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Adidas

Zu Adidas gehören die Marken / Firmen:
Reebok

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit
Kontrollen der Produktionsstätten
Vorwürfe bzgl. Kinderarbeit
Unsere Branchenzuordnung:
Mode, Bekleidung, Textilien - Sportartikel und -bekleidung

Produkte und Produktionsorte

Welche Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe sind in Bezug auf ausbeuterische Kinderarbeit besonders zu betrachten?

Woher kommen die Produkte, Vorprodukte oder Rohstoffe bzw. wo wird produziert?

Unternehmenspolitik

Wie ist die allgemeine Unternehmenspolitik bezüglich Kinderarbeit?

Die Firma ist nach eigenen Angaben Mitglied bei bzw. unterstützt:
FLA -
  • Die Arbeitsplatzstandards von Adidas untersagen, nach ILO-Konvention 138, die Beschäftigung bei Adidas oder dessen Zulieferern von: Minderjährigen unter 15 Jahren oder laut jeweiligem Landesgesetz Schulpflichtigen.1)2)
  • Adidas ist Mitglied in der Fair Labor Association.3) Die Clean Clothes Campaign (CCC) betont zwar die internationale Umstrittenheit der FLA, da deren Sozialstandards sehr niedrig seien. Aufgrund der Tatsache, dass Kinderarbeit aber auch nach der FLA verboten ist, wirkt sich diese wohl berechtigte Kritik nicht auf unsere Bewertung aus.

Kontrollen

Wie wird die Einhaltung der Unternehmenspolitik oder Richtlinien kontrolliert?

Die Firma nutzt nach eigenen Angaben folgende Siegel bzw. Zertifikate:
  • Das Unternehmen kontrolliert (nach unserer Einschätzung) nicht alle relevanten Produktionsschritte. Um ausbeuterische Kinderarbeit für ein Endprodukt möglichst ausschließen zu können, müssen alle relevanten Produktionsschritte kontrolliert werden. Relevant sind Produktionsschritte in Ländern oder Regionen, für die bekannt ist, dass ausbeuterische Kinderarbeit in diesem Bereich regelmäßig vorkommt. Dies betrifft auch Vorprodukte über die gesamte Produktions- und Lieferkette hinweg, die das Unternehmen von Zulieferern bezieht.

  • Kontrolle erfolgt duch das interne Team „Social and Environmental Affairs“ (SEA), bestehend aus über dreißig Mitarbeitern. Über die reinen Kontrollen hinaus soll das Team vor Ort schulen und informieren.4)
  • Es gibt nach eigenen Angaben auch externe Kontrollen durch die Fair Labor Association (FLA), zu deren Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit jedoch fachkundige Kampagnen5)6)7) , wie auch die Clean Clothes Campaign (CCC) immer wieder Bedenken äußerten. Die CCC bestreitet zudem die Wirksamkeit der Kontrollen, da auch die externen Kontrolleure direkt von Adidas bezahlt werden.

Vorwürfe

Gibt es Vorwürfe zu Kinderarbeit?

  • Das Unternehmen lässt Fußbälle womöglich in Pakistan produzieren. Trotz signifikanter Anstrengungen zur Verhinderung von Kinderarbeit, zum Beispiel mit dem Atlanta-Abkommen aus dem Jahr 1997, welches Kinderarbeit bekämpfen soll, ist weiterhin davon auszugehen, dass ein Teil der Fußbälle von Kindern genäht wird. Das größte Problem hier ist die enorme Dezentralisierung der Produktionsorte und die Dominanz von Heimarbeit, was effektive Kontrollen stark erschwert.

  • Es gibt mehrere Vorwürfe8) , z.B. dass Fußbälle größtenteils von Kindern im Alter von 5-13 Jahren hergestellt werden.
  • Weitere Vorwürfe gibt es in Bezug auf die Gehälter. Diese orientieren sich zwar meist an den gesetzlichen Mindestlöhnen, wären aber in der Regel zu gering, um einen menschenwürdigen Lebensunterhalt zu ermöglichen. Die Arbeiter der Zulieferbetriebe leben größtenteils in Armut.9)
  • Auf Nachfrage10) bei der deutschen CCC (Kampagne für Saubere Kleidung) sind aktuell keine Vorwürfe zu ausbeuterischer Kinderarbeit in der Bekleidungsindustrie gegen Adidas-Salomon bekannt, jedoch bestehen weiterhin Vorwürfe, bezüglich der zu geringen Bezahlung der ArbeiterInnen. Wenn Arbeitslöhne für ganztägige Arbeit nicht ausreichen, um die Familie zu ernähren und die Bildung und Ausbildung der Kinder zu ermöglichen, werden oftmals auch die Kinder zur Arbeit herangezogen.

Reaktionen

Wie reagierte oder reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe?

  • Adidas hat auf die Vorwürfe, die in dem „Schwarzbuch Markenfirmen“ erhoben werden, mit einer ausführlichen Stellungnahme reagiert. In dieser wies das Unternehmen auf seinen Verhaltenskodex und die Mitgliedschaft bei der FLA hin. Außerdem betont Adidas, dass der von ihnen gezahlte Lohn doppelt so hoch sei, wie der staatlich vorgeschriebene Mindestlohn.
  • Als Reaktion auf die Veröffentlichung der Informationen auf dieser Website gab adidas-Salomon gegenüber EarthLink ebenfalls eine ausführliche Stellungnahme ab10) und äußert die Ansicht, dass insbesondere die Bewertung (ursprünglich „rot“) der Reaktion des Unternehmens auf Vorwürfe bzgl. ausbeuterische Kinderarbeit unrichtig sei: „Eine Beendigung des Geschäftsverhältnisses betrachten wir als letztes Mittel, wenn keine anderen Maßnahmen zum Erfolg, d.h. zur Beseitigung der Verstöße geführt haben. Zuvor arbeiten wir partnerschaftlich mit unseren Zulieferern zusammen und versuchen, anhand detaillierter Maßnahmenpläne die Mißstände zu beseitigen. Sollte sich die Geschäftsführung uneinsichtig und nicht bereit zur Durchsetzung der SOE (Standards of Engagement, der Verhaltenskodex der adidas Gruppe) zeigen, ziehen wir mögliche Sanktionen in Betracht. Hierbei kann es sich um die vorübergehende Einstellung oder Reduzierung von Aufträgen der betroffenen Fabrik handeln oder im schlimmsten Falle um eine Auflösung des Herstellerrahmenvertrags.“ Es fällt uns schwer, diese allgemeine Aussage zu bewerten, da wir keine Kenntnis über die Inhalte der genannten Maßnahmenpläne haben. Interessant wäre zu wissen, ob es konkrete Angebote von adidas-Salomon an die betroffenen Kinder gibt bzw. gab und wie diese aussehen/aussahen.Da uns aktuelle Vorwürfe in konkretem Bezug auf adidas-Salomon-Produkte aber nicht bekannt sind, halten wir es für angemessen, diesen Punkt mit „gelb“ zu bewerten.

Soziales Engagement

Engagiert sich das Unternehmen herausragend um ausbeuterischer Kinderarbeit entgegen zu wirken?

  • Nach Informationen10) der adidas-Salomon AG hat das Unternehmen ein Projekt im regionalen Umfeld der Fußballindustrie in Sialkot/Pakistan finanziell gefördert, um das Problembewußtsein gegenüber Kinderarbeit zu steigern und den Kindern vor Ort sozialen Schutz, sowie eine Ausbildung zu ermöglichen. Dessen Leitung liegt in den Händen der lokalen Nichtregierungsorganisation ‚Sudhaar‘. Sudhaar hat seine Bemühungen zur Verbesserung der Ausbildungsqualität auf Schulen konzentriert, die in jenen Dörfern angesiedelt sind, wo es eine hohe Konzentration von Fußbällen nähenden Familien gibt. Bei diesem Ausbildungsprogramm, welches im Februar 1998 in Partnerschaft mit der Nicht-Regierungorganisation ‚Save the Children‘-England aufgebaut wurde, handelt es sich um ein fortlaufendes Projekt.

Bemerkenswertes

Gibt es Erwähnenswertes (positiv oder negativ) in Bezug auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen über das Thema „ausbeuterische Kinderarbeit“ hinaus?

  • Gemäß dem „Ethiktest für Laufschuhe“, der im Juni 2003 von der Zeitschrift „Konsument“ durchgeführt wurde, hat ADIDAS am besten bzw. „am wenigsten schlecht“ abgeschnitten. Das Unternehmen erhielt 12 von 16 Punkten.11)
  • Adidas hat außerdem bei einigen Projekten vor Ort, z.B. in China „für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz“ mitgewirkt.

Fußnoten, Links und Quellen:

siehe auch: Focus (1995)

  1. Adidas Arbeitsrichtlinien auf Deutsch, 06.03.2012 []
  2. Adidas Workplace Standards, Januar 2016 []
  3. Fair Labor Association, Stand Juni 2021 []
  4. Adidas Social and Environmental Affairs – Team, 06.03.2012 []
  5. United Students Against Sweatshops (Juni 2005) []
  6. CorpWatch (Dezember 1998) []
  7. Organic Consumers Association (April 2002) – nicht mehr verfügbar []
  8. Vergleich: Agenda 21 []
  9. TAZ []
  10. persönliche Mitteilung der adidas-Salomon AG, 20.10.2005 [] [] []
  11. Zeitschrift Konsument (Juni 2003) []

3 Gedanken zu „Adidas“

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