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Ein Leben als Kindersoldatin: Mädchen sind genauso betroffen wie Jungen

aktiv gegen kinderarbeit |  Bild:  © earthlink e.v.

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Kinder haben nichts mit dem zu tun, was bewaffnete Konflikte verursacht. Dennoch sind sie am schwerwiegendsten betroffen. Sie leiden unter Hunger und Krankheiten, sie werden gefoltert, getötet und sexuell missbraucht. Sie können nicht zur Schule gehen, werden Opfer von Menschenhandel, von ihren Familien getrennt oder als Kindersoldaten rekrutiert. Ihre Situation in Kriegs- und Konfliktregionen verschärft sich zunehmend, raubt ihnen Kindheit, Perspektive und Gesundheit. 2018 lebten weltweit 415 Millionen Minderjährige in Konfliktgebieten. Das ist jedes sechste Kind. Die Zahl der schweren Verbrechen gegen sie ist seit 2010 um 170 Prozent gestiegen.

Ein besonders grausames Schicksal erleiden all diejenigen, denen statt Spielzeug oder Schulbüchern Waffen und Granaten in die Hand gedrückt werden. 250.000 Kindersoldaten werden weltweit dazu gezwungen zu töten, zu plündern und an der Front zu kämpfen. Sie werden durch Minenfelder getrieben, zur Spionage eingesetzt, erfüllen Sicherheits-oder Logistikfunktionen. Für viele bewaffnete Kriegsparteien sind sie fester Bestandteil der militärischen Infrastruktur. Das betrifft sowohl reguläre Armeen als auch Rebellengruppen. Kinder sind einfacher zu manipulieren, werden mit falschen Versprechungen gelockt, entführt und durch Misshandlungen, Drogen oder Geld gefügig gemacht. Wer nicht tötet, wird selbst getötet. Oftmals wird der Begriff Kindersoldat nur mit Jungen assoziiert. Das ist falsch, denn je nach Konflikt sind fünf bis 20 Prozent der minderjährigen Kämpfer weiblich. Es ist wichtig auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen. Genau darum ging es auch am diesjährigen Internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten (Red Hand Day) am 12. Februar. Das Bündnis Kindersoldaten wies darauf hin, dass trotz vieler bekannter Berichte über die Situation der betroffenen Mädchen und jungen Frauen weiterhin eine systematische und umfassende Aufarbeitung fehlt. Vor allem Mädchen werden in bewaffneten Gruppen, aber auch noch auf andere Weise eingesetzt. Sie werden zwangs- beziehungsweise frühverheiratet, sexuell missbraucht und zu Haushaltsarbeiten gezwungen. Oftmals müssen sie ihre Männer in die Kampfgebiete begleiten und sind so den dortigen Gefahren ausgesetzt.

Für die Kinder hört der Horror auch nach dem Krieg nicht auf. Die Gruppen oder Armeen zu verlassen, ist extrem schwierig und gefährlich. Gewalt und der Drill auf bedingungslosen Gehorsam hinterlässt tiefe Spuren. Ihr Selbstbewusstsein schwindet und sie stumpfen gegenüber Grausamkeiten ab. Eine erfolgreiche Rückkehr in die zivile Gesellschaft ist nur mit Unterstützung möglich. Die ehemaligen Soldaten sind oftmals traumatisiert, können ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten und werden stark stigmatisiert. Ohne Ausbildung oder Schulbesuch ist es ihnen nicht möglich für sich selbst zu sorgen. Fehlende soziale Absicherung macht sie weiterhin besonders verletzbar und zwingt sie in einem Teufelskreis gefangen zu bleiben, in dem die Bedürfnisse einer Kindheit keinen Platz finden.1)2)3)4)

  1. Terre des Hommes: Kindersoldaten; Zuletzt aufgerufen am 26.02.2020 []
  2. Epo: Kindersoldaten: Bündnis prangert Einsatz von Mädchen in bewaffneten Konflikten an; Artikel vom 12.02.2020 []
  3. Save the Children: Krieg gegen Kinder: Geschlechterrollen im Fokus; Zuletzt aufgerufen am 26.02.2020 []
  4. Save the Children: Kinder erleben so viel Gewalt wie nie zuvor; Zuletzt aufgerufen am 26.02.2020 []
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