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Neuer Pass könnte zu einer nachhaltigen Batterieproduktion beitragen

 |  Bild: Anbringen von Überbrückungskabeln an der Autobatterie © Ian Allenden | Dreamstime.com [Royalty Free]  - Dreamstime

| Bild: Anbringen von Überbrückungskabeln an der Autobatterie © Ian Allenden | Dreamstime.com [Royalty Free] - Dreamstime

Ob in den Kobaltminen im Kongo oder in den Mica Minen in Indien: Für den Abbau von Metallen für die Produktion von Autobatterien wird häufig auf Kinderarbeit zurückgegriffen. Fehlende Sicherheitsmaßnahmen und die giftigen Stoffe in den Schächten machen die Situation für die Kinder noch grausamer. Nun wurde im Weltwirtschaftsforum in Davos ein neues Konzept vorgestellt, das die Herstellung von Batterien transparent und damit nachhaltig machen soll.

Bereits im Jahr 2017 wurde die Global Battery Alliance (GBA) vom Weltwirtschaftsforum gegründet und seit 2021 ist sie eine unabhängige Organisation. Das Ziel der GBA ist es, bis 2030 eine nachhaltige Wertschöpfungskette für die Produktion von Batterien zu erschaffen bzw. dabei zu helfen. Dafür bringt sie führende internationale Organisationen, NGOs, Akteure aus der Industrie und aus dem Akademiebereich und mehrere Staatsregierungen zusammen, um systemische Veränderungen in der gesamten Wertschöpfungskette zu bewirken. Vor wenigen Tagen hat die Allianz den sogenannten „Battery Passport Proof of Concept“ vorgestellt. Über drei Jahre wurde dieser von verschiedensten Mitgliedern der GBA, z.B. große Automarken wie Audi, Volkswagen und Tesla, aber auch internationalen und staatlichen Organisationen entwickelt und soll von der Herstellung bis zum Recycling von Batterien Transparenz schaffen. 1)2)

Die GBA und ihre Mitglieder haben sich während der Entwicklung auf Regeln geeinigt, die eine Batterie nachhaltig machen. Damit möchten sie den „Battery Passport“, also einen Pass für die Batterie verwenden. Dieser wird aus den verschiedenen Daten ihrer Herstellung erstellt, also die Herkunft der Materialien, die chemische Zusammensetzung, die Erzeugungshistorie und die Nachhaltigkeitsperfomance – eine Bewertung der Nachhaltigkeit in der gesamten Kette. Die Daten sind standardisiert, vergleichbar und überprüfbar. Der Endverbraucher hat dann die Möglichkeit, anhand eines Qualitätssiegels auf der Batterie die Nachhaltigkeit nachzuvollziehen und unter Umständen sein Kaufverhalten anzupassen. Da es sich um ein „Proof of Concept“ handelt, sind die Durchführbarkeit und die Effektivität des Battery Passport bereits bewiesen worden. Der Prototyp des Passes besitzt Beispieldaten von Audi und Tesla und ihren Partnern in ihren Wertschöpfungsketten. 1)3)

In der EU wird ein solcher Pass für die Batterie zur Pflicht, andere Regionen werden sehr wahrscheinlich nachziehen. Das macht das neue Konzept der GBA umso bedeutender. Auch werden damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Auf der einen Seite soll das Klima geschont werden, da eine klimafreundlichere Produktion der Batterien zu einer besseren Nachhaltigkeitsperformance der zugehörigen Siegel führt. Auf der anderen Seite wird Kinderarbeit entgegengewirkt. Die gesamte Wertschöpfungskette wird transparenter, und weil bereits große Unternehmen in der GBA mitarbeiten, ist es auch hier zu erwarten, dass weitere Firmen in Zukunft nachziehen werden. Nun muss man abwarten, ob der Battery Passport effektiv umgesetzt wird, oder ob es – wie schon so oft – zu Schlupflöchern kommt. Auch müssen die Endverbraucher die Siegel nutzen und auf ihr eigenes Kaufverhalten schauen. Der Prototyp könnte eine solide Grundlage für eine nachhaltigere Zukunft in der Batterieproduktion ohne Kinderarbeit bilden. 4)

  1. Batteries News: Global Battery Alliance Launches World’s First Battery Passport Proof of Concept; Artikel vom 18.01.23
  2. The GBA: About; Seite zuletzt aufgerufen am 23.01.23
  3. The GBA: Battery Passport; Seite zuletzt aufgerufen am 23.01.23
  4. Automotive World: Global Battery Alliance launches world’s first Battery Passport proof of concept; Artikel vom 18.01.23
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