Mexiko: über die Hälfte der Kinder leben in Armut

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Am 30. April feiert Mexiko den Kindertag, doch für die meisten Kinder gibt es dort nichts zu feiern.1)  Über die Hälfte der 40 Millionen Kinder und Jugendlichen in Mexiko leben in Armut, laut dem Jahresbericht von UNICEF aus dem Jahre 2014. Vor allem Kinder aus ländlicher Gegend sind betroffen.
21,2 Millionen Kinder und Jugendliche, das entspricht 53,8 Prozent aller Minderjährigen in Mexiko, leiden unter Armut und 11,9 Prozent leben in extremer Armut. Insbesondere die indigenen Kinder sind stark von Armut betroffen. Es gibt wenige Möglichkeiten, Kleinkinder medizinisch untersuchen zu lassen. Arme Menschen haben kaum eine Chance auf Zugang zur Gesundheitsversorgung.
Mehr als 60 Prozent der Heranwachsenden leiden im Süden und Südosten Mexikos unter Armut. Durch die Armut kommt es auch zu Unterernährung, darunter leiden 1,5 Millionen Kinder die unter fünf Jahre alt sind. Auf dem Land trifft dies auf jedes dritte Kind zu. Die Zahl der unterernährten indigenen Kinder ist noch wesentlich größer.
In den Bundesstaaten Guerrero, Chiapas, Pueblo und Oaxaca ist eine hohe Kindersterblichkeitsrate bei Kindern unter fünf Jahren zu beobachten. Ungefähr 27 Prozent der Babies unter einem Jahr, haben keine Möglichkeit auf Gesundheitsversorgung. 6,1 Millionen Kinder besuchen nicht die Schule und 2,5 Millionen Kinder müssen arbeiten.2)
Die Armut und der Hunger führen dazu, dass die Kinder gezwungen sind, zu arbeiten, obwohl in der mexikanischen Verfassung steht, dass Kinder unter 14 Jahren nicht arbeiten dürfen. Besonders Agrarbetriebe beschäftigen eine Vielzahl von Kindern. Die Kinder werden oft gar nicht bezahlt und leben in sklavenähnlichen Situationen. Für viele beginnt das Arbeitsleben schon mit zwei Jahren. Das mexikanische Schulsystem trägt viel zu dieser Situation bei. Häufig gibt es in ländlichen Gebieten keine Schulen oder sie sind ungenügend ausgestattet. Die ländlichen Gebiete leiden unter der mangelhaften staatlichen Versorgung mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser.1)
Die organisierte Kriminalität nutzt die Armut der Kinder aus. Kinder werden von den Kartellen für die Durchführung illegaler Aktivitäten – wie Drogenhandel und gezielte Tötungen – missbraucht. Bewusst werben Kartelle Kinder für kriminelle Arbeiten an. Einige Kinder arbeiten auch in der Sexindustrie. Mit dem Wunsch, der Armut und dem Hunger zu entkommen, fallen viele Kinder in die Hände von Ausbeutern. Viele mexikanische Kinder würden nahezu alles machen, koste es was es wolle.3)
Doch durch die schlechte Schulbildung können die Kinder nie einen gut bezahlten Job bekommen und ihre eigenen zukünftigen Kinder werden womöglich das gleiche Leid ertragen müssen. Armut und Hunger gehen Hand in Hand in einem ewigen Teufelskreislauf.

  1. Amerika21: Kinderarbeit in Mexiko weiter Normalität – stand: 23.04.2015 [] []
  2. Amerika21: Mehr als die Hälfte der Kinder in Mexiko lebt in Armut – stand: 23.04.2015 []
  3. InsightCrime: Mexico, Haiti Have Highest Numbers of ‘Modern Slaves’ In the Americas – stand: 23.04.2015 []

Über veronika / earthlink

Ich bin die Veronika und mache den Bundesfreiwilligendienst bei Eartlink e.V.. Die Gesellschaft kann nur vorwärts kommen wenn sie aufgeklärt wird!
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