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Ikea

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Unsere Branchenzuordnung:
Waren- und Handelshäuser - Lifestyle - Sonstiges
Auf unsere Anfragen seit 18.08.2005 haben wir Antwort erhalten.


Produkte und Produktionsorte

Welche Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe sind in Bezug auf ausbeuterische Kinderarbeit besonders zu betrachten?

  • Skandinavien, Asien, insbesondere auch China, Russland
  • Die IKEA Produkte werden bei ca. 1.300 Lieferanten weltweit hergestellt. 1)
  • IKEA macht keine öffentlichen Angaben über genaue Produktionsstätten, auch nicht auf konkrete persönliche Nachfrage 1)

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

Die Firma ist nach eigenen Angaben Mitglied bei bzw. unterstützt:
FSC -
  • IKEA spricht sich in dem Inter IKEA Group Code of Conduct und IWAY Supplier Code of Conduct gegen Kinderarbeit aus 2) 3)
  • IKEA akzeptiert keine Kinderarbeit. Das Unternehmen arbeitet laut eigenen Angaben gemeinsam mit seinen Lieferanten und Partnern für die Förderung der Kinderrechte in der gesamten Wertschöpfungskette.
    Bei Kindern, die das gesetzliche Mindestalter erreicht haben, verpflichtet sich IKEA, ihnen zu helfen einen Zugang zu menschenwürdigen Arbeitsmöglichkeiten zu erhalten, indem sie ihre Lieferanten dazu ermutigen, sie zu beschäftigen.
  • Jeder potentielle oder bestätigte Fall in der Lieferkette muss Ikea sofort gemeldet werden. 3)
  • Kinder verrichten keine Arbeit unter dem gesetzlichen Mindestalter. Berufsauszubildende dürfen jedoch ab 14 Jahren an der Ausbildung teilnehmen. 3)
  • IKEA beachtet ILO-Konventionen bezüglich Kinderarbeit. 4)

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Das Unternehmen kontrolliert (nach unserer Einschätzung) nicht alle relevanten Produktionsschritte. Um ausbeuterische Kinderarbeit für ein Endprodukt möglichst ausschließen zu können, müssen alle relevanten Produktionsschritte kontrolliert werden. Relevant sind Produktionsschritte in Ländern oder Regionen, für die bekannt ist, dass ausbeuterische Kinderarbeit in diesem Bereich regelmäßig vorkommt. Dies betrifft auch Vorprodukte über die gesamte Produktions- und Lieferkette hinweg, die das Unternehmen von Zulieferern bezieht.

  • Sollte Kinderarbeit an Orten gefunden werden die unter IKEA, in den Geltungsbereich IWAY fallen, verlangt IKEA sofortige Korrektur – und Präventivmaßnahmen, die immer im besten Interesse für das Kind sein müssen. 4)
  • IKEA übernimmt die Verantwortung, die Lieferanten und Dienstleister während des IWAY Umsetzungsprozess zu überwachen. Um die Einhaltung der Auflagen sicherzustellen und zu unterstützen und Entwicklungen verfolgen, hat IKEA ein eigenes Team von Wirtschaftsprüfern, die regelmäßig angekündigte und unangekündigte IWAY-Audits bei Lieferanten durchführen und für die Überprüfung und Nachverfolgung von Aktionsplänen im Falle von Nichteinhaltungen und Unterstützung der Lieferanten bei der IWAY-Implementierung sorgen. Darüber hinaus hat IKEA auch die Compliance and Monitoring Group, eine interne unabhängige Gruppe, die für die unabhängige Überprüfung der Umsetzung und Einhaltung von Aktivitäten im Zusammenhang mit IWAY und Nachhaltigkeit verantwortklich ist. 5)
  • IKEA behält sich das Recht vor, jederzeit unangemeldete Besuche an allen Produktionsstätten für Waren, Materialien und Dienstleistungen, die zur Lieferung an IKEA bestimmt sind, einschließlich Unterlieferanten durchzuführen. 5)
  • Darüber hinaus hat IKEA unabhängige Drittunternehmen mit der Durchführung von Inspektionen beauftragt Namen von IKEA, um die Einhaltung von IWAY sicherzustellen. 5)
  • Auf einen konkreten Verdachtsfall hin angesprochen, zeigt IKEA keine Bereitschaft dies objektiv zu klären. Weder werden Berichte von angeblich durchgeführten Überprüfungen veröffentlicht, noch wird eine eigene Überprüfung der Produktionsstätte ermöglicht. 6)

Welche Siegel bzw. Zertifikate nutzt die Firma (auch nach eigenen Angaben)?

UTZ -

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Es gab den Vorwurf von Kinderarbeit in einer Teppichfabrik in Indien sowie in Pakistan. 7)
  • Im Geschäftsjahr 2005 wurden bei von IKEA beauftragten Kontrollen in Südasien 4 Fälle von Kinderarbeit, in China 7 Fälle entdeckt. 1)

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • IKEA hat die Geschäftsbeziehungen zu der Teppichfabrik beendet. 1)
  • Außerdem  hat IKEA als Konsequenz Im Jahr 2010 eine Initiative ins Leben gerufen, um die Teppichproduktion zu verbessern. 8)
  • Wird bei einer Produktionsstätte Kinderarbeit festgestellt, fordert IKEA den Lieferanten auf, einen Aktionsplan zu Korrektur- und vor allem Vorbeugungsmaßnahmen aufzustellen. Der Lieferant wird 6 Monate auf Probe gestellt und muss in dieser Zeit zeigen, dass er effektive Maßnahmen zur Vorbeugung von Kinderarbeit ergriffen hat. 1)
  • Der Lieferant ist für die volle Wiedereingliederung des betroffenen Kindes, wie z.B. eine Ausbildung oder ein Schulbesuch, verantwortlich. Damit möchten IKEA verhindern, dass Kinderarbeit von einer Produktionsstätte zur nächsten verschoben wird. 1)

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • 2005 wurde die „IKEA Sozialinitiative“ gegründet. Diese basiert auf der Verpflichtung, den vielen Kindern weltweit einen besseren Alltag zu schaffen und sich für die Rechte und Überlebenschancen von Kindern einzusetzen, damit diese nachhaltig und dauerhaft verbessert werden. Dies bedeutet, dass IKEA sich an Projekten von UNICEF und „Save the children“ mit nachhaltigen und langfristigen Investitionen beteiligt. 9)
  • Gemeinsam mit der UNO-Flüchtlingshilfe hat IKEA die Kampagne „Gemeinsam für alle Geflüchteten“ ins Leben gerufen. 10)
  • Unterstützt Kampagnen von UNICEF gegen Kinderarbeit in Indien, v.a. im Teppichgürtel Nordindiens 11)
  • IKEA ist seit 1993 Partner der Organisation „Save the children“. Durch Spendenaktionen werden, beispielsweise in Bangladesch, gezielt Projekte gegen ausbeuterische Kinderarbeit unterstützt. 12)

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus?

  • IKEA ist größter finanzieller Partner von UNICEF ( 180 Millionen USD: Jahr) 13)
  • Während der Covid-19 Pandemie hat IKEA in Zusammenarbeit mit Save the Children mehrere Projekte zur Resilienzstärkung von Kindern und Jugendlichen in Unterkünften für Geflüchtete unterstützt. 14)
  • Seit 2002 arbeiten der IKEA Konzern und der WWF zusammen, um
    verantwortungsvolle Forstwirtschaft, umweltgerechten und
    sozialverträglichen Baumwollanbau und Klimaschutz zu fördern. 15)

Fußnoten, Links und Quellen:

  1. persönliche Mitteilung der Pressestelle von IKEA-Deutschland vom 8.12.2006
  2. Inter IKEA Group Code of Conduct, aufgerufen am 14.07.2022
  3. IWAY – The IKEA Way of Responsibly Procuring Products,Services, Materials and Components, aufgerufen am 14.07.2022
  4. IKEA, IWAY Preventing Child labour and supporting young workers. german, aufgerufen am 14.07.2022
  5. IKEA, Iway- Purchasing-Products Materials Services, aufgerufen am 14.07.2022
  6. eigene Erkenntnisse aus 2006/2007
  7. Vorwürfe in Buch: Die Wahrheit über IKEA
  8. IKEA, Engagement, Lieferanten und Produktion bei IKEA, aufgerufen am 14.07.2022
  9. IKEA
  10. IKEA, Engagement, Gemeinsam für alle Geflüchteten, aufgerufen am 14.07.2022
  11. s. IKEA-Homepage: UNICEF
  12. save the children
  13. Reuters
  14. Save the Children, unsere Partner, Ikea, aufgerufen 14.07.2022
  15. WWF, Ikea Partnerschuft Umweltschutz, aufgerufen am 14.07.2022

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