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Wie ihr einen Kinderarbeitsfreien Fasching verbringen könnt

Traditionelle Fasching-Parade, NürnbergNach einer Corona Pause finden nun wieder die Faschings- und Karnevalsumzüge statt. Vieles ist dabei mit Kinderarbeit produziert. |  Bild: Traditionelle Fasching-Parade, Nürnberg © Photopassjonata | Dreamstime.com [Royalty Free]  - DreamstimeTraditionelle Fasching-Parade, Nürnberg

Nach einer Corona Pause finden nun wieder die Faschings- und Karnevalsumzüge statt. Vieles ist dabei mit Kinderarbeit produziert. | Bild: Traditionelle Fasching-Parade, Nürnberg © Photopassjonata | Dreamstime.com [Royalty Free] - Dreamstime

Nach der Corona-bedingten Pause gibt es in diesem Jahr wieder die beliebten Faschings- bzw. Karnevalsumzüge. Auch am Rosenmontag ziehen bunt kostümierten Menschen auf Wägen oder zu Fuß durch die Straßen der Städte und Dörfer. Dass einige Aspekte dieser Prozedur Kinderarbeit fördern, ist dabei vielen nicht bewusst.

Schon bei den Kostümen wird gerne weggeschaut. Die meisten Menschen tragen Billigware, die unter menschenunwürdigen Bedingungen und mit Kinderarbeit in Asien produziert wurde. Da die Qualität dieser oftmals nicht sehr hochwertig ist, hält die Kleidung meist nicht lange und wird nach wenigem Tragen entsorgt. Anstatt sich also jedes Jahr ein neues Kostüm anzuschaffen, könnte man sich eins bei einer Freundin oder einem Freund ausleihen oder gar bei einem Kostümverleih. Viele Kostüme kann man auch secondhand erwerben oder mit den Klamotten aus dem eigenen Kleiderschrank zusammenstellen. 1)

Auch die Schminke, die für die Festtage verwendet wird, ist nicht immer Kinderarbeits-frei und zum Teil enthält sie Schadstoffe. Viele Glitzerprodukte enthalten Mica. Dieses glänzende Mineral wird hauptsächlich in Indien in Sandstein-Höhlen abgebaut. Oft arbeiten ganze Familien in den Minen. Der Mica-Abbau ist extrem gefährlich, da es kaum bis keine Sicherheitsvorkehrungen für die Arbeitenden gibt. Die Höhlen, aus denen abgebaut wird, können jederzeit zusammenstürzen, auch die Kinder müssen oft mehr als acht Stunden am Tag arbeiten und der Lohn ist so gering, dass sich die Menschen aus diesem Teufelskreis nicht befreien können. Ob der Glitzer- und Glimmer-Wahn unter diesen Umständen also nötig ist, ist fragwürdig. 2) 3)

Die Frage nach fair produzierten Kamellen, also Süßigkeiten, steigt allmählich. Auch viele traditionelle Unternehmen fördern die faire Produktion der beliebten Naschwaren. Die meisten konventionell hergestellten Produkte enthalten jedoch Rohstoffe wie Zucker oder Kakao, die mit Kinderarbeit hergestellt wurden. Die Hauptanbauländer der Pflanzen, die vor allem in Mittel- und Südamerika, Südostasien und Westafrika liegen, haben oft geringe bis keine Vorkehrungen, um die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf den Plantagen zu schützen. Dass auch Kinder arbeiten, ist vielen bewusst, durch den steigenden Massenkonsum der westlichen Industrienationen und die daraus resultierende Nachfrage an den Produkten, werden aber oft beide Augen zugedrückt. Viele der dort lebenden Familien sind zudem auf die Gehälter der Kinder angewiesen, da sie selber einen zu geringen Lohn erhalten oder durch die ungeschützte Arbeit auf den Feldern krank geworden sind. 4) 3) 5) 6)

Um die Faschingstage möglichst ohne Kinderarbeit zu bestreiten, könnte man also darauf achten, wo das eigene Kostüm produziert wurde und eine faire Möglichkeit suchen. Außerdem sollte man auf den ein oder anderen Glitzer-Effekt verzichten, obwohl es inzwischen auch Firmen gibt, die ihr Mica aus legalen Minen, die vom jeweiligen Staat kontrolliert werden, beziehen. Ganz sicher kann man sich bei diesen Angaben aber leider nicht sein. Bei den Süßigkeiten sollte man auf fair-produzierte setzen, bei denen sich die Herstellung am besten zurückverfolgen lässt. 7)

  1. Utopia: Diese 6 Fehler an Karneval solltest du nicht machen, 08.02.2023
  2. Tagesschau: Kinderarbeit für Glanz und Glitzer , 02.01.2022
  3. Utopia: Diese 6 Fehler an Karneval solltest du nicht machen , 08.02.2023
  4. Deutschlandfunk: Umweltschutz hat es beim Karneval noch schwer , 01.03.2019
  5. Teyo: Kakaoanbau: wie und wo wird Kakao angebaut und geerntet? , 25.01.2023
  6. 2000m2: zuckerrohr , stand Februar 2023
  7. Utopia: Mica: Problematisches Mineral für Glitzerkosmetik – Kinderarbeit inklusive , 09.09.2022



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