Kinderarbeit in Sambia – Ackern in der Landwirtschaft

Bild: © Florence Devoaurd - Wikimedia Commons

Sambia steht einer Vielzahl von Herausforderungen gegenüber. Das Land hat unter anderem mit weitverbreiteter Armut, HIV und Unterernährung in der Bevölkerung zu kämpfen. Die wirtschaftlichen und sozialen Probleme sind in den ländlichen Gebieten deutlich ausgeprägter. Hier müssen viele Kinder auf Farmen arbeiten, da ihre Eltern nicht für ihre Bildung aufkommen können. Kinderarbeit ist in Sambia weitverbreitet. Viele Kinder arbeiten unbezahlt für ihre Familien und einige müssen den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien verdienen.1)

Jedes dritte sambische Kind im Alter von sieben bis 14 Jahren muss arbeiten. Kinderarbeit ist in Sambia hauptsächlich ein ländliches Phänomen. Hier ist die Zahl der Kinderarbeiter dreimal höher als in städtischen Gebieten. Zudem sind die regionalen Unterschiede in Sambia deutlich erkennbar. 16 Prozent der Kinder aus Lusaka müssen arbeiten, während in den östlichen und nördlichen Provinzen jeweils über die Hälfte der dort ansässigen Kinder schuften müssen. Je älter die Kinder sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie einer ausbeuterischen Beschäftigung nachgehen. Aber auch die Zahl der sehr jungen Kinderarbeiter ist nicht zu vernachlässigen. 14 Prozent aller Siebenjährigen und 22 aller Kinder im Alter von acht Jahren haben bereits eine Anstellung. Die überwältigende Mehrzahl der Kinder arbeitet in der Landwirtschaft. 92 Prozent der sieben bis 14 jährigen Kinderarbeiter sind in landwirtschaftlichen Betrieben engagiert. Lediglich vier Prozent arbeiten im Dienstleistungssektor und nur drei Prozent verdingen sich im Handel. Zugleich schuften diese Kinder zu 93 Prozent unbezahlt für ihre Familien. Dieser Umstand ist insofern bedeutsam, da nur Kinder, die im formellen Sektor arbeiten, von Arbeitsinspektionen erfasst werden können.2)

Der schlechte Zugang zu Bildung steht dabei in einem engen Zusammenhang mit der großen Zahl an Kinderarbeitern. Viele Eltern lassen ihre Söhne und Töchter arbeiten, weil die nächste Schule nicht zugänglich, bezahlbar oder in der Lage ist, gute und nützliche Bildung für die Kinder zu bieten. Obwohl in den letzten Jahren immer mehr Schüler eingeschrieben wurden, haben sich die schulischen Begebenheiten kaum verändert. Dies führte zu überfüllten Kassenzimmern und doppelter, manchmal auch dreifacher Belegung während der Unterrichtszeit. Der hohe Anteil von Schülern im Verhältnis zu der geringen Zahl von Lehrern hat die Qualität des Unterrichts und die Stunden effektiven Lernens für die Schüler massiv eingeschränkt.

Kinderarbeit hat viele Ursachen. Sie unterscheiden sich je nach geographischer Lage und wirtschaftlichen, kulturellen und behördlichen Begebenheiten. Die Lösung kann folglich nicht darin bestehen, die Kinder von der Arbeit fernzuhalten. Vielmehr müssen die Wurzeln des Problems angegangen werden. Es muss sichergestellt werden, dass Kinder und ihre Familien umsetzbare Alternativen zur Kinderarbeit zur Verfügung stehen.3)

  1. AllAfrica: Zambia: Arise Against Child Labour – nicht mehr verfügbar []
  2. ILO, UNICEF, World Bank Group: Torwards Ending Child Labour in Zambia – aufgerufen am 3.7.2015 []
  3. allAfrica: Zambia: Arise Against Child Labour – nicht mehr verfügbar []

Über Carolin / earthlink

Ich habe in Regensburg mein Studium der Politikwissenschaft abgeschlossen. Jetzt mache ich ein Praktikum bei earthlink, weil ich überzeugt bin, dass Aufklärung der erste Schritt in die richtige Richtung ist.
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