World Vision appelliert an G20-Staaten

 |  Bild: © Marcin n® - Wikimedia Commons

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Im November wird im australischen Brisbane der nächste G20-Gipfel stattfinden. Die Minister für Arbeit und Beschäftigung haben sich bereits letzte Woche in Melbourne getroffen, um sich auf bestimmte Themen zu spezialisieren. In den zwei Tagen wurde viel über Zukunftsmodelle in der Arbeitswelt diskutiert und auch das Thema Kinderarbeit wurde ausführlich behandelt. Denn es arbeiten immer noch 168 Millionen Kinder weltweit. Davon sind mehr als 85 Millionen in Sektoren beschäftigt, die zu den schlimmsten Formen von Kinderarbeit zählen. Prostitution, Sklaverei und Drogenhandel sind nur drei Beispiele.1) „Eines von zehn Kindern, älter als fünf Jahre, arbeitet zum Nachteil der eigenen Gesundheit, Ausbildung und Zukunft.“, sagt Herr Costello, CEO von World Vision.2)

Im April dieses Jahres hat World Vision einen Bericht über die Bekämpfung von Kinderarbeit herausgebracht. Diesen adressieren sie extra an die G20-Staaten, denn ein gemeinsames Vorgehen wäre weitaus wirkungsvoller als isolierte Aktionen in einzelnen Ländern. Die G20 Regierungen besitzen die Verantwortung und Möglichkeit, das Leben von Kinderarbeitern zu verbessern.2) Aufgrund des weltweiten Wettbewerbs, entsteht der Druck, immer billiger zu produzieren und führt zu Kinderarbeit auf fast jeder Produktionsstufe. Wenn nun verschiedene nationale und industriespezifische Standards an einheitliche Prinzipien angepasst werden, dann ist es zukünftig egal, in welchem Land das Unternehmen produziert.3) Außerdem entspricht die Kaufkraft der G20-Staaten 85 Prozent des globalen BIP, sodass sie massiven Einfluss auf die Produktionsbedingungen nehmen kann. Würden sie nur noch Waren kaufen, welche ohne Kinderausbeutung produziert wurden und sich öffentlich gegen Kinderarbeit einsetzen, dann könnten sich Märkte entwickeln, die nicht auf Menschenrechtsverletzungen basieren.2) „Der beste Weg im Kampf gegen Kinderarbeit ist daher eine konstruktive Kooperation von Regierungen, Unternehmen und NGOs im Kampf gegen Kinderarbeit, welche die Interessen des Kindes in den Vordergrund stellt und größere Transparenz bietet.“, meint Reto Gerber, der Geschäftsführer bei World Vision in der Schweiz ist.4)

Am Ende des zweitägigen Kongresses haben die Minister einen Bericht vorgelegt, welcher die Verpflichtungen bezüglich Arbeit, Beschäftigung und sozialen Herausforderungen sowohl im nationalen als auch globalen Sinn enthält. Einer der Punkte ist, jungen Menschen die Möglichkeit zur Bildung, Ausbildung und Arbeit zu geben.5) Nun heißt es abwarten und hoffen, dass im November beim G20-Gipfel ein ähnliches Engagement für arbeitende Kinder zu sehen ist.

  1. World Vision Policy Report: Creating markets for child-friendly growth – nicht mehr verfügbar []
  2. Christian Today: G20 to address child labour – zuletzt aufgerufen am 16.09.2014 [] [] []
  3. World Vision Policy Report: Creating markets for child-friendly growth; nicht mehr verfügbar []
  4. World Vision Schweiz: 168 Millionen Kinder müssen arbeiten ­– nicht mehr verfügbar []
  5. Australian Government Department of Employment: Labour and Employment Ministerial meeting; nicht mehr verfügbar []

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