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28,5 Milliarden US-$ für Bildung in Entwicklungsländern

aktiv gegen kinderarbeit |  Bild:  © earthlink e.v.

aktiv gegen kinderarbeit | Bild: © earthlink e.v.

Um die Bildung in mehr als 60 Entwicklungsländern zu verbessern, werden zusätzliche 28,5 Milliarden US-Dollar bereit gestellt. Diese Summe sicherten u.a. verschiedene Regierungen aus Entwicklungs- sowie Geberländern auf der Wiederauffüllungskonferenz der Globalen Partnerschaft für Bildung (GPE) in Brüssel zu.1) Julia Gillard, die Vorsitzende des Verwaltungsrats der GPE, zeigt sich euphorisch angesichts des Ergebnisses der Konferenz: „Wir haben heute Finanzierungszusagen in Rekordhöhe für die Bildung in Entwicklungsländern in aller Welt gesichert. Dieses außergewöhnliche Ergebnis ist nicht nur ein Vertrauensbeweis für die Macht der Bildung, das Leben von Millionen Kindern zu verbessern, sondern auch ein Tribut an die vorausschauende Führung unserer Partnerländer – Geber und Entwicklungsländer gleichermaßen.“1)

Die „Rekord-Summe“ von 28,5 Milliarden US-Dollar ist allerdings zum größten Teil auf die Verpflichtungen von 27 Entwicklungsländern zurück zu führen: Sie wollen ihren Bildungshaushalt zwischen 2015 und 2018 um 26 Milliarden US-Dollar erweitern. Die Geber – darunter die Europäische Union und einige Mitgliedsstaaten – kündigten dagegen an, einen Beitrag von 2,1 Milliarden US-Dollar beizusteuern. Weitere Gelder kommen von multilateralen Organisationen, NGOs, Stiftungen und aus der Privatwirtschaft.2)

Die Gelder sollen in der kommenden Wiederauffüllungsperiode der GPE eingesetzt werden, die von 2015 bis 2018 laufen wird.2) Wichtige Ziele der GPE in diesen vier Jahren sind unter anderem einen verbesserten Zugang zu Bildung zu schaffen und eine gesteigerte Qualität der Bildung sowie mehr Gleichheit zu erreichen. Im Mittelpunkt der Bemühungen stehen Kinder aus armen und gefährdeten gesellschaftlichen Kreisen.2)

„Diese Mittel werden das Leben und die Zukunft von Millionen Kindern in aller Welt verändern“, hofft der EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs.2) Doch trotz der beachtlichen Summe von 28,5 Milliarden, die insgesamt bereit gestellt werden soll, lässt sich das Ergebnis der Konferenz auch durchaus kritisch betrachten. Vor allem die Organisation Oxfam zeigt sich von dem Engagement der Geberländer enttäuscht, die angekündigt hatten, im Laufe der kommenden Wiederauffüllungsperiode 3,5 Milliarden US-Dollar zur Verfügung zu stellen. Mit ihrer Zusicherung von 2,1 Milliarden bleiben sie derzeit noch hinter den Erwartungen zurück. Insbesondere die deutsche Bundesregierung hat ihre Versprechen bislang nicht erfüllt: Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) versicherte Anfang dieses Jahres, jährlich 400 Millionen Euro für Bildung in den Ländern des Südens zur Verfügung zu stellen – dahingegen ist die aktuelle Zusage für sieben Millionen Euro regelrecht enttäuschend. Sandra Dworack, Bildungsreferentin bei Oxfam Deutschland, kritisiert: „Noch immer können 57 Millionen Kinder keine Grundschule besuchen. Das macht die Ergebnisse von Brüssel inakzeptabel. In den kommenden Monaten werden die Geber ihre Zusagen deutlich erhöhen müssen, um nach folgelosen Ankündigungen endlich zu realen Steigerungen zu kommen. Besonders Deutschland sollte die Kinder in armen Ländern nicht im Stich lassen und seine Zusage deutlich aufstocken.“3) Auch EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs betonte die Notwendigkeit, weiter zusammen zu arbeiten und die Bemühungen zu intensivieren.1)

Vor allem in Bezug auf Kinderarbeit ist ein verstärktes Engagement für Bildung in den Ländern des Südens dringend nötig: Fehlende Bildung ist nicht nur eine Folge von Kinderarbeit, sondern auch in vielen Fällen ihre Ursache. Denn ohne richtige Bildung bekommen die Kinder kaum Möglichkeiten, in ihrem späteren Leben einen fair bezahlten und qualifizierten Beruf zu ergreifen, mit dem sie aus der Armut ausbrechen und eine eigene Familie ernähren können. Sie wären auf die finanzielle Unterstützung ihrer eigenen Kinder angewiesen. Folglich ließe sich Kinderarbeit nur dann nachhaltig überwinden, wenn der Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung weltweit verbessert würde. Doch dahin ist es noch ein weiter Weg: Immer noch können mehr als 774 Millionen Jugendliche und Erwachsene weder lesen noch schreiben.4)

  1. Neues Deutschland:28,5 Milliarden US-Dollar für Bildung; erschienen am 27.06.2014; aufgerufen am 30.Juni 2014 [] [] []
  2. Epo: 28,5 Mrd. US-Dollar für globale Bildung zugesagt; erschienen am 28. Juni 2014; aufgerufen am 30. Juni 2014 [] [] [] []
  3. Ostfalen Spiegel: Oxfam kritisiert deutschen Beitrag als enttäuschend; nicht mehr verfügbar []
  4. Bmz: Die Bildungssituation in Entwicklungsländern; aufgerufen am 01. Juli 2014 []
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