Junge Aktivisten fordern einen „Schoko-Tüv“

Bild: © Bundestag - Wikimedia Commons

Deutschland ist Vize-Weltmeister im Schokoladenkonsum und aufgrund der hohen Nachfrage verbrauchen wir etwa zehn Prozent der weltweiten Kakaoernte. Deswegen fällt uns eine besondere Verantwortung zu und zwar sollten wir die Umstände in der Produktion von Schokolade noch mehr hinterfragen.1) Seit einiger Zeit beschäftigt sich die „Schokofair“ Initiative der Montessori Sekundar- und Hauptschule Düsseldorf mit dem Thema Kinderarbeit in der Schokoladenindustrie. Sie will verschleppten, versklavten und entrechteten Kindern aus Ghana und der Elfenbeinküste eine Stimme geben.2) Für ihr Engagement hat sie schon viele Auszeichnungen erhalten, unter anderem ist sie der UNICEF-Juniorbotschafter 2013.3)

Schokolade, die nicht fair ist, soll in Supermärkten nicht mehr verkauft werden. Es soll ein „Schoko-Tüv“ eingeführt werden, um faire Produktionsbedingungen zu garantieren. Wer dagegen verstößt, soll hohe Bußgelder zahlen oder gar vom Verkauf ausgeschlossen werden.2) So lauten die Forderungen der Jugendlichen aus der „Schokofair“ Initiative, die sie letzten Mittwoch in einer öffentlichen Sitzung des Parlamentarischen Beirates für nachhaltige Entwicklung vorgetragen haben. Neben dem Beirat waren Vertreter der Bundesregierung, unter anderem Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller, anwesend.4)  Dieser hatte sich vor der Sitzung extra Zeit für ein Gespräch mit den jungen Aktivisten genommen. Der Minister zeigte sich beeindruckt von den Aktionen der Jugendlichen und begrüßte den „Schoko-Tüv“, der auch ein Ziel des „Forums Nachhaltiger Kakao“ sei.5) Das Forum setzt sich aus rund 80 Mitgliedern aus Industrie, Handel, Politik und Zivilgesellschaft zusammen und verfolgt das Ziel, nachhaltigen Kakaoanbau zu fördern.1) Sie geben 20.000 Kleinbauern finanzielle Unterstützung, damit diese nicht ihre Kinder zur Arbeit auf die Plantagen schicken müssten, sagte Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Gesetzlichen Regelungen steht Frau Flachsbarth eher skeptisch gegenüber, weil diese oftmals nicht eingehalten werden, wie das Gesetz gegen Kinderarbeit in der Elfenbeinküste beweist.2)

Konkrete Zusagen im Hinblick auf eine sofortige Verankerung von Regelungen im Gesetz gegen die Kinderarbeit oder gegen Unternehmen, die mittels Kinderarbeit produzierte Schokoladen verkaufen, vermochten die Politiker den Jugendlichen nicht zu geben. Dafür hatten sie sich auf ein Positionspapier geeinigt, welches festhält, dass Kinderarbeit aktiv bekämpft werden müsse und mehr Transparenz bei den Lieferketten benötigt werde. Zudem wurde die Bundesregierung aufgefordert zu prüfen, welche gesetzlichen Regelungen auf nationaler Ebene möglich seien.2)

Entwicklungsminister Müller hat die Jugendlichen eingeladen, im November nochmals nach Berlin zu kommen, um an der Zukunftscharta mitzuarbeiten. Diese soll dann der Bundeskanzlerin Angela Merkel übergeben werden.4)

  1. Deutscher Bundestag: Beschluss des Parlamentarischen Beirates für nachhaltige Entwicklung zum Projekt „SchokoFair – Stoppt Kinderarbeit!“ der UNICEF-Juniorbotschafter 2013; aufgerufen am 06.03.2018 [] []
  2. Deutscher Bundestag: Gegen Kinderarbeit auf Kakaoplantagen; aufgerufen am 06.03.2018 [] [] [] []
  3. Schokofair: Schokofair Stoppt Kinderarbeit! -10.10.2014 []
  4. Deutscher Bundestag: Schokofair-Kinder wollen einen Schoko-Tüv – 10.10.2014 [] []
  5. Ad Hoc News: Gemeinsam für fairen Kakaoanbau ohne Kinderarbeit – nicht mehr verfügbar []

Über lena / earthlink

Hey, ich bin die Lena und studiere International Business in Nürnberg. Ich interessiere mich schon lange für Entwicklungspolitik und wollte nun mal in die Arbeit einer kleinen NGO hineinschnuppern. Deswegen mache ich ein 8-wöchiges Praktikum bei Earthlink e.V.
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