösung. Die Geschäftspartner müssen ihre internen Prozesse korrigieren und das Kind bis zum Erreichen des Mindestalter finanziell unterstützen.

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Laut Huffington Post hat CP Foods, ein Zulieferer von Penny (REWE-Group) einen Lieferanten beschäftigt, der seine Mitarbeiter aus Thailand, Kambodscha und Burma  wie Sklaven hielt. Auch von Folter und Hinrichtungen war die Rede.4)
  • REWE verkauft Produkte von Firmen, wie Nestlé, Barry Callebaut, Cargill, Mars, Mondelēz (Milka), die mit Kinderarbeit in Zusammenhang stehen5)

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • CP-Foods: Zwar gebe es keine regelmäßigen Geschäftsbeziehungen zu CP Foods, sagte ein Sprecher der Penny-Muttergesellschaft Rewe am Sonntag in Köln. Zur weiteren Zusammenarbeit mit dem Unternehmen werde Rewe aber eine „konsequente Entscheidung“ treffen. „Menschenrechtsverletzungen werden in keiner Weise geduldet.“ Penny habe im Frühjahr Hähnchenfleisch Süß-Sauer von CP Foods für eine Woche als Aktionsware im Verkauf gehabt. Zudem sagte der Sprecher: „Wir haben alle Eigenmarken gecheckt, da gibt es keine CP Foods-Produkte.“6)
  • Die REWE Group fördert den Aufbau von effektiven Beschwerdemechanismen in der Lieferkette. So will das Unternehmen sicherstellen, dass Missstände in den Lieferketten aufgedeckt werden können. Dies betrifft auch die Meldung von Fällen von Kinder- und Zwangsarbeit. Schon jetzt überprüft die REWE Group im Rahmen von Auditierungen und Zertifizierungen, ob Produktionsstätten ihren Beschäftigten eine Beschwerdemöglichkeit bieten. Zum Umgang mit Beschwerden hat die REWE Group einen systematischen Prozess entwickelt. Im Jahr 2020 gingen bei der REWE Group fünf Beschwerden ein. Alle fünf Fälle wurden bearbeitet, indem ein systematischer Prozess angewandt wurde. Ein Fall beinhaltete den Verdacht auf Zwangsarbeit und bei einem Fall bestand ein Verdacht auf Kinderarbeit. Beispielhaft wird der Fall einer Fabrik in Ägypten näher dargestellt: Im Rahmen eines amfori BSCI-Audits wurde im August 2020 ein Fall von Kinderarbeit aufgedeckt: Zwei 14-jährige Mädchen, die zeitweise aufgrund der Corona-Pandemie nicht zur Schule gehen konnten, arbeiteten für zwei Wochen in der Fabrik. Als auffiel, dass sie zu jung sind, wurden sie nach Auszahlung eines Monatslohns entlassen. Unmittelbar darauf wurde ein Null-Toleranz-Prozess eingeleitet, an dem sich alle amfori-Mitglieder, die Produkte der Fabrik beziehen, beteiligten. Die Kinderrechtsorganisation „The Centre of Child Rights and Business“ (ehemals Centre for Child Rights and Corporate Social Responsibility) untersuchte den Fall und entwickelte Vorschläge für Präventionsmaßnahmen und Abhilfe. So wurde ein Training durchgeführt, um die Mitarbeiter:innen der Fabrik und insbesondere die Personalabteilung zu sensibilisieren und bessere Alterskontrollen vor Arbeitsaufnahme einzuführen. Die Fabrik zahlte dem Mädchen bis zum Schulabschluss Nachhilfeunterricht.(( Email des Unternehmens vom 15.10.2021))

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Das Unternehme unterstützt sozial benachteiligte Jugendliche während der Schulzeit und beim Einstieg in das Berufsleben mit dem Ziel Chancengleichheit zu ermöglichen.
  • Die Rewe Group gehört seit 1996 zu den Hauptunterstützern der Tafeln.
  • Das Unternehmen unterstützt weltweit Schulbauprojekte, mit dem Ziel die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen zu verbessern.
  • Die Rewe Group arbeitet innerhalb der Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten (INA) an der Weiterentwicklung von existenzsichernden Löhnen und Einkommen und beteiligt sich an der Living Wage Advocay Iniative (LIWIN) um den Ursprüngen von Kinderarbeit zu begegnen.

(( Email des Unternehmens vom 05.11.21))

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus?

Die REWE Group hat mit der VeryFair-Schokolade ein Projekt ins Leben gerufen, bei dem ghanaische Farmer*innen mittels eines Preisaufschlages ein existenzsicherndes Einkommen garantiert wird. Zusätzlich erhalten die dort ansässigen Farmer*innen Schulungen zu Anbaupraktiken oder effizientere Bewirtschaftung von der INA.7)

Fußnoten, Links und Quellen:

  1. REWE – Leitlinie für Fairness []
  2. Email des Unternehmens vom 05.11.21 []
  3. Email des Unternehmens vom 15.10.2021 []
  4. https://www.focus.de/finanzen/news/unternehmen/garnelen-von-cp-foods-schwere-vorwuerfe-aldi-zulieferer-soll-sklaven-gehalten-haben_id_3919347.html []
  5. Tagesschau: Keine Schokolade ohne Kinderarbeit?, 03.03.2021 []
  6. https://www.focus.de/finanzen/news/nach-bericht-ueber-arbeitsbedingungen-auch-rewe-prueft-konsequenzen_id_3922664.html []
  7. Email des Unternehmens vom 15.10.2021 []

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