Durch FairMail erhalten Jugendliche die Möglichkeit auf Bildung – anstatt Müllkippen zu durchforsten

Bild: © Gregor Younger - Wikimedia Commons

Bryan Gonzales Ludenas Wunsch ist es, Ingenieur zu werden. Dadurch erhofft sich der 16-jährige Peruaner eine bessere Zukunft für sich und seine Familie. Mit Hilfe von FairMail könnte sein Traum von einem Ingenieursstudium in Erfüllung gehen.1)

Das kleine Unternehmen FairMail wurde 2006 von der holländischen Soziologin Janneke Smeulders in Peru gegründet.2) FairMail bietet seinen Kunden über den eigenen Webshop originelle Grußkarten zum Kauf an. Das Besondere dabei ist, dass die Motive auf den Karten von unterprivilegierten Jugendlichen stammen. Bei FairMail können junge Menschen aus den ärmsten Teilen Perus, Indiens und Marokkos Fotografiekurse belegen. Sie erhalten vor Ort ein umfassendes Fotografietraining und bekommen die Ausstattung gestellt.3) Anschließend können die Mädchen und Jungen bei FairMail auf Teilzeit-Basis fotografieren. Die gesamte Wertschöpfungskette der Postkarten verbleibt im jeweiligen Entwicklungsland. Das Fotografieren, Drucken sowie der Transport findet komplett in Indien, Peru oder Marokko statt. Zusätzlich zum Fotografieren können die Jugendlichen Englisch- und PC-Kurse belegen4) und erhalten Zugang zu medizinischer Versorgung. 50 Prozent des Gewinns bei den Fotos behalten die jungen Menschen. Damit finanzieren sie sich ihre Ausbildung und unterstützen ihre Familien.3)

Bryan lebt, wie die meisten anderen peruanischen Jugendlichen, die für FairMail in ihrer Freizeit fotografieren, in Trujillo. Trujillo liegt an der Nordküste Perus. Die meisten armen Familien dort verdienen ihr Geld mit dem Sammeln von recycelbaren Gegenständen auf Müllkippen.5) Häufig werden auch schon Kinder zum Müllsammeln geschickt. Das kann zum Teil erhebliche Folgen für die Gesundheit der Minderjährigen mit sich bringen. In den Müllbergen sind sie Bakterien, giftigen Gasen und Chemikalien ausgesetzt. Somit ist das Risiko an Infektionen und Tuberkulose zu erkranken hoch. Auch können die Kinder durch ihre Arbeit die Schule nicht besuchen und haben somit keine Perspektive auf eine bessere Zukunft.

Bryan und seine jungen Kollegen lassen durch das Fotografieren ihre gefährliche Arbeit auf den Müllbergen hinter sich. Sie können in ihre Bildung investieren. Zusammen haben sie bereits über drei Millionen Karten verkauft. Den erwirtschafteten Erlös von 160.000 Euro steckten die Jugendlichen vor allem in ihre Bildung. Einen Teil davon nutzen die Mädchen und Jungen, um ihre Familien zu unterstützen. Mit Hilfe des Geldes konnten deren Häuser mit Strom und Wasser versorgt werden. Es konnten sogar notwendige Operationen für Familienmitglieder bezahlt werden. So fällt es nicht schwer, die Familien davon zu überzeugen, wie wichtig eine gute Ausbildung für ihre Kinder ist. Anstatt Kinderarbeit auf Müllkippen zu leisten, können die jungen Menschen die Schule besuchen. Dadurch haben sie die Chance, langfristig dem Armutskreislauf zu entkommen.6)

  1. FairMail: Bryan Gonzales Ludena – zuletzt aufgerufen am 12.08.2015 []
  2. FairMail: Über FairMail – zuletzt aufgerufen am 12.08.2015 []
  3. Social Startups: Gepostet in Armutsbekämpfung, Bildung, Blog, Entwicklungsländer – zuletzt aufgerufen am 12.08.2015 [] []
  4. Hamburger Wochenblatt: Knipsen gegen Kinderarbeit; nicht mehr verfügbar []
  5. FairMail: Fotografen – zuletzt aufgerufen am 12.08.2015 []
  6. Hamburger Wochenblatt: Knipsen gegen Kinderarbeit – zuletzt aufgerufen am 12.08.2015 []

Über Theresa / earthlink

Ich heiße Theresa. An der LMU München studiere ich Politikwissenschaften und Rechtswissenschaften und freue mich, earthlink für 6 Wochen unterstützen zu dürfen.
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