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Nestlé

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Unsere Branchenzuordnung:
Kaffee, Tee - Süßwaren - Lebensmittel

Produkte und Produktionsorte

Welche Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe sind in Bezug auf ausbeuterische Kinderarbeit besonders zu betrachten?

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

  • Nestlé ist weltweit tätig.1)

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

Die Firma ist nach eigenen Angaben Mitglied bei bzw. unterstützt:
  • Unternehmensgrundsätze: Nestlé ist gegen jede Form der Ausbeutung von Kindern. Das Unternehmen beschäftigt keine Kinder, welche laut Definition der zuständigen Behörden noch schulpflichtig sind.2)

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

Die Firma nutzt nach eigenen Angaben folgende Siegel bzw. Zertifikate:
  • Wichtige Zulieferer, mit denen Nestlé in einem Vertragsverhältnis steht, werden regelmäßigen – internen – Kontrollen unterzogen, um sicherzustellen, dass sie die Nestlé-Unternehmensgrundsätze einhalten oder aktiv daran arbeiten, diese umzusetzen.2)
  • Weiterhin führt die FLA seit 2012 jährliche Kontrollen der Kakao-Plantagen in Elfenbeinküste durch.

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Nestlé wurde wegen erzwungener Kinderarbeit angeklagt. Das Unternehmen wurde wegen Kinderhandel, Folterung und erzwungener Kinderarbeit betreffend Kultivierung und Ernte von Kakaobohnen, welche die Firmen (Nestlé S. A, Nestlé U.S.A., Archer Daniels Midland Co., Cargill Incorporated Company, Cargill Cocoa und West Africa S.A) aus Afrika importieren, beschuldigt. Der Sachverhalt betrifft Kinder aus Mali, die im Alter von 12-14 Jahren in die Elfenbeinküste verschleppt wurden und dort bis zu 14 Stunden täglich, ohne Lohn, ohne ausreichende Ernährung und Schlaf und häufig unter physischer Gewalt arbeiten mussten.3)
  • Insbesondere aus der Elfenbeinküste und anderen westafrikanischen Ländern sind ernsthafte Vorwürfe über ausbeuterische Kinderarbeit bekannt und in einer Studie des International Institute for Tropical Agriculture (IITA) belegt worden.

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Die Vorwürfe bezüglich erzwungener Kinderarbeit, Kinderhandels und der Folterung werden bislang dementiert.
  • Zur Verbesserung der Situation auf den Kakao-Plantagen stellte Nestlé einen Cocao Plan auf.4)
  • 2012 stellte Nestlé, als Reaktion auf die von der FLA kritisierten Verstöße, einen Aktionsplan auf.5)
  • Der Nestlé-Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck gab bei einer Veranstaltung von ACTARES (AktionärInnen für nachhaltiges Wirtschaften) im November 2010 öffentlich zu, dass es bisher nicht gelungen sei, die Kinderarbeit in der Kakaoproduktion auszumerzen.6)

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Unterzeichner des Kakaoprotokolls (Harkin-Engel-Protokoll)
  • Mitglied der 2003 durch die Schokoladenindustrie ins Leben gerufenen Initiative Responsible Cocoa, die einen Verhaltenskodex für nachhaltigen Kakaoanbau aufgestellt hat.7)

Im Rahmen des Cocoa Plan:

  • Mitglied der International Cocoa Initiative (ICI), welche sich als Allianz verschiedener Interessenvertreter gegen Kinderarbeit und für bessere Lebensbedingungen in den Anbauregionen Westafrikas einsetzen soll
  • Mitglied der World Cocoa Foundation (WCF)
  • Mitgründer des UTZ Zertifizierungsprogramms8)

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.

Fußnoten, Links und Quellen:

  1. Nestlé Wordlwide – aufgerufen am 28.05.2014 []
  2. Unternehmensgrundsätze von Nestlé bzgl. Kinderarbeit [] []
  3. humanrights.ch, 2005 []
  4. Link zum Nestlé Cocao Plan []
  5. Link zum Nestlé-Aktionsplan von 2012 []
  6. Artikel im „Tagesanzeiger“ vom 02.08.2012 []
  7. http://responsiblecocoa.com: []
  8. UTZ-Webseite []

19 Gedanken zu „Nestlé“

  1. Nestlé, Ferrero, Lindt und Konsorten kaufen wir schon lange nicht mehr. Das kostet anfangs beim Einkaufen etwas mehr Zeit, aber irgendwann weiß man, was sich wohinter verbirgt wie beispielsweise: hinter Wagner Pizzen steht Nestlé. Es gibt genug Alternativen. Manchmal denke ich, wenn ich Menschen KinderSchokolade kaufen sehe, man müsste ihnen sagen: von Kindern für Kinder.

  2. Konzerne wie Nestle und Kraft als moderne Sklaventreiber – abscheulich, aber leider wahr! Man sollte – nein, man MUSS – Produkte von diesen Firmen beim Einkauf meiden, um Zeichen zu setzen. Leider ist das gar nicht so einfach. Immerhin haben diese Konzerne einen fast schwindererregend hohen Marktanteil. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte auf Fairtrade und Bio umsteigen.

  3. …ich bin sprachlos und JA ich werde ab jetzt keine Nestle Produkte mehr kaufen. Ich hoffe, das viele Menschen dementsprechend reagieren. Und ich halte dies auch für sehr effektiv, denn das einzige Argument eines privaten Unternehmens sind die Verkaufszahlen! Es ist nur leider so, dass in unserer Gesellschaft Werte und Normen nicht mehr viel wert sind. Das hängt aber von jedem persönlich ab.
    Und natürlich geht das, ich bin Mutter von drei Kindern. Mein Großer war sehr schockiert darüber und möchte auch keine Nestle Sachen mehr essen (es gibt auch andere Leckereien!)…Werte vermitteln ist das Allerwichtigste, damit Kinder auch später für andere einstehen!

  4. Habe gerade im ORF einen Film über Kinderarbeit bei der Kakaoproduktion gesehen. Alle tun so als wüssten sie nicht. Ich bin sprachlos. Auch diverse Zertifizierungen sind eine Lüge.

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