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DILLING

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Unsere Branchenzuordnung:
Mode, Bekleidung, Textilien
Auf unsere Anfragen seit 11.07.2022 haben wir Antwort erhalten.


Produkte und Produktionsorte

Welche Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe sind in Bezug auf ausbeuterische Kinderarbeit besonders zu betrachten?

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

  • Den Rohstoff Merino-Wolle bezieht das Unternehmen nach eigenen Angaben aus Patagonien, Argentinien. 1)
  • Die Baumwolle stammt aus Indien und Seide aus China. 2)
  • Gesponnen wird in Deutschland und gestrickt in Dänemark. Ca. 80 % der Stoffe werden in Dänemark in DILLINGs eigener Färberei gefärbt. Der Rest wird in Deutschland und Polen gefärbt. 2)
  • Geschnitten werden die Stoffe in einer eigenen Zuschnittabteilung in Litauen und in einer eigenen Näherei auch in Litauen oder bei externen Lieferanten in Weißrussland genäht (Der Vertrag wurde aufgrund des Krieges in der Ukraine gekündigt). 2)
  • Das Unternehmen betont, dass es in seiner Produktion so transparent sein möchte wie möglich. Es produziert nach eigenen Angaben fast ausschließlich in Europa (hauptsächlich EU, Strümpfe kämen aus der Türkei und früher auch aus China) und benennt zu den einzelnen Produktionsschritten (Spinnen, Stricken, Färben, Zuschneiden, Nähen) auch die einzelnen Produktionspartner bzw. Lieferanten von dort. Dies würde auch kürzere Transportwege bedeuten, als eine Produktion im Fernen Osten. 3)

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

Die Firma ist nach eigenen Angaben Mitglied bei bzw. unterstützt:
BSCI -
  • Das Unternehmen gibt in einer Email an uns an, dass Kinderarbeit in seiner Lieferkette nicht toleriert wird. 2)
  • DILLING ist vom Nordic Ecolabel zertifiziert. Das Label wird von den Regierungen von Finnland, Norwegen, Schweden, Dänemark und Island vergeben und durch Prüfinstitute kontrolliert. Alle drei bis vier Jahre werden die Kriterien überarbeitet und dabei oft verschärft. Tritt eine neue Version der Kriterien in Kraft, müssen die Unternehmen ihre Produkte erneut zertifizieren lassen. Als Anforderung gilt die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen und Verbot von Kinderarbeit. 4)
  • Alle Garne sind von GOTS zertifiziert und in Bezug auf seine beiden Nähereien (eigene in Litauen und externe in Weißrussland) haben sie in diesem Frühjahr eine „A“ BSCI-Bewertung erhalten. 2)
  • An den angegebenen Produktionsstandorten in EU-Europa kann systematisches Vorkommen von ausbeuterischer Kinderarbeit ausgeschlossen werden. Durch die GOTS-Zertifizierung der Strümpfe aus der Türkei, kann auch hier vermutet werden, dass systematisches Vorkommen von ausbeuterischer Kinderarbeit ausgeschlossen ist.
  • Bisher liegen uns keine Hinweise auf Kinderarbeit in der Schafaufzucht und beim Scheeren in Patagonien / Argentinien vor.

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Das Unternehmen kontrolliert (nach unserer Einschätzung) nicht alle relevanten Produktionsschritte. Um ausbeuterische Kinderarbeit für ein Endprodukt möglichst ausschließen zu können, müssen alle relevanten Produktionsschritte kontrolliert werden. Relevant sind Produktionsschritte in Ländern oder Regionen, für die bekannt ist, dass ausbeuterische Kinderarbeit in diesem Bereich regelmäßig vorkommt. Dies betrifft auch Vorprodukte über die gesamte Produktions- und Lieferkette hinweg, die das Unternehmen von Zulieferern bezieht.

  • DILLING produziert einen Großteil seiner Textilien in eigenen Produktionsstätten. 
  • Desweiteren ist DILLING vom Nordic Ecolabel zertifiziert und seine Nähanlagen wurden von einem externen Auditor (BSCI) geprüft.
  • Beim Rohgewebe vertraut das Unternehmen auf seine GOTS-Zertifikate und bei Merinowolle auch auf den RWS (Responsible Wool Standard). 2)
  • Die externen Kontrollen des Ecolabels finden alle drei bis vier Jahre statt. 4)

Welche Siegel bzw. Zertifikate nutzt die Firma (auch nach eigenen Angaben)?

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Woher genau die Baumwolle in den Produkten des Unternehmens stammt, ist uns nicht bekannt. Ein Großteil der Baumwolle auf dem Weltmarkt stammt aus Indien, Pakistan, Usbekistan und Ägypten. Von hier sind ernsthafte Vorwürfe über ausbeuterische Kinderarbeit im Baumwollanbau und Baumwollernte bekannt geworden.

  • In direktem Bezug auf dieses Unternehmen bzw. diese Marke sind uns keine Vorwürfe zu Kinderarbeit bekannt.

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Es bedarf nach unserer Kenntnis keiner Reaktion, da uns keine konkreten Vorwürfe bekannt sind.

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus?

Das Unternehmen unterstützt nach eigenen Angaben seit einigen Jahren den Deutschen Allergie and Asthmabund mit einer Spende. 5)


Fußnoten, Links und Quellen:

  1. Dilling: Tierwohl von Schafen in Patagonien, Abruf: 10.07.2022
  2. Email des Unternehmens vom 08.08.2022
  3. Dilling: In Europa hergestellt, Abruf 10.07.2022
  4. Utopia, Nordic Ecoloabel, 09.12.2018
  5. Dilling: Gemeinsam fokussieren wir uns auch dieses Jahr auf Asthma und Allergien, Abruf: 10.07.2022

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