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Bamberger Studentenverein engagiert sich, um indischen Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen

Neueste Statistiken auf dem Gebiet der Kinderarbeit in Indien zeigen, dass von insgesamt 252 Millionen Kindern zwischen fünf und vierzehn Jahren 12,5 Millionen Kinder arbeiten. Damit weist das südasiatische Land die höchste Zahl an Kinderarbeitern im weltweiten Vergleich auf. Viele Experten vermuten, dass die Dunkelziffer noch um einiges höher sei. Demnach könne man davon ausgehen, dass mehr als 65 Millionen indische Kinder zwischen sechs und vierzehn Jahren keine Möglichkeit haben, die Schule regelmäßig zu besuchen.1)

Viele der Kinder müssen zum Beispiel auf Plantagen oder in Steinbrüchen arbeiten, um ein wenig Geld für die Ernährung der Familien dazuzuverdienen. Dabei sind die Bedingungen an den „Arbeitsstätten“ so gut wie nie menschenfreundlich. Schon gar nicht für Kinder. Sie riskieren für einen Hungerlohn ihre Gesundheit und tragen oftmals nicht nur körperliche sondern auch psychische Schäden davon.

Generell muss konstatiert werden, dass das Geschäft mit der Kinderarbeit für viele Kinderhändler, Industrielle oder Fabrikbesitzer sich als sehr lukrativ erweist. Dafür sprechen einige Tatsachen: Im Vergleich zu Erwachsenen sind Kinder zum einen deutlich billigere Arbeitskräfte, zum anderen lassen sich Kinder leichter ausbeuten; sie können sich nicht so leicht wehren und sind nur sehr selten gewerkschaftlich organisiert.

Als Ursachen für Kinderarbeit machen Experten verschiedene Faktoren verantwortlich: Die wirtschaftliche Ungleichheit in dieser Region der Welt, schlechte Sozialsysteme, Armut und Ausbeutung sowie fehlende Bildung. Armut und Bildung stehen in einer engen Wechselbeziehung. Viele Eltern können sich keine Schulbildung für die Kinder leisten oder erachten es als keine Notwendigkeit, sie zur Schule zu schicken. Die Kinder sollen lieber helfen, die Familie mitzuernähren.

Im Jahr 2009 hat die Regierung in Neu Delhi Reformen verabschiedet, welche das Problem der Kinderarbeit beheben sollten. So wurde durch diese Neuregelung die Schulpflicht für Kinder zwischen sechs und vierzehn Jahren eingeführt. Zudem soll der Schulbesuch für alle Kinder kostenlos sein. Zusätzlich sieht das Gesetzt vor, dass Privatschulen 25 Prozent ihrer Plätze mit sozial benachteiligten oder behinderten Kindern besetzen.2) Trotzdem können immer noch mehr als ein Drittel der Bevölkerung weder lesen noch schreiben. Über die Hälfte der Kinder beendet die Grundschule nicht. Insgesamt gehen 13,5 Millionen Kinder in Indien nicht in die Schule.3) Folglich mangelt es noch an der richtigen Umsetzung der staatlichen Reformen.

Umso wichtiger ist es, dass sich gemeinnützige Vereine dieses Problems annehmen. Auch in Deutschland lassen sich einige ehrenamtliche Organisationen finden, die den Kindern in Indien helfen wollen. In der oberfränkischen Stadt Bamberg haben sich einige Studenten der dort ansässigen Universität zusammengeschlossen und den Verein „Hand des Menschen“ gegründet. Das Hauptaugenmerk des Vereins richtet sich auf das Recht einer gründlichen medizinischen Versorgung und vor allem einer umfassenden Grundbildung für jedes Kind in Indien. Um ihr Vorhaben verwirklichen zu können, plant die Organisation „Hand des Menschen“ den Bau einer Schule in Sullia, einer Stadt im südindischen Bundesstaat Karnataka. Die neue Schule soll ca. 60 bis 70 Kindern Platz bieten. Den Mädchen und Jungen wird dadurch eine neue Zukunftsperspektive aufgezeigt. Fernab von der gefährlichen und gesundheitsschädlichen Arbeit zu der ein Großteil dieser Kinder gezwungen werden. Zudem realisiert „Hand des Menschen“ in der Nähe der Stadt Chennai ein Schulprojekt. Auch hier wird das Ziel verfolgt, die Kinder weiterzubilden. Außerdem soll den Eltern bewusst gemacht werden, dass sie den Armutskreislauf eher durchbrechen können, wenn die Kinder regelmäßig die Schule besuchen.4)

Es bleibt zu hoffen, dass die Projekte des Vereins weiterhin erfolgreich umgesetzt werden können. Denn die indische Regierung scheint jede Hilfe zu benötigen, um die ambitionierten Reformvorhaben erfüllen zu können.

  1. Brot für die Welt: Kinderarbeit in Indien – Stand 16.02.2015 []
  2.  International Labour Organization: National Legislation and Policies against Child Labour in India – nicht mehr abrufbar []
  3.  Reset: Indien-Ein Überblick – Stand 16.02.2015 – nicht mehr frei verfügbar []
  4. Hand des Menschen-Kindern eine Zukunft geben – Stand 16.02.2015 []

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