Hunger! Der Weg in die Kinderarbeit

Asia, Asien, boy, Junge, Kinderarbeit, child labour, carry, tragen | Bild: © ILO - Flickr

Sejan, vier Jahre alt, leidet an einer Wachstumsstörung und spricht kaum noch ein Wort.
Die Prognosen für die Zukunft sehen für Sejan schlecht aus. Er wird langsam sein Augenlicht verlieren, seine geistige Entwicklung ist gestört, Wunden werden langsamer verheilen und er könnte jederzeit an einer leichten Infektion sterben.
Sejan ist eines von vielen unterernährten Kindern auf Mumbais Straßen.1)

Weltweit leiden ungefähr 170 Millionen Kinder an Unterernährung, gerade in Subsahara-Afrika, Süd- und Südostasien. Allein in Indien hungern ungefähr 43% der Kinder.
Hunger beginnt schon im Mutterleib, wenn während der Schwangerschaft eine Mangelernährung bei der Mutter vorliegt, wird das Kind meist Schaden davon tragen, z.B. Verringerung des Wachstums, Anfälligkeit für Infektionen und Krankheiten. Wird dem Kind nach der Geburt nicht genug Nahrung gegeben, versucht der Körper dies auszugleichen. Die Leistungsfähigkeit des Kindes wird reduziert. Hunger kann die Abwehrkräfte so sehr schwächen, dass sogar harmlose Krankheiten tödlich enden können.
Dem Mikronährstoffmangel liegt auch zugrunde, dass durch mangelnde Aufklärung in der 3. Welt die Mütter nicht wissen, dass Mineralstoffe und Vitamine vor allem für die Entwicklung des Kindes wichtig sind. Am häufigsten mangelt es den Kindern an Eisen, Vitamin A, Jod und Zink.2)

Ein Problem ist, dass die Kinder für die Arbeit gebraucht werden , weil sonst noch mehr Kinder und Erwachsene hungern würden.
Dazu kommen die Schulkosten, die die Eltern nicht tragen können, was zur Folge hat, dass die Kinder den Unterricht nicht besuchen können. Dafür müssen die älteren Geschwister die jüngeren ernähren. Doch niemanden kümmert es, dass beispielsweise die Kinder auf den Zuckerrohrplantagen unterernährt sind.3)
Durch Hungersnot werden manche Schulen geschlossen, da der Schüleranteil zu niedrig ist, weil die Kinder zu schwach sind, um in die Schule zu gehen und stattdessen ihre Zeit nutzen, um mit ihren Eltern Nahrung für die Familie aufzutreiben.4)

Zudem birgt Hunger das Problem, dass er die geistige Entwicklung von Kindern stört. Ihre kommunikativen Fähigkeiten werden eingeschränkt und durch den Vitamin A Mangel verschlechtert sich ihre Sehkraft.

Keine guten Voraussetzungen, um in die Schule gehen zu können. Dadurch, dass sie nicht zur Schule gehen, wird ihnen in den meisten Fällen die Möglichkeit verwehrt, später einmal einer soliden Arbeit nachzugehen. Sie können nur noch „niedere“, schlecht bezahlte und unsichere Tätigkeiten verrichten. Der Weg in die Armut scheint unter solchen Bedingungen vorprogrammiert. Es ist sehr wahrscheinlich, dass auch deren Kinder später einmal arbeiten werden, um Essen für die Familie auf den Tisch zu bringen. Ein ewiger Teufelskreis beginnt…

  1. ZDF : Heute Journal vom 13.10.2014  []
  2.   World Food Programme – 17.10.2014 []
  3. Aisan Human Rights Commission: Child labour: Hunger and child malnutrition invisible in the Philippines – 17.10.2014 []
  4. Eldis: Hunger, public policy and child labour: case study of Malawi – 17.10.2014 []

Über veronika / earthlink

Ich bin die Veronika und mache den Bundesfreiwilligendienst bei Eartlink e.V.. Die Gesellschaft kann nur vorwärts kommen wenn sie aufgeklärt wird!
Dieser Beitrag wurde unter sonstiges abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.