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Aldi

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Unsere Branchenzuordnung:
Mode, Bekleidung, Textilien - Sportartikel und -bekleidung - Kaffee, Tee - Süßwaren - Tropische Früchte und Säfte - Erfrischungsgetränke und Säfte - Spielwaren - Waren- und Handelshäuser - Elektronik - Lebensmittel - Tiernahrung

Produkte und Produktionsorte

Welche Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe sind in Bezug auf ausbeuterische Kinderarbeit besonders zu betrachten?

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

  • Produkte wie Kaffee, Kakao, Tee und Schokolade stammen aus Ländern, in denen Kinderarbeit möglich ist.
  • Baumwolle für den Textilbereich stammt größtenteils aus Afrika, die Verarbeitung findet Asien statt.
  • Aldi verkauft mittlerweile viele Produkte, die zertifiziert sind. Bei nicht zertifizierten Produkten lässt sich Kinderarbeit nicht ausschließen.((aldi, Verantwortung, Stand Juni 2021))

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

Die Firma ist nach eigenen Angaben Mitglied bei bzw. unterstützt:

Die ALDI Richtlinie zum Umgang mit Kinderarbeit((aldi, Code of Conduct, Stand November 2021)) basiert auf:

• der UN-Kinderrechtskonvention (United Nations Convention on the Rights of the Child, UNCRC).

• den von der Internationalen Arbeitsorganisation („International Labour Organization“, ILO) verabschiedeten Konventionen Nr. 138 (Mindestalter für Beschäftigung) und Nr. 182 (Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit).

• den Grundsätzen zu Kinderrechten und unternehmerischem Handeln („Children’s Rights and Business Principles”)

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

Die Firma nutzt nach eigenen Angaben folgende Siegel bzw. Zertifikate:
  • Die Produkte werden entsprechend der Siegel kontrolliert.
  • In Asien, dem Sitz der meisten für Aldi eingesetzten Produktionsstätten im Bereich Non-Food, arbeitet Aldi mit dem „Center for Child Rights and Corporate Social Responsibility“ (CCR CSR) zusammen.
  • Kontrollen übernimmt Aldi nur für Produkte der Eigenmarken.

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Das Unternehmen bezieht wahrscheinlich Kakao aus der Elfenbeinküste (woher 40% des auf dem Weltmarkt gehandelten Kakaos stammt) oder anderen westafrikanischen Ländern. Von hier sind ernsthafte Vorwürfe über ausbeuterische Kinderarbeit bekannt und in einer Studie des International Institute for Tropical Agriculture (IITA) belegt worden.

  • in China sollen Zulieferer von ALDI Kinder beschäftigt haben1)
  • Ebenso sollen in Indonesien illegal Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren beschäftigt worden sein2)
  • Im ÖKO-TEST-Ratgeber „Essen und Trinken 2013“ wurden verschiedene Schokoladen darauf getestet, wie fair sie produziert werden. ÖKO-TEST bewertet eine Schokolade von Moser Roth (Aldi) mit „unfair“. Laut ÖKO-TEST bemüht sich das Unternehmen nicht missbräuchliche Kinderarbeit zu verhindern.3)
  • Beim Oxfam Supermarktcheck 2018 zu Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen in den Lieferketten erreichte Aldi Süd nur 1%.4)

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Vergleiche hierfür Punkt 7 in der Publikation von Südwind (2007); S. 73-75: Stellungnahme von ALDI und Kommentar von Südwind
  • Auf Nachfrage von Spiegel Online bezüglich der Textifabrik Fu Yuen dementierte Aldi einige der Vorwürfe, wollte jedoch Nachforschungen anstellen.((focus online: Schuften im Tropenparadies, 18.03.2019))
  • Aldi Süd hat seit dem Supermarkt Check von Oxfam 2018 die Menschenrechtssituation in seinen Lieferketten deutlich verbessert. Sie erreichen mittlerweile in den Bereichen Arbeiter:innenrechte und Transparenz 35% bzw. 31%. Ihre Gesamtbewertung ist in zwei Jahren von 1% auf 25% gestiegen. Aldi Nord hat hingegen eine Gesamtbewertung von 18% erreicht.((Oxfam Supermarktcheck, 2018))

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Es liegen uns hierzu keine aussagekräftigen Informationen vor.

  • Mit dem ALDI Factory Advancement (AFA) Project engagiert sich Aldi Süd für Menschenrechte in der Bekleidungsindustrie.
  • ALDI setzt sich das Ziel, weltweit durchschnittlich 30 % recyceltes Material in Kunststoffverpackungen einzusetzen.

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus?

Fußnoten, Links und Quellen:

http://www.supermarktmacht.de/2010/11/sudwind-studie-aldi-textilschnappchen-recht-und-billig-arbeitsbedingungen-bei-aldi-zulieferern-in-china-und-indonesien-pdf-3793-25-kb/

  1. vgl. Südwind-Studie (2007) – S. 33 ff; Fallbeispiel 1: Arbeitsbedingungen in chinesischen Zulieferfabriken von ALDI []
  2. vgl. Südwind-Studie (2007) – S. 60 ff; Fallbeispiel 2: Arbeitsbedingungen in Zulieferfabriken der deutschen Firma Huber – eines ALDI Lieferanten in Indonesien []
  3. ÖKO-TEST-Zeitschrift „Ratgeber Essen und Trinken 2013“ – Genuss und Verdruss, S. 104/105 []
  4. Oxfam Supermarktcheck, 2018))
  5. Aldi lässt unter anderem in der Textilfabrik Fu Yuen in Myanmar produzieren, welche im März 2019 wegen Mißachtung der Menschenrechte auffiel. ((focus online: Schuften im Tropenparadies, 18.03.2019 []

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