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Michael Glawogger stirbt mit 54

aktiv gegen kinderarbeit |  Bild:  © earthlink e.v.

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Der österreichische Filmemacher Michael Glawogger ist letzte Woche in Liberia gestorben. Er war an Malaria erkrankt, als er auf der Suche nach Material für seinen neuen Film war.

1959 wurde er in Graz in Österreich geboren. Sein Wissen übers Filmen erlangte er am San Francisco Art Institute und an der Wiener Filmakademie. Sich selber nannte Michael Glawogger einen „poetischen Realisten“. In Österreich war der Filmemacher einer der Unermüdlichsten. Er arbeitete schon am nächsten Projekt, wenn sein altes noch gar nicht fertig war. Seine Projekte konnte man meist keiner Gattung zuordnen. Er verfilmte Komödien genauso wie ernste Dokumentationen.((Standart.at, 24.04.2014: Filmemacher Michael Glawogger gestorben, aufgerufen am 25.05. 2014))

Glawogger hat Filme und Dokumentationen gedreht. Vor allem in seinen Dokumentationen untersuchte Glawogger die Bedeutung der Modernisierung und der Globalisierung auf die ärmsten Bevölkerungsschichten in Entwicklungsländern. In seiner Doku „Megacities“ aus dem Jahr 1998 dokumentiert er das Leben derjenigen Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, und das in vier völlig verschiedenen Städten: Mumbai, New York City, Moskau und Mexiko Stadt. Die Doku „Workingman’s Death” (2005) zeigt welches Ausmaß die Verzweiflung von Menschen annehmen kann. Wie weit gehen Leute, um Geld zum Überleben zu verdienen? Hier sieht man beispielsweise Indonesier, die an einem aktiven Vulkan Schwefel sammeln. Über die Dokumentation „Whore’s Glory” (2011) sagte er einst: „Ich brauche nicht zu bewerten, um Stellung zu beziehen. Ich muss nur das zeigen, was ich sehe“. Der Dokumentationsfilm untersucht das älteste Gewerbe der Welt, die Prostitution. Glawogger porträtierte und begleitete Mädchen in Ländern wie Thailand, Bangladesch und Mexiko bei ihrer Arbeit.1)

Seinem neuen Film, für den er in Liberia unterwegs war, wollte er bewusst keinen Namen geben. Er sagte darüber: „Dieser Film soll ein Bild der Welt entstehen lassen, wie es nur gemacht werden kann, wenn man keinem Thema nachgeht, keine Wertung sucht und kein Ziel verfolgt. Wenn man sich von nichts treiben lässt außer der eigenen Neugier und Intuition“

Menschen wie Glawogger sind selten. Sie riskieren ihre Gesundheit, Sicherheit und manchmal sogar ihr Leben um auf Missstände und Elend aufmerksam zu machen. Auch wir von earthlink sind auf die Arbeit solcher tapferen und selbstlosen Menschen angewiesen, wenn es beispielsweise um die Verletzung von Arbeitsrechten oder die Ausbeutung von Kindern geht. Ohne sie gäbe es keine oder nur wenige Informationen. Den Mut und die Arbeit solcher Menschen sollten wir alle schätzen.

  1. variety.com, 23.04.2014: austrian director michael glawogger dies from malaria, aufgerufen am 25.04.2014 []
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