Peruanischer Präsident will sein Wahlversprechen zur Bekämpfung der Kinderarbeit halten

aktiv gegen kinderarbeit |  Bild:  © earthlink e.v.

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Peru gilt als eines der ärmsten Länder in Lateinamerika. Viele der weniger wohlhabenden peruanischen Familien leben an der Grenze zum Existenzminimum. Um diesem zu entkommen, müssen die Kinder schon in jungen Jahren ihre Familien unterstützen. So kommt es, dass in Peru fast jedes dritte Kind zwischen sechs und siebzehn Jahren etwas Geld für die Familie dazu verdienen muss. Ein Großteil dieser Kinder arbeitet in den peruanischen Goldminen, auf Müllhalden oder ist an der Produktion von Ziegelsteinen beteiligt. Diese Arbeiten sind nicht nur hochgradig gefährlich, sondern wirken sich auch negativ auf die Gesundheit der Heranwachsenden aus.1) Der im Jahr 2011 gewählte Präsident, Ollanta Humala, versprach der peruanischen Bevölkerung, dass seine Regierung der Kinderarbeit den Kampf ansagen wolle.2) Doch was ist seit seinem Amtsantritt passiert? Wie sehen die Strategien aus, um die Kinderarbeit in Peru zu beseitigen?

Ein Jahr nach der Wahl Humalas wurde die „Estrategia Nacional para la Prevención y Erradicación del Trabajo Infantil (ENPETI) 2012- 2021“, die Strategie zur Vermeidung und Ausrottung der Kinderarbeit vorgestellt. Diese Strategie beinhaltet drei Pilotprojekte:
– Das „Semilla – Projekt“ in den Huancavelica, Pasco und Junín Regionen
– Das „Lima – Projekt“, welche sich gegen Kinderarbeit auf Müllhalden in der Carabayllo Region wendet
– Das „Huánuco – Projekt“, welches 12 Distrikte dieser Region unterstützt.
In diesen Regionen ist der Anteil an Kinderarbeit besonders hoch. Mit der Umsetzung dieser Projekte sollen ca. 7 800 Jungen und Mädchen unterstützt werden.3)

Das langfristige Ziel dieser Vorhaben ist die Abschaffung der Kinderarbeit in Peru. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen zum einen die Lebensbedingungen der arbeitenden Kinder und deren Haushalte verbessert und zum anderen Institutionen errichtet werden, die stark genug sind, um die Erfolge der Projekte zu schützen. Um die Lebensumstände der Jugendlichen aus ländlichen Gebieten aufzuwerten, soll ihnen der Zugang zu höheren Bildungseinrichtungen erleichtert werden. Daher wurde in Kooperation mit dem Bildungsministerium ein neues Bildungsprogramm ins Leben gerufen („Secundaria Tutorial“). Erfahrungsgemäß haben Jugendliche, die auf dem Land wohnen, mehr Schwierigkeiten weiterführende Bildungseinrichtungen zu erreichen, da diese sich oftmals nicht in der Nähe der ländlichen Gebiete befinden. So kann sichergestellt werden, dass junge Menschen in den ländlichen Provinzen des Landes über eine Möglichkeit verfügen, sich weiterzubilden.4)
Wenn die Kinder täglich zur Schule gehen und somit eine Chance auf gute Verdienstmöglichkeiten haben, anstatt zur Kinderarbeit gezwungen zu werden, hat es langfristig einen größeren Nutzen für die gesamte Familie. So die Idee hinter der Realisierung der Vorhaben.
Um die Institutionen zu stärken, verfolgt die Regierung das Ziel, die allgemeine Akzeptanz für Kinderarbeit innerhalb der peruanischen Gesellschaft zu verringern. Deshalb hat das Arbeitsministerium in Zusammenarbeit mit der katholischen Universität Peru ein Diplomstudium entwickelt, welches sich auf öffentliche Ordnung mit dem Schwerpunkt auf das Problem der Kinderarbeit konzentriert. Dadurch soll die Sensibilisierung für dieses Thema auf allen Ebenen der Gesellschaft vorangebracht werden.5)

Der amtierende Staatspräsident Ollanta Humala scheint sein Wort halten zu wollen. Die ersten richtigen Schritte wurden eingeleitet, um die Kinderarbeit in Peru effektiv zu bekämpfen. Ob diese Maßnahmen allerdings nachhaltig Erfolg haben, kann erst in Zukunft beurteilt werden.

  1. The Guardian: Peru takes its ‚first steps’ in the eradication of child labour – Stand 04.02.2015 []
  2.   Link zum Artikel von EarthLink – Stand 04.02.2015 []
  3. RPP noticias: Perú avances en prevención del trabajo infantil – Stand 04.02.2015 []
  4. Semilla: Reporte Semestral – Stand 04.02.2015 []
  5. United States Department of Labor: External Interim Evaluation of the Combating exploitative rural child labor in Peru “Semilla Project” – Stand 04.02.2015 []

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