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Columbia Sportswear Company

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Unsere Branchenzuordnung:
Mode, Bekleidung, Textilien - Sportartikel und -bekleidung
Auf unsere Anfragen seit 14.09.2012 haben wir Antwort erhalten.


Produkte und Produktionsorte

Welche Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe sind in Bezug auf ausbeuterische Kinderarbeit besonders zu betrachten?

  • Die Bekleidung, Accesoires und sonstige Ausstattung werden in 15 Ländern produziert, die Mehrheit davon in China und Vietnam. Die Schuhe der Columbia Sportswear Company werden in drei Ländern gefertigt, der Großteil davon wiederum in China und Vietnam. 1) Die Clean Clothes Campaign gibt folgende Produktionsorte an: Ägypten, Bangladesch, China, Volksrepublik, El Salvador, Indien, Indonesien, Kambodscha, Korea, Republik, Mexiko, Nicaragua, Pakistan, Philippinen, Sri Lanka, Taiwan, Vereinigte Staaten, Vietnam. 2)

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

Die Firma ist nach eigenen Angaben Mitglied bei bzw. unterstützt:
FLA -
  • Die Unternehmensgrundsätze der Columbia Sportswear Company werden in einem Code of Conduct festgehalten, der den Namen Standards of Manufacturing Practices (SMP) trägt. Die Übereinstimmung mit den Standards ist Voraussetzung für Zulieferer für eine Geschäftsbeziehung mit Columbia. Der Kodex verlangt, dass alle relevanten lokalen Arbeitsgesetze eingehalten werden müssen. Die Standards verlangen von den Zulieferern, nur Arbeiter einzustellen, die (a) das lokale Mindestbeschäftigungsalter erreicht haben, (b) das Alter zur Schulpflicht im Herstellungsland überschritten haben und (c) mindestens 15 Jahre alt sind (ILO-Konvention 138)3)
  • Columbia ist Category-B-Mitglied der Multi-Stakeholder-Initiative Fair Labor Association (FLA). Die Clean Clothes Campaign (CCC) betont zwar die internationale Umstrittenheit der FLA, da deren Sozialstandards sehr niedrig seien. Aufgrund der Tatsache, dass Kinderarbeit aber auch nach der FLA verboten ist, wirkt sich diese wohl berechtigte Kritik nicht auf unsere Bewertung aus. 2)

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

  • Die Columbia Sportswear Company beschäftigt ein Team von Corporate Responsibility-Spezialisten, die regelmäßige Audits und Bewertungen ihrer Lieferanten anhand ihrer SMP durchführen. Die meisten Audits werden unangekündigt durchgeführt.
  • Für Fabriken mit höherer Leistung hat Columbia das von der Bekleidungs- und Schuhindustrie gemeinsam entwickelte Social & Labor Converged Assessment Framework (SLCP) übernommen, eine Selbstbewertung mit Verifizierungsmodell, mit der Erwartung, dass dieser Ansatz die „Supplier Ownership“ ihres internen Personalmanagements fördern und auch die Prüfungsmüdigkeit reduzieren wird, da das SLCP-Modell auch eine Plattform zum Teilen von Bewertungen umfasst.
  • Um die SMP-Leistung seiner Lieferanten zu verfolgen, hat das Unternehmen eine SMP-Scorecard entwickelt, die es ermöglicht, die Leistung anhand der folgenden Kriterien zu bewerten und zu verfolgen: Audit-Leistung, Sanierungsbemühungen, Verwaltungs-Systeme, Transparenz. Columbia verwendet den SMP-Score, der monatlich aktualisiert wird, um den Supportbedarf seiner Lieferanten zu bestimmen. Die Unterstützung reicht vom zusätzlichen Kompetenzaufbau für leistungsschwächere Lieferanten bis hin zur Teilnahme an Sonderprojekten wie dem HER-Projekt für leistungsstärkere Lieferanten. Der SMP-Score ist auch ein wichtiger Bestandteil der allgemeinen Lieferantenbewertungen, der als Grundlage für saisonale Beschaffungsentscheidungen dient. 4)

Welche Siegel bzw. Zertifikate nutzt die Firma (auch nach eigenen Angaben)?

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Die Textilien des Unternehmens wurden (womöglich) in asiatischen Ländern wie Indien und Bangladesh oder (womöglich) in südafrikanischen Ländern wie Lesotho oder Swasiland produziert. Aus diesen Ländern wird immer wieder über Kinderarbeit bei der Textilproduktion berichtet.

  • Ob das Unternehmen Produkte aus solchen Produktionsstätten oder Plantagen bezieht oder nicht, hat es uns nicht mitgeteilt. Soweit das Unternehmen keine wirksamen Kontrollen seiner eigenen Produktionsstätten und der seiner Vorlieferanten durchführen lässt, kann Kinderarbeit nicht ausgeschlossen werden.

  • In direktem Bezug auf dieses Unternehmen bzw. diese Marke sind uns keine Vorwürfe zu Kinderarbeit bekannt.

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Sollte bei einem Zulieferer ein Fall von Kinderarbeit auftreten, wäre die Fabrik dazu verpflichtet, das Arbeitsverhältnis mit dem Kind sofort zu beenden. Anschließend muss gewährleistet werden, dass das Kind eine Schulausbildung bekommt. Der Lohn wird während der Schulausbildung weitergezahlt. Nach Erreichen des Mindestalters muss dem Kind wieder ein Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt werden. 1)

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.


Fußnoten, Links und Quellen:

  1. eMail-Antwort der Columbia Sportswear Company an earthlink vom 10.10.2012
  2. Clean Clothes Österreich – Firmenprofil Columbia
  3. Columbia Sportswear Company – Standards of Manufacturing Practices, aufgerufen am 11.01.2022
  4. Columbia Sportswear, Coorporate Responsibility, aufgerufen am 11.02.2022

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