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Lidl

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Unsere Branchenzuordnung:

Produkte und Produktionsorte

Welche Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe sind in Bezug auf ausbeuterische Kinderarbeit besonders zu betrachten?

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

  • Lidl-Produkte werden von wechselnden Herstellern aus der ganzen Welt produziert.1)
  • Non-Food-Produkte insbesondere auch aus Bangladesch, China
  • Kakao für Lidl-Schokoladen wird auf dem Weltmarkt eingekauft und kommt damit auch aus Westafrika und höchstwahrscheinlich auch aus der Elfenbeinküste.2)

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

Die Firma ist nach eigenen Angaben Mitglied bei bzw. unterstützt:
  • Lidl trat 2006 als erster Discounter der Business Social Compliance Initiative (BSCI) bei.3)4)
  • Die Mitgliedschaft im BSCI verpflichtet zu einem einheitlichen Verhaltenskodex, der auf der UN-Deklaration der Menschenrechte, den grundlegenden Arbeitsrechten der ILO und den UN-Konventionen zu Kinderrechten beruht und Kinderarbeit somit ausschließt.

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

Die Firma nutzt nach eigenen Angaben folgende Siegel bzw. Zertifikate:
  • Non-Food-Produkte werden speziell im Auftrag von Lidl produziert und bereits intern bei der Produktion vor Ort auf Einhaltung vorgegebener Qualitätsmerkmale kontrolliert.
  • In diesem Rahmen sind die Kontrolleure auch angewiesen, u.a. auf Verstöße gegen das Verbot von Kinderarbeit zu achten. Es wurden so bereits mehrere zehntausend Kontrollen weltweit durchgeführt.5)

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Unterstützung : Durchführung von sozialen Projekten meist in Verbindung mit Sponsoring-Aktivitäten finden in erster Linie in den Ländern mit Lidl-Filialen statt.6)

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus?

  • Lidl führt unter der Eigenmarke „Fairglobe“ ein kleines, mit dem Transfair-Siegel ausgezeichnetes Fairtrade-Sortiment (Schokolade, Bananen, Orangensaft, Tee, Kaffee, Reis, Rohrzucker).
  • Bei der Produktion von Textilien für Lidl in Bangladesch sollen zahlreiche Sozialstandards nicht eingehalten worden sein.7) . Kinderarbeit wurde in der Produktion für Lidl zwar nicht festgestellt, jedoch führen Löhne, die nicht zur Existenzsicherung ausreichen, regelmäßig dazu, dass Kinder zum Familieneinkommen beitragen müssen.
  • Aus Ecuador wird von der Verletzung grundlegender Arbeits- und Gewerkschaftsrechte der BananenarbeiterInnen und von Kinderarbeit sowie von Dumpingpreisen für kleine ProduzentInnen berichtet.8)
  • Lidl ist bereits mehrfach in die Kritik geraten. Gegenstand waren häufig die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. So warfen Gewerkschaften dem Unternehmen vor, die Bildung von Betriebsräten systematisch zu verhindern. 2004 erhielt Lidl die alternative Negativauszeichnung Big Brother Award, die unter Beteiligung des Chaos Computer Clubs verliehen wird, in der Kategorie Arbeitswelt.9)
  • Nach Recherchen des Nachrichtenmagazins Stern hatte Lidl seine eigenen Beschäftigten über mehrere Jahre in über 500 Filialen durch Detekteien systematisch überwachen lassen. Bei der Überwachung wurden u. a. Toilettengänge der Mitarbeiter protokolliert und auch vereinzelt Kunden bei der Eingabe ihrer PIN gefilmt. Dieses Vorgehen bedeutet einen schweren Verstoß gegen den Datenschutz. Wegen der Bespitzelung von Mitarbeitern muss das Unternehmen insgesamt 1,462 Millionen Euro Bußgeld bezahlen, wobei rund 350.000 Euro Strafe für die Nichtbestellung von betrieblichen Datenschutzbeauftragten in allen 35 Vertriebsgesellschaften verhängt wurden.10)
  • Als Reaktion auf unsere Anfragen hat Lidl Earthlink zu einem Gespräch eingeladen. Lidl gibt sich darin gegenüber EarthLink bemüht, aufzuzeigen, dass auch soziale Aspekte bei der Produktion ihres Warenangebotes berücksichtigt werden. Wie existenzsichernde Löhne bspw. für die Produktion von T-Shirts, Jeans und Schuhen möglich sein sollen, die für wenige Euro in den Lidl-Filialen verkauft werden, erklärt Lidl nicht.5)

Fußnoten, Links und Quellen:

  1. Eintrag über Lidl bei wikipedia.org []
  2. Mitteilung in einem persönlichen Gespräch am 25.02.2009 mit den Abteilungsleitern Einkauf International und Gesellschaft und Umwelt []
  3. <a href=“http://www.lidl.de/cps/rde/xchg/lidl_de/hs.xsl/5705.htm []
  4. Kampagne für saubere Kleidung: Firmenprofil Lidl; nicht mehr verfügbar []
  5. Mitteilung in einem persönlichen Gespräch am 25.2.2009 mit den Abteilungsleitern Einkauf International und Gesellschaft und Umwelt [] []
  6. Infos dazu auf der Firmen-Website []
  7. {{http://www.saubere-kleidung.de/downloads/publikationen/2008-01_Brosch-Lidl-KiK_de.pdf“>Studie „Wer bezahlt unsere Kleidung bei Lidl und KiK?“}} der Kampagne für ‚Saubere‘ Kleidung []
  8. Pressemitteilung von Attac []
  9. BigBrotherawards.de []
  10. Eintrag über Lidl bei wikipedia.org []

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