Das Schicksal der Aidswaisen in Südafrika

Tausend Menschen im Alter zwischen 2 und 50 Jahren sterben in Südafrika durchschnittlich pro Tag an Aids. Viele von ihnen sind Eltern. Mit ihrem Tod bleiben ihre Kinder als Waisen zurück. Schätzungen zufolge leben in Südafrika 1,5 Millionen Aidswaisen. Als Aidswaisen werden Minderjährige bis 15 Jahre bezeichnet, die ihren Vater, ihre Mutter oder gar beide Elternteile durch Aids verloren haben. 60 Prozent der Kinder sind selbst HIV-positiv oder die Krankheit ist bei ihnen bereits ausgebrochen. Andere sind von der Immunschwäche verschont geblieben. Zusätzlich zum Verlust der Eltern sind die verwaisten Kinder in Südafrika starken Benachteiligungen ausgesetzt. Durch die HIV-Infizierung leiden sie häufig unter Stigmatisierung und erheblichen Diskriminierungen. Nachbarn und Angehörige plagt oft die Angst, sich selbst mit dem Virus anstecken zu können. Es kommt nicht selten vor, dass Aidswaisen aus ihren Heimatsiedlungen vertrieben werden.

Nach dem Tod ihrer Eltern können sie oftmals die Schule nicht beenden. Viele von ihnen landen auf der Straße, weil Verwandte, Gläubiger oder Banken ihnen das Haus oder die Wohnung wegnehmen. Dazu kommt, dass die Waisen sich oft um jüngere Geschwister kümmern und für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen müssen. Häufig bleibt den Kindern keine andere Wahl als schwere Arbeit zu verrichten, um sich und ihre Geschwister über Wasser halten zu können.1) Nach Angaben der ILO müssen 24,8 Prozent aller Kinder im Alter von 5 bis 14 Jahren in Südafrika arbeiten. Die 2.633.053 betroffenen Kinder schuften vor allem in der Landwirtschaft (66,5 Prozent) und in der Dienstleistungsbranche (31,9 Prozent).

Und es ist keine schnelle Verbesserung der Lage in Südafrika in Sicht. Im Jahr 2015 sollen Schätzungen zufolge 6 Millionen Menschen in Südafrika HIV-positiv sein. Bis zu diesem Jahr sind dann bereits 5,4 Millionen Südafrikaner an AIDS gestorben.1)

Durch erhöhte Präventionsmaßnahmen versucht die südafrikanische Regierung, die Zahl der HIV-Neuansteckungen zu senken. Auf nationaler Ebene versucht der afrikanische Staat Aids-Beiräte einzurichten. Diese sollen den Informationsaustausch zwischen allen in der HIV- und Aids-Bekämpfung engagierten Organisationen und Behörden leiten. Sie sollen zusätzlich Aufklärungsarbeit und Interventionsmaßnahmen erarbeiten und koordinieren. Gerade die Aufklärungsmaßnahmen haben jedoch bisher nicht zum gewünschten Erfolg geführt.2)

Zu hoffen bleibt, dass die von der Regierung in die Wege geleiteten Maßnahmen in Zukunft besser greifen. Nur durch die Reduzierung der Ansteckungsquote kann es vermieden werden, dass auch in Zukunft tausende Kinder ihre Eltern an Aids verlieren.

  1. Der Strassenkinderreport: Aidswaisen – zuletzt aufgerufen am 14.08.2015 [] []
  2. giz: HIV und AIDS auf allen Ebenen bekämpfen – zuletzt aufgerufen am 14.08.2015 []

Über Theresa / earthlink

Ich heiße Theresa. An der LMU München studiere ich Politikwissenschaften und Rechtswissenschaften und freue mich, earthlink für 6 Wochen unterstützen zu dürfen.
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