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Nestlé

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Unsere Branchenzuordnung:
Kaffee, Tee - Süßwaren - Lebensmittel
Auf unsere Anfragen seit 16.06.2009 haben wir Antwort erhalten.


Produkte und Produktionsorte

Welche Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe sind in Bezug auf ausbeuterische Kinderarbeit besonders zu betrachten?

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

  • Nestlé ist weltweit tätig. 1)
  • Deutschlandweit hat Nestlé 14 Fabriken, weltweit sind es mehr als 400. Die meisten davon stehen in Nord- und Südamerika sowie in China. 2)

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

Die Firma ist Mitglied bei bzw. unterstützt (auch nach eigenen Angaben):
FLA - RSPO -
  • Der Einsatz von Kinderarbeit durch den Lieferanten ist strikt verboten. Kinderarbeit bezieht sich auf Arbeit, die geistig, körperlich, sozial, moralisch gefährlich oder schädlich für Kinder ist oder unsachgemäß in ihre Schulpflicht eingreift. 3)

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Auf Empfehlung der FLA hat Nestlé 2012 damit begonnen, in den ivorischen Kooperativen und Dörfern seiner Kakaolieferkette zusammen mit der International Cocoa Initiative (ICI) ein Überwachungs- und Korrektursystem („Child Labour Monitoring and Remediation System“ – CLMRS) aufzubauen. Ziel ist es, ein stärkeres Bewusstsein für Kinderarbeit in der ganzen Lieferkette zu schaffen und gefährdete Kinder oder nicht akzeptable Arbeitsbedingungen zu identifizieren, um dann entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Bis 2019 haben mehr als 87 landwirtschaftliche Kooperativen, die Nestlé mit Kakao beliefern, dieses Monitoringsystem eingerichtet. Im Zuge dessen wurden „Child Labor Agents“ und 1.640 Verbindungsleute in den Dörfern ausgebildet, die bis 2019 insgesamt mehr als 593.000 Menschen in den Dorfgemeinschaften zu Fragen der Kinderarbeit geschult und sensibilisiert haben. 4)
  • Weiterhin führt die FLA seit 2012 jährliche Kontrollen der Kakao-Plantagen in Elfenbeinküste durch. 5)
  • Nestle Cocoa Plan: Nestlé nutzt eine Kombination von Tools, darunter Zertifizierung, Kartierung der Lieferkette, Satellitenbilder und Landschaftsinitiativen, um eine 100 %ige Rückverfolgbarkeit bis zum Anbau des Kakaos zu erreichen, den es über den Nestlé Cocoa Plan kauft. 6)
  • Das Palmöl ist RSPO zertifiziert.7)

Welche Siegel bzw. Zertifikate nutzt die Firma (auch nach eigenen Angaben) um aubeuterischer Kinderarbeit vorzubeugen?

UTZ -

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Nestlé wurde wegen erzwungener Kinderarbeit angeklagt. Das Unternehmen wurde wegen Kinderhandel, Folterung und erzwungener Kinderarbeit betreffend Kultivierung und Ernte von Kakaobohnen, welche die Firmen (Nestlé S. A, Nestlé U.S.A., Archer Daniels Midland Co., Cargill Incorporated Company, Cargill Cocoa und West Africa S.A) aus Afrika importieren, beschuldigt. Der Sachverhalt betrifft Kinder aus Mali, die im Alter von 12-14 Jahren in die Elfenbeinküste verschleppt wurden und dort bis zu 14 Stunden täglich, ohne Lohn, ohne ausreichende Ernährung und Schlaf und häufig unter physischer Gewalt arbeiten mussten. 8)
  • Insbesondere aus der Elfenbeinküste und anderen westafrikanischen Ländern sind ernsthafte Vorwürfe über ausbeuterische Kinderarbeit bekannt und in einer Studie des International Institute for Tropical Agriculture (IITA) belegt worden.

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Die Vorwürfe bezüglich erzwungener Kinderarbeit, Kinderhandels und der Folterung werden bislang dementiert.
  • Zur Verbesserung der Situation auf den Kakao-Plantagen stellte Nestlé einen Cocao Plan auf. 9)
  • 2012 stellte Nestlé, als Reaktion auf die von der FLA kritisierten Verstöße, einen Aktionsplan auf. 10)
  • Der Nestlé-Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck gab bei einer Veranstaltung von ACTARES (AktionärInnen für nachhaltiges Wirtschaften) im November 2010 öffentlich zu, dass es bisher nicht gelungen sei, die Kinderarbeit in der Kakaoproduktion auszumerzen. 11)

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Unterzeichner des Kakaoprotokolls (Harkin-Engel-Protokoll)
  • Nestle Cocoa Plan: Nestlé nutzt eine Kombination von Tools, darunter Zertifizierung, Kartierung der Lieferkette, Satellitenbilder und Landschaftsinitiativen, um eine 100 %ige Rückverfolgbarkeit bis zum Anbau des Kakaos zu erreichen, den es über den Nestlé Cocoa Plan kauft. 6)
  • Mitgründer des UTZ Zertifizierungsprogramms 12)
  • Nestlé will das Risiko von Kinderarbeit reduzieren, indem Kakaobauern einen finanziellen Anreiz für die Anmeldung ihrer Kinder in der Schule erhalten sollen. 2022 will Nestlé laut eigenen Angaben 10.000 Familien in der Elfenbeinküste berücksichtigen, ab 2024 auch Kakaobauern in Ghana. 13)

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.


Fußnoten, Links und Quellen:

  1. Nestlé Wordlwide – aufgerufen am 30.11.2022
  2. Handelsblatt: Niemand produziert so viel Nahrung wie Nestlé – diese Marken und Produkte sollten Sie kennen, 15.10.2020
  3. Nestlé, Supplier Code of Conduct, aufgerufen am 30.11.2022
  4.   Nestlé bzgl. Kinderarbeit, aufgerufen am 30.11.2022
  5. Nestlé bzgl. Kinderarbeit, aufgerufen am 30.11.2022
  6. Nestlé, CocoaPlan, aufgerufen am 30.11.2022
  7. Nestlé möchte bis 2023 100% RSPO-zertifiziertes, segregiertes Palmöl beziehen, 18.07.2018
  8. humanrights.ch, 2005
  9. Link zum Nestlé Cocao Plan
  10. Link zum Nestlé-Aktionsplan von 2012
  11. Artikel im „Tagesanzeiger“ vom 02.08.2012
  12. UTZ-Webseite
  13. dw: Nestlé will Kakaobauern Schulprämie zahlen, 27.01.2022

19 Gedanken zu „Nestlé“

  1. Nestlé, Ferrero, Lindt und Konsorten kaufen wir schon lange nicht mehr. Das kostet anfangs beim Einkaufen etwas mehr Zeit, aber irgendwann weiß man, was sich wohinter verbirgt wie beispielsweise: hinter Wagner Pizzen steht Nestlé. Es gibt genug Alternativen. Manchmal denke ich, wenn ich Menschen KinderSchokolade kaufen sehe, man müsste ihnen sagen: von Kindern für Kinder.

  2. Konzerne wie Nestle und Kraft als moderne Sklaventreiber – abscheulich, aber leider wahr! Man sollte – nein, man MUSS – Produkte von diesen Firmen beim Einkauf meiden, um Zeichen zu setzen. Leider ist das gar nicht so einfach. Immerhin haben diese Konzerne einen fast schwindererregend hohen Marktanteil. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte auf Fairtrade und Bio umsteigen.

  3. …ich bin sprachlos und JA ich werde ab jetzt keine Nestle Produkte mehr kaufen. Ich hoffe, das viele Menschen dementsprechend reagieren. Und ich halte dies auch für sehr effektiv, denn das einzige Argument eines privaten Unternehmens sind die Verkaufszahlen! Es ist nur leider so, dass in unserer Gesellschaft Werte und Normen nicht mehr viel wert sind. Das hängt aber von jedem persönlich ab.
    Und natürlich geht das, ich bin Mutter von drei Kindern. Mein Großer war sehr schockiert darüber und möchte auch keine Nestle Sachen mehr essen (es gibt auch andere Leckereien!)…Werte vermitteln ist das Allerwichtigste, damit Kinder auch später für andere einstehen!

  4. Habe gerade im ORF einen Film über Kinderarbeit bei der Kakaoproduktion gesehen. Alle tun so als wüssten sie nicht. Ich bin sprachlos. Auch diverse Zertifizierungen sind eine Lüge.

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