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Tansania kämpft gegen Kinderarbeit

Kinder beim Goldwaschen (Symbolbild) |  Bild: © Djembe - dreamstime

Kinder beim Goldwaschen (Symbolbild) | Bild: © Djembe - dreamstime

Der Staat Tansania im Osten Afrikas war eines der ersten Länder weltweit, die 2001 ein zeitgebundenes Programm (national time-bound programme, kurz TBP) eingeführt haben, um gegen die schlimmsten Formen von Kinderarbeit vorzugehen. Länder, die dieses Programm unterzeichnen, müssen sofortige und effektive Maßnahmen ergreifen.

Die US-amerikanische Botschaft hat in der Stadt Dar es Salaam eine Konferenz zum Thema Kinderarbeit organisiert. Die tansanische Regierung erkennt an, dass Kinderarbeit immer noch ein kritisches Thema im Lande ist. Die Armut stellt hierbei das größte Problem dar, denn sie zwingt Erziehungsberechtigte dazu, ihre Kinder auf Arbeitssuche zu schicken. Die meisten Kinder in Tansanie arbeiten auf Farmen und in Minen. Ein Beauftragter des Ministeriums für Arbeit, Saul Kinemale, sagt dazu: „Wir brauchen effektive und resolute Bemühungen um Kinderarbeit zu eliminieren.“ Wichtig sei es auch, dass grundlegende Bildung und Sozialhilfe für alle Bevölkerungsschichten frei zur Verfügung stünden.1)

Das Wohlergehen vieler Kinder ist durch ihre Arbeit auf Farmen oder in Minen extrem gefährdet. Tansania ist Afrikas viertgrößter Goldproduzent. Um Gold zu gewinnen, setzen die Kinder sowohl ihre Gesundheit als auch ihr Leben aufs Spiel. Die Arbeit spielt sich in den tiefen, instabilen Schächten der Minen ab, in denen sie Golderz abschürfen und herausbohren. Nicht nur mit gefährlichen Werkzeugen und einstürzenden Schächten haben sie zu kämpfen, sie sind auch tagtäglich mit giftigen Chemikalien wie Quecksilber in Berührung. Dieses wird zum Säubern von Gold benutzt. Quecksilber greift das zentrale Nervensystem an. Es beeinträchtigt stark die körperliche Entwicklung  und führt oft zu lebenslangen Behinderungen. Erwachsene und Kinder, die in Minen arbeiten, sind sich des Gesundheitsrisikos nicht bewusst. Schulungen oder Aufklärung hinsichtlich des Problems gibt es kaum. Außerdem können Quecksilbervergiftungen weder diagnostiziert noch behandelt werden, da es an medizinischem Personal und an der Ausstattung fehlt.2)

Tansania initiierte in der Vergangenheit sehr viele neue entwicklungspolitische Richtprogramme und Strategien, um gegen Kinderarbeit vorzugehen. 2009 wurde ein Gesetz durchgesetzt, dass die Rechte von Kindern schützen soll, sowie „MKUKUTA 2“ und andere Richtlinienpapiere und Strategien. Das Programm „ MKUKUTA 2“ hat das Ziel, nachhaltiges Wachstum zu fördern und die Chancen von Frauen und Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Außerdem soll die Lebensqualität derjenigen Bevölkerungsgruppen, die am ärmsten und schutzlosesten sind, verbessert werden. Es sollen soziale Ungleichheiten reduziert werden und im Gegenzug soziale Dienste beansprucht werden können und zwar unabhängig von Rahmenbedingungen wie Lebensort, Einkommen, Alter oder Geschlecht. Es gibt viele Schulungszentren, in denen Jugendliche hinsichtlich landwirtschaftlichem Anbau, Viehzucht, Kinderarbeit, HIV/ AIDS, Umwelt und Gender unterrichtet werden. Auf weiteren, sogenannten „awareness campaigns“ werden Regierungsoffiziere und lokale Führungspersönlichkeiten sensibilisiert und über die Gefahren von Kinderarbeit aufgeklärt. Der Direktor der ILO, Alexio Musindo, betont wie wichtig es sei, noch mehr solcher Kampagnen durchzuführen.
Die US-amerikanische Botschaft verspricht Unterstützung im Kampf gegen Kinderarbeit. Eine Sprecherin ermahnt die Regierung dazu, rigorose und regelmäßige Inspektionen durchzuführen, vor allem in Regionen, die bekannt für Kinderarbeit sind. Man kann nur hoffen, dass die vielen Programme und Initiativen Früchte tragen und letztendlich langfristige Erfolge in Tansania sichtbar werden.3)

  1. ippmedia.com, 22.04.2014: Tanzania fighting child labour from all fronts, nicht mehr verfügbar []
  2. hrw.org, 28.08.2013: Gefährliches Leben für Kinder in Goldminen, aufgerufen am 22.04.2014 []
  3. ippmedia.com, 22.04.2014: Tanzania fighting child labour from all fronts, aufgerufen am 22.04.2014 []
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