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Die Corona Pandemie verstärkt Kinderarbeit

Ein Kinderarbeiter an der NähmaschineEin Kinderarbeiter an der Nähmaschine |  Bild: Indiańska fabryka © Paul Prescott [Royalty Free]  - DreamstimeEin Kinderarbeiter an der Nähmaschine

Ein Kinderarbeiter an der Nähmaschine | Bild: Indiańska fabryka © Paul Prescott [Royalty Free] - Dreamstime

Die Pandemie hat Auswirkungen auf fast jeden, besonders auf die Ärmsten. Todesfälle, der Verlust des Arbeitsplatzes oder unerwartet hohe Ausgaben wegen Corona haben in den letzten Jahren wieder mehr Familien dazu gezwungen ihre Kinder arbeiten zu schicken. Aber auch schon vor der Covid-19 Pandemie nahm die Zahl der Kinderarbeiter wieder zu. Doch durch die wirtschaftlichen Folgen der Krise stieg die Zahl doch stärker als bisher an. In den Jahren 2000-2016 sank die Zahl der Kinderarbeiter schätzungsweise um 94 Millionen Arbeiter. Doch schon seit 2016 steigen die Zahlen anstatt zu stagnieren. In den vier Jahren bis 2020 kamen nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) wieder 8,4 Millionen Kinderarbeiter dazu. Durch die Pandemie sind außerdem bereits weitere 66 Millionen Kinder in extreme Armut abgerutscht. Diese müssen dann in vielen Fällen einer Arbeit nachgehen, um ihre Familie oder sich selbst zu versorgen. Firmen wiederum suchen in der Krise vermehrt nach Kinderarbeitern, da diese billiger als Erwachsene sind. So beschäftigen Unternehmen, die davor vielleicht ohne Kinderarbeit ausgekommen sind, wieder illegal Kinderarbeiter. 1)2)3)4)

Besonders häufig müssen Kinder arbeiten, wenn beispielsweise der Vater an Covid-19 erkrankt oder verstorben ist. Doch auch wenn beide Elternteile weiter normal einer Beschäftigung nachgehen, kann es für Familien trotzdem zu finanziellen Schwierigkeiten kommen, da viele Unternehmen während der Krise die Löhne gekürzt haben. In den meisten dieser Fälle muss der Nachwuchs plötzlich die Familie versorgen – darunter leidet dann natürlich die Schulbildung. Dazu kommt auch die Pandemiebedingte Schließung von Schulen, in welchen die Kinder kostenlose Mahlzeiten erhalten konnten. Diese finanzielle Erleichterung fiel damit für die Familien zusätzlich weg, was eine weitere Belastung darstellen kann. All diese Faktoren können dafür sorgen, dass Kinder plötzlich einer Arbeit nachgehen müssen. 1)2)

Zwar wurden und werden nun vielerorts Bildungseinrichtungen wieder geöffnet, doch es besteht die Gefahr dass viele Kinder nicht wieder in die Schulen zurückkehren können und weiter arbeiten müssen. Die Pandemie hat damit also eine äußerst negative Auswirkung auf die aktuelle Entwicklung in Sachen Kinderarbeit. Denn die Kinder, die nun keine Schulbildung mehr erhalten können, werden in Zukunft wie ihre Eltern schlechte Berufe annehmen müssen. So entsteht ein Teufelskreis, da wieder neue Familien mit einem zu geringen Einkommen gezwungen sein werden, ihre Kinder zur Arbeit zu schicken. 2)

Es wäre die Aufgabe der jeweiligen Länder, die Familien zu unterstützen und Schulbildung besser zu finanzieren. Nötigenfalls sollten auch westliche Staaten wie Deutschland Entwicklungshilfe leisten, um diesem Trend dauerhaft entgegenzuwirken.

  1. Stern: Unicef warnt vor Anstieg der Kinderarbeit wegen Corona-Pandemie; 10.06.2022
  2. GEW: Deutlich mehr Kinderarbeiter; 20.07.2020
  3. Tagesschau: Kinderarbeit weltweit nimmt erstmals wieder zu; 10.06.2021
  4. DW: Grassierende Kinderarbeit – auch durch Corona; 10.06.2022

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