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Gold: Kinder schuften für das Luxusgut der Industriestaaten

Kinderarbeit GoldmineWeltweit arbeiten tausende Kinder in der Goldförderung, zur Schule gehen die wenigsten von ihnen |  Bild: Child labour in small-scale gold mine © ILO / Minette Rimando (December 2016) [CC BY-NC-ND 2.0]  - FlickrKinderarbeit Goldmine

Weltweit arbeiten tausende Kinder in der Goldförderung, zur Schule gehen die wenigsten von ihnen | Bild: Child labour in small-scale gold mine © ILO / Minette Rimando (December 2016) [CC BY-NC-ND 2.0] - Flickr

Weltweit arbeiten tausende Kinder in Goldminen. Eines davon ist Dylan aus Gumaus auf den Philippinen. Der Vierzehnjährige arbeitet schon seit seinem neunten Lebensjahr im Kompressor-Bergbau. Seine Tage verbringt er tauchend in Schächten voller Schlamm, wo er nach Gold sucht. Unermüdlich, um seine Familie zu unterstützen. Eine belastende und gefährliche Tätigkeit. Und trotzdem reicht es kaum zum Leben. 1)

Gold. Ein Edelmetall, das jeder kennt. Es steckt in Schmuck, Münzen, Zahnkronen, elektronischen Geräten und manchmal sogar in Lebensmitteln. Aus dem Alltag ist Gold kaum wegzudenken. Doch die Geschichten hinter dem glänzenden Metall sind oft tragisch. Es gibt viele Kinder wie Dylan. Sie verbringen ihre Kindheit und Jugend in Minen, Schächten und Flussbetten anstatt in der Schule. Die meisten arbeiten, um Geld für ihre Familien zu verdienen. Manche Kinder tun es freiwillig, andere werden dazu gezwungen. Die Schule brechen sie entweder früh ab oder haben sie nie besucht. Ohne Bildung fehlen ihnen dann Perspektiven für die Zukunft. Die Corona-Pandemie hat diese Situation noch verschärft. Geschlossene Schulen und finanzielle Schwierigkeiten beförderten die Kinderarbeit in Goldminen. Egal auf welche Weise dort Gold gewonnen wird, die Arbeit ist immer gefährlich. Verletzungen durch Werkzeuge, Stürze und Unfälle sind an der Tagesordnung. Die Kinder laufen auch Gefahr, in den Gruben und Schächten zu ertrinken, zu ersticken oder verschüttet zu werden. Zudem wird Quecksilber eingesetzt, um das reine Gold zu binden. Wenn Kinder damit in Kontakt kommen, kann das zu dauerhaften Gesundheitsschäden oder in Extremfällen zum Tod führen. Und doch nehmen viele diese Gefahren auf sich, während sie eigentlich eine unbeschwerte Kindheit haben sollten 2)1)3)4)

Nicht nur auf den Philippinen wird durch die Hilfe von Kinderarbeitern Gold gewonnen. Auch in Peru, Bolivien, der Demokratischen Republik Kongo, Ghana, Indonesien und vielen anderen afrikanischen, asiatischen und südamerikanischen Ländern ist Kinderarbeit bei der Goldförderung weit verbreitet. Maßnahmen dagegen gibt es kaum. Auf den Philippinen und in Ghana gibt es beispielsweise Gesetze gegen Kinderarbeit, allerdings werden sie nicht effektiv umgesetzt. Die Betreiber der Minen werden kaum kontrolliert. Daher können sie Kinder ausbeuten, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Die Nachfrage nach Gold ist aber nach wie vor hoch, von selbst wird also kaum eine Veränderung eintreten. Das gewonnene Gold gelangt über den weltweiten Handel in die Industriestaaten, zu den Konsumenten. Es stellt sich die Frage, was diese tun können, um die Kinderarbeit bei der Goldförderung zu bekämpfen. 4)5)1)

Jeder hat die Möglichkeit, sich vor einem Goldkauf über Produktionsbedingungen und Herkunft des Goldes zu informieren. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Gold nachhaltig und frei von Kinderarbeit zu produzieren. Nach den Bedingungen des Fair-Trade-Goldstandards müssen die Minen bestimmte Anforderungen bzgl. Produktion und Preissetzung erfüllen. Kinderarbeit ist dabei verboten. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, auf recyceltes Gold zu setzen. Das Edelmetall verliert mit zunehmendem Alter weder Qualität noch Materialeigenschaften. Schmuck kann daher eingeschmolzen, verkauft oder neu verarbeitet werden. Handys und andere elektronische Geräte können wieder oder das enthaltene Gold neu verwendet werden. Zudem kann das Metall an einigen Stellen auch komplett vermieden werden. Gold in Zahnkronen und Blattgold auf Lebensmitteln sind heute nicht mehr notwendig, da es gleichwertige Alternativen gibt.6)7)8)9)

Diese Möglichkeiten sind umweltfreundlich und reduzieren die Menge neu geförderten Goldes. Folglich müssen weltweit weniger Kinder in Minen arbeiten. Im besten Fall sollte sich jeder vor dem Kauf von Gold einige Gedanken über Herkunft, Abbaubedingungen und mögliche Alternativen machen. Dann könnten viele Schicksale wie Dylans künftig vermieden werden.

  1. Friedrich Naumann Stiftung: Die Goldfalle; Artikel vom 12.05.2022
  2. Gold.info: Verwendung und Einsatzgebiete von Gold; Stand 10.08.2022
  3. Deutsche Welle: World Day Against Child Labor: Underage workers on the rise in Africa; 15.05.2022
  4. Schweizer Radio und Fernsehen: Kinderarbeit und Umweltverschmutzung in der Kraterlandschaft; 02.05.2022
  5. U.S. Department of Labor: List of Goods Produced by Child Labor or Forced Labor; 23.06.2021
  6. Gold.de: Recycling & Nachhaltigkeit von Gold; 30.12.2021
  7. Gold.info: Goldrecycling – Die umweltschonende Alternative; Stand 10.08.2022
  8. Fairtrade Deutschland: Fairtrade-Gold; Stand 10.08.2022
  9. UNICEF: Kinderarbeit weltweit: Die 8 wichtigsten Fragen und Antworten; 16.05.2022

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