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Umsatzrekord für Fairtrade Deutschland: Wie der Kauf von Fairtrade-Produkten das Leben vieler Menschen verbessert

Importierte Bananen mit dem Aufkleber der Fairtrade Foundation.Der Kauf von Fairtrade-Produkten erfuhr im Jahr 2022 einen Aufschwung. Diese Entwicklung hat positive Auswirkungen auf Arbeiterinnen und Arbeiter in der ganzen Welt. |  Bild: Fairtrade Sticker © Thinglass | Dreamstime.com [Royalty Free]  - DreamstimeImportierte Bananen mit dem Aufkleber der Fairtrade Foundation.

Der Kauf von Fairtrade-Produkten erfuhr im Jahr 2022 einen Aufschwung. Diese Entwicklung hat positive Auswirkungen auf Arbeiterinnen und Arbeiter in der ganzen Welt. | Bild: Fairtrade Sticker © Thinglass | Dreamstime.com [Royalty Free] - Dreamstime

Der Kauf von Fairtrade-Produkten erfuhr im Jahr 2022 einen Aufschwung. Zertifizierte Artikel machten im letzten Jahr ein Umsatzplus von 11,4 Prozent auf rund 2,36 Milliarden Euro und erreichen damit einen neuen Höchststand. Diese Entwicklung hat positive Auswirkungen auf Arbeiterinnen und Arbeiter in der ganzen Welt. 1)

Zu den Fairtrade-Produkten, die im vergangenen Jahr einen Absatzanstieg erzielten, gehören beispielsweise Bananen. Obwohl der Bananen-Gesamtmarkt eine rückläufige Entwicklung vorweist, hat der Absatz von Fairtrade-Bananen um 8,9 Prozent zugenommen und stieg auf einen Wert von 117.000 Tonnen. Auch Fairtrade-Kakao verzeichnet ein Wachstum von 4,8 Prozent auf etwa 76.500 Tonnen. Ebenso legten Produktkategorien wie Eis (10,6 Prozent), Tee (22,8 Prozent) und kalte Mischgetränke (24,7 Prozent) deutlich zu. 1) 2)

Ein paar Fairtrade-Produkte erfuhren allerdings auch ein Absatzminus, unter anderem Kaffee, Textilien und Blumen. Fair gehandelter Kaffee sank um 1,5 Prozent auf 24.000 Tonnen, während Textilien um 3,4 Prozent auf 15 Millionen Stück zurückgingen. Einen besonders großen Verkaufsrückgang machten Fairtrade-Blumen mit 23,3 Prozent. Diese Entwicklung spiegelt den generellen Trend des Blumenmarkts wider, denn nach Auslaufen der Pandemie und infolge der Inflation hat das Bedürfnis, sich das Zuhause schöner zu machen, abgenommen. 1)

Letztendlich wirkt sich die insgesamt positive Umsatz- und Absatzentwicklung auch förderlich auf die Beschäftigten weltweit aus. Eine Langzeitstudie von Mainlevel Consulting bestätigt, dass Bäuerinnen und Bauern durch Fairtrade wirtschaftlich resilienter sind. Beispielsweise erhalten Blumenarbeiterinnen und -arbeiter auf Fairtrade-zertifizierten Farmen in Ostafrika trotz des Rückgangs der Blumenverkäufe höhere Löhne und haben bessere Arbeitsbedingungen als Beschäftigte auf nicht-zertifizierten Farmen. Während der Covid-19-Pandemie war Fairtrade für viele eine wichtige Stütze, wie die Studie von Scio Network und Athena Infonomics zeigt, denn Fairtrade-zertifizierte Produzentenorganisationen erwiesen sich im Vergleich zu herkömmlichen Produzentenorganisationen als widerstandsfähiger. 1)

Nichtsdestotrotz steht Fairtrade vor großen Herausforderungen. Die größte Herausforderung stellt die Klimakrise dar. Der Aufsichtsratsvorsitzender von Fairtrade Deutschland, Matthias Lehnert, erläutert: „Ein Blick nach Ostafrika und die dortige massive Dürre genügt: Die Klimakrise ist akut. Anpassungsmaßnahmen sind mit massiven Kosten verbunden. Damit dürfen die Kleinbäuerinnen und -bauern nicht allein gelassen werden. Das EU-Lieferkettengesetz muss alle Akteure in die Pflicht nehmen, kostendeckende Preise zu zahlen“. Außerdem müssten sich die Anbaupraktiken ändern: „Dazu gehört, das Know How vor Ort zu stärken, Ernährungssicherung im Blick zu behalten, sowie Anpassungsmaßnahmen und Schritte zur CO2-Minderung zu fördern“, erklärte Juan Pablo Solis, Klima-Experte beim Dachverband Fairtrade International. Um sich den Gegebenheiten des Klimawandels anzupassen, will Fairtrade nach dem Prinzip der Agrarökologie als Grundlage für nachhaltige Landwirtschaft handeln. Der Schwerpunkt dieses Ansatzes liegt auf der Erhaltung der Ressourcen, der Diversifizierung der Anbauprodukte und der Erhöhung der Widerstandsfähigkeit von Kleinbauernfamilien. 3) 1)

Fairtrade führt bereits Projekte durch, um die Produktion ihrer Partnerorganisationen klimaresistenter zu gestalten. Deborah Osel-Mensah, Kakaobäuerin aus Ghana, berichtet: „Die Klimakrise trifft den Kakaoanbau mit voller Wucht, die Erträge sinken. Fairtrade hilft uns dabei, den Folgen entgegenzuwirken“. Die Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel kosten jedoch Geld. Würden in Zukunft mehr Fairtrade-Produkte gekauft werden, könnte der Markt wachsen und es stünden mehr Mittel zur Verfügung, um weitere solche Projekte umzusetzen. Daher appelliert Fairtrade an Verbraucherinnen und Verbraucher, fair gehandelte Produkte zu kaufen, „damit die Welt auch in krisenhaften Zeiten ein Stück gerechter [wird]“. 1)

  1. Fairtrade: Zukunft fair gestalten – Jahres- und Wirkungsbericht 2022/23; Stand Mai 2023
  2. Entwicklungspolitik Online: Fairer Handel – Fairtrade wächst trotz turbulenter Zeiten; Artikel vom 9. Mai 2023
  3. Rundschau für den Lebensmittelhandel: Fairtrade-Umsatz in Deutschland wächst; Artikel vom 9. Mai 2023



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