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Die Kindersoldaten des IS – Täter und Opfer zugleich

aktiv gegen kinderarbeit |  Bild:  © earthlink e.v.

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«Wir werden auch gegen Kindersoldaten kämpfen müssen», berichtet Rayyan al Kildani. Er ist der Kommandeur der „Babylon-Kräfte“, einer Miliz asyrischer Christen im Nordirak. Auch er ist beim Sturm auf die IS-Hochburg Mossul mit seinen Männern dabei. Seit zwei Jahren besetzten die Dschihadisten die Stadt. Ein elf oder zwölfjähriges Kind, das damals rekrutiert wurde, kann jetzt als Teenager schon radikalisiert sein. Kildani beteuert, sie werden so menschlich wie möglich vorgehen. 1)

Kann jeder Mensch ein Mörder sein? Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es keinen Menschen, der nicht töten kann, erklärt Jan Kizilhan, einer der bekanntesten Fachleute in diesem Gebiet. Er beschäftigt sich mit den sozialpsychologischen Vorgängen bei Aggression und Gewalt und sieht den Terrorismus als Gruppenphänomen. Die Ideologie des IS unterscheidet banal zwischen Gut und Böse: wer sich nicht bekennt, wird getötet. Deshalb sind Kinder besonders beeinflussbar. Es lassen sich auch psychische Erkrankungen feststellen, die durch die Gehirnwäsche während ihrer Ausbildung hervorgerufen werden. Bei ihnen wird bewusst durch die Ermordung der Eltern eine Bindungsstörung erzeugt, um extreme Gewalt und Grausamkeit zu erreichen. 2)

Systematisch rekrutieren die Dschihadisten die Kindersoldaten für ihre Zwecke. Bei ihrem Versuch, die Kinder in tödliche Waffen zu verwandeln, setzen sie vor allem auf Angst. „Sie haben uns gesagt: Ihr müsst das lernen, weil wir euch in ein anderes arabisches Land bringen werden, wo ihr Köpfe abschneiden müsst. Sie haben gesagt, als Muslim muss man Ungläubige töten.“, berichtet Ahmed. Er konnte aus einem der Lager mit seinem Bruder fliehen. Wer sich sträubte, der wurde erschossen. Außerdem wurden ihnen Drogen gegeben, die ihnen helfen sollten, die Gewalt zu ertragen. Immer wieder mussten sie Videos von Enthauptungen ansehen. Dass IS-Kämpfer töten, schien für sie völlig normal. 3)

Jetzt werden sie auch im Kampf um Mossul eingesetzt und der IS demonstriert wieder einmal seine Brutalität. Vor Beginn des Angriffs wurden Flugblätter über der Stadt abgeworfen, um die Einwohner zu warnen. Bei der Rückeroberungen wird mit langwierigen und heftigen Gefechten gerechnet. Hilfsorganisationen sind dabei, Flüchtlingsunterkünfte vorzubereiten, da von einer Fluchtwelle mit bis zu einer Million Menschen gerechnet wird. 4)

  1. Frankfurter Allgemeine: Die Uneinigen holen zum vereinten Schlag aus; Artikel vom 11.10.16
  2. Schwarzwälder Bote: Jeder Mensch kann ein Mörder sein; Artikel vom 14.10.16
  3. quantara: Die Kindersoldaten des „Islamischen Staates“; Artikel vom 18.10.16
  4. Blick: Kampf um Mossul; Schlacht gegen IS-Kindersoldaten; Artikel vom 17.10.16



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