Die Wahrheit über die Schokoladenproduktion

Schokolade, Kakao, Produktion | Bild: © Peter Pearson - Flickr

Auch heute noch arbeiten über 500.000 Kinder in der Kakao-Produktion. Selbst der weltweit größte Schokoladen-Hersteller Barry Callebaut offenbart, dass Kinderarbeit in dieser Branche allgegenwärtig ist. „Kinderarbeit in der Kakao-Produktion gibt es immer noch“, bestätigt der Mediensprecher von Barry Callebaut, Raphael Wermuth, gegenüber der Radiosendung Espresso. Sämtliche Entwicklungsprogramme der letzten Jahre hätten nicht verhindern können, dass Minderjährige in der Kakao-Produktion arbeiten.

Die primäre Ursache hierfür ist die weit verbreitete Armut. Etwa 5,5 Millionen Kleinlandwirte bauen Kakao an, wobei der Kontinent Afrika als Hauptproduzent der Bohnen, die in der Schokoladen-Industrie verwendet werden, gilt. Der größte Lieferant ist mit rund 40 Prozent die Elfenbeinküste. Das Einkommen der Bauern ist miserabel. Laut Angaben der Non-Profit-Organisation „Erklärung von Bern“ beträgt der Familienlohn pro Tag ungefähr 50 US-Cent. Dies entspricht gerade einmal der Hälfte der von den Vereinten Nationen definierten absoluten Armutsgrenze von 1.25 US-Dollar. „Die Lebenssituation der Kakao-Bauern hat sich in den letzten zehn Jahren kaum verbessert […] Kinderarbeit und sogar Kindersklaven sind deshalb auch heute noch eine Tatsache“, verdeutlicht Andrea Hüsser von der NGO. Leider ist das Problem aufgrund der hohen Armut aber unumgänglich. Die Bauern könnten es sich nicht leisten, Erwachsene als Arbeiter einzustellen. Des Weiteren könne man die Kinder wegen des kaum vorhandenen Geldes nicht zur Schule schicken.

Andrea Hüsser sieht zwei Lösungsstrategien, um eine Verbesserung der Situation voranzutreiben: „Die Schokolade-Produzenten müssen den Kakao-Bauern einen besseren Preis für ihre Ware bezahlen. Und sie müssen die Bauern dabei unterstützen, andere Pflanzen anzubauen.“ Die Hauptverantwortlichen des Unternehmens Barry Callebaut betreiben seit zwei Jahren ein internes Unterstützungsprogramm namens Coco Horizon. Dabei werden 40 Millionen Franken in der Zeitspanne von zehn Jahren eingesetzt, um die Kakao-Herstellung in Ghana und in der Elfenbeinküste zu entwickeln. „Unser Hauptanliegen ist es, dass die Produktivität bis ins Jahr 2018 gesteigert wird.“, erläutert Ralph Wermuth. Neben der Errichtung von Schulen und dem Bau von Brunnen werden auch die Landwirte weitergebildet. Mit den Fortbildungsmaßnahmen wird beabsichtigt, den Bauern ein höheres Einkommen ermöglichen zu können. Weiterhin spricht er sich für eine engere Kooperation aus: „Zwischenzeitlich besteht die Einsicht in der Branche, dass alle Einzelaktionen der Vergangenheit zwar gut waren, dass es aber künftig eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Schokolade-Produzenten, den NGOs und den Regierungen braucht.“ Auf die Nachfrage, wie sich Konsumenten bezüglich der Kinderarbeit in der Schokoladen-Herstellung verhalten sollten, antworteten sowohl die „Erklärung von Bern“, als auch Barry Callebaut dasselbe: „Weiterhin qualitativ hochstehende Schokolade konsumieren.“ Außerdem empfiehlt Andrea Hüsser: „Was sicherlich zusätzlich hilft, wenn wir Schokolade konsumieren, die mit einem Nachhaltigkeits- oder einem Bio-Label gekennzeichnet ist.“

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Über philipp / earthlink

Hallo, ich heiße Philipp Meier und bin Offiziersanwärter bei der Bundeswehr. Derzeit absolviere ich ein Praktikum bei earthlink :)
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