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ILO: „ACCEL Africa“ soll Kinderarbeit in Afrika bekämpfen

Mit dem ACCEL Africa Projekt möchte die ILO Kinderarbeit in Afrika bekämpfen. |  Bild: © CIFOR [CC BY-NC-ND 2.0]  - FlickrMit dem ACCEL Africa Projekt möchte die ILO Kinderarbeit in Afrika bekämpfen.

| Bild: © CIFOR [CC BY-NC-ND 2.0] - Flickr

Im Rahmen der „Sustainable Development Goals“ der Vereinten Nationen haben sich alle 193 Mitgliedstaaten dafür ausgesprochen, sofortige und wirkungsvolle Maßnahmen zu ergreifen, um Zwangsarbeit, moderne Sklaverei, Menschenhandel und die schlimmsten Formen von Kinderarbeit, Kindersoldaten inbegriffen, bis 2025 abzuschaffen. Weltweit gehen circa 152 Millionen Kinder einer Beschäftigung nach. Die Hälfte der Kinder, etwa 72,5 Millionen Kinder, arbeitet unter ausbeuterischen Bedingungen, welche ihre Gesundheit, ihre Sicherheit und psychische Entwicklung gefährden.1)

Von allen Regionen der Welt ist der afrikanische Kontinent am stärksten von Kinderarbeit betroffen. Jedes fünfte Kind ist hier als Kinderarbeiter tätig. Zwischen 2012 und 2016 stieg ihre Zahl in Sub-Sahara Afrika signifikant an, trotz der Bemühungen der afrikanischen Regierungen sie zu bekämpfen. Ursächlich hierfür, sind zum Teil die instabilen politischen Verhältnisse und Krisen in vielen afrikanischen Ländern, sowie chronische Probleme wie Armut, mangelnde Bildungsmöglichkeiten und die schlechte Gesundheitsversorgung.2)

Gemeinsam mit der niederländischen Regierung finanziert die Internationale Arbeitsorganisation ILO das Projekt „Accelerating action for the elimination of child labour in supply chains in Africa“, kurz ACCEL Africa. Mit einem Budget von 23,5 Millionen Euro hat sich die ILO das Ziel gesetzt, die Beseitigung von Kinderarbeit in Afrika durch gezielte Maßnahmen in ausgewählten Lieferketten in Ägypten, der Elfenbeinküste, im Mali, Malawi, Nigeria und Uganda zu beschleunigen. Das Projekt fokussiert sich vor allem auf den Goldabbau und den Anbau von Kakao, Kaffee, Baumwolle und Teepflanzen. ACCEL Africa wurde für den Zeitraum November 2018 bis November 2022 angesetzt. In diesen vier Jahren sollen insbesondere Kinder und ihre Familien von dem Projekt profitieren. Aber auch Ministerien, Politiker und Experten, Arbeitgeber und-nehmer, Organisationen, Unternehmen und die Medien zählen zu den Begünstigten von ACCEL Africa. Partner des Projekts sind die Afrikanische Union, einige Behörden der Vereinten Nationen, Regierungen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, zivilgesellschaftliche Organisationen, Forschungsinstitute und verschiedene Akteure von Lieferketten.3)

43 Prozent der 5 bis 11-Jährigen in Nigeria sind Kinderarbeiter. Aus diesem Grund ist ACCEL Africa auch in Nigeria tätig, damit Kinderarbeit künftig der Vergangenheit angehört. So wurden Komitees errichtet, die die Kinderarbeit in Bundesstaat Niger überwachen und beseitigen sollen, vor allem in der Kakaoproduktion und in den Goldminen. Die Komitees bestehen aus traditionellen Anführern, Frauen, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, Lehrern und Schuldirektoren aus den Kommunen in Niger, die im Hinblick auf die Thematik geschult werden. Lydia Eke, die nationale Projektleiterin von ACCEL Africa betont, dass es besonders wichtig sei, diese Komitees in Gemeinden zu errichten, wo Kinder im handwerklichen Goldabbau tätig sind. Denn die Mitglieder der Komitees kämen aus Gemeinden, in denen hauptsächlich Bergbau betrieben wird, wo auch Kinder täglich arbeiten. Die Schulung, sagt Eke, soll ihnen die Gefahren der Kinderarbeit und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit verdeutlichen.4)

Zu den weiteren Aufgaben der Komitees zählen das Verfolgen von Kinderarbeit in ihren Kommunen, Fälle von Kinderarbeit  zu verhindern und an Stellen zu melden, die sich mit Kinderschutz befassen und die Gewährleistung der Einhaltung der Nationalen Aktionspolitik des nigerianischen Bundesministeriums für Arbeit und Beschäftigung.4)

Die Referentin für Geschlecht und Kinderarbeit des Bundesministeriums für Bergbau und Stahl in Nigeria, Amina Shaba, sieht in den Komitees eine echte Chance, Kinderarbeit in Nigeria zum einen besser anzugehen und zum anderen effektiver zu bekämpfen. Damit dies geschehen kann, müssen die Gemeinden das Projekt jedoch auch nach 2022 eigenverantwortlich weiterführen.4)

 

  1. ILO: ACCEL Africa; Stand vom 12.05.2021 []
  2. ILO: Child labour in Africa; Stand vom 12.05.2021 []
  3. ILO: ACCEL Africa; Stand vom 12.05.2021 []
  4. The Guardian: ILO tackles child labour in Africa; Artikel vom 06.05.2021 [] [] []

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