Für den Kaffee von Nespresso und Starbucks müssen Kinder arbeiten

Eine Tasse Kaffee

Auf Kaffeeplantagen in Guatemala müssen Kinder arbeiten | Bild: © Tim Sackton [(CC BY-SA 2.0)] - flickr

Nichts drückt wohl mehr Genuss und Entspannung aus als George Clooney beim Kaffeetrinken in der Nespresso-Werbung. Eine Dokumentation von Channel 4, Dispatches, bringt das saubere Image dieser Werbung aber ins Wanken. Sowohl an der Kaffeeproduktion von Nespresso als auch an der von Starbucks in Guatemala seien Kinder beteiligt.1)

Die Recherche deckte auf, dass Kinder unter 13 Jahren eine 40-Stunden Woche arbeiten. Manche Kinder sollen sogar erst 8 Jahre alt gewesen sein. Ihr Lohn richtet sich dabei nach der Menge an Kaffee, die sie ernten. Bis zu 45 Kilogramm können die Säcke schwer sein. Ungefähr fünf Pfund verdiene ein Kind pro Tag, manchmal aber auch nur 31 Pence in der Stunde. Die Tochterfirma von Nestlé und Starbucks bricht damit UN-Regeln. Mit einer 40-Stunden Woche wird jegliche Chance auf Bildung verwehrt.1)https://www.theguardian.com/business/2020/mar/01/children-work-for-pittance-to-pick-coffee-beans-used-by-starbucks-and-nespresso

Die Dokumentation zeichnet auch die Wertschöpfungskettekette einer Tasse Kaffee für 2,50 Pfund nach. Abzüglich von Steuern, dem Gewinn für den Kaffee und dem Lohn für die Mitarbeiter bleiben noch 35 Pence übrig. Davon gehen 25 Pence an die Kaffeefirma, und 10 Pence an den Zulieferer. Gerade mal 1 Pence bleibt bei dem Kaffeebauern. Dieser muss diese geringen Einnahmen dann weiter an seine Kaffepflücker verteilen. Starbucks verdient dagegen jährlich über 20 Milliarden Pfund.1)

Zu den Vorwürfen äußerte sich Guillaume Le Cunff, der Firmenchef von Nespresso. Kinderarbeit sei inakzeptabel, und er versprach Maßnahmen zu ergreifen. Allerdings räumte  Le Cunff auch ein, dass Überprüfungen von Kinderarbeit mit ein bis zwei Tagen Vorlauf angekündigt würden.2)

Antony Barnett, Reporter des Doku-Teams,  konfrontierte auch George Clooney mit den Erkenntnissen. Clooney zeigte sich schockiert und  forderte eine umfassende Aufklärung der Vorfälle. Barnett lobte sein Bekenntnis, forderte aber eine bessere Bezahlung der Kaffebauern und der Kaffeepflücker. So würden die Kinder mit auf den Kaffeeplantagen arbeiten, weil ihre Eltern zu wenig verdienen.1)3)

In Deutschland werden pro Jahr 162 Liter Kaffee getrunken. Darin enthalten sind auch die 2 Milliarden Nespresso-Kapseln, die jährlich in Deutschland verbraucht werden. Mit jedem fairen Liter mehr werden sich auch die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung für die Kaffeebauern verbessern. Und einige Kinder können dann endlich zur Schule gehen. Es lohnt sich deswegen, beim Kaffee kaufen auf das Fairtrade-Logo zu achten.3)

 

  1. The Guardian: Children as young as eight picked coffee beans on farms supplying Starbucks: Artikel vom 1.3.2020 [] [] [] []
  2. The Guardian: George Clooney ‘saddened’ by alleged child labour on Nespresso coffee farms: Artikel vom 26.2.2020 []
  3. Spiegel: Die bittere Wahrheit über unseren Kaffee: Artikel vom 21.9.2017 [] []

Über Tobias / earthlink

Ich bin Tobi, 23 Jahre alt und für zwei Monate Praktikant bei Earthlink. Ich studiere in Freiburg Politikwissenschaft und interessiere mich besonders für entwicklungspolitische Themen in Sub-Sahara-Afrika.
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