Kenia: Kampagne gegen Kinderarbeit in Kitui County

Bild: © Christopher Michel - Wikimedia Commons

„Ich habe früher hier gearbeitet, weil meine Mutter arm ist. Sie hat kein Geld, nicht mal fürs Essen. Es war für mich die einzige Chance, das Geld für die Schule aufzutreiben.“ Robert arbeitete früher in einem Steinbruch, um Schottersteine für den Straßenbau zu klopfen –  wie viele Kinder in Kenia. Die Arbeit ist anstrengend und laugt den jungen, sich noch im Wachstum befindenden Körper aus. Doch für viele Jungen und Mädchen ist die harte Arbeit die einzige Möglichkeit, ihre Ausbildung oder sogar ihr tägliches Essen zu bezahlen.

Nach Angaben der Regierung arbeiten über 1,9 Millionen Jungen und Mädchen in Kenia, manche bereits mit fünf Jahren. Nur wenige gehen in die Schule oder haben sogar eine abgeschlossene Ausbildung.1)

Wie in anderen Ländern Afrikas ist die hohe Kinderarbeitsrate der extremen Armut geschuldet. Große Teile der Bevölkerung leben am Rande des Existenzminimums und darunter, zahlreiche Menschen haben bis heute keinen Zugang zu einer grundlegenden Gesundheitsversorgung. Doch der Kampf gegen die Armut und die soziale Ungerechtigkeit zeigt nur wenig Erfolg, denn die hohe Gewaltrate und die Spannungen zwischen verschiedenen Ethnien – in Kenia leben über 40 ethnische Gruppen, die mehr als 50 unterschiedliche Sprachen sprechen – sowie zahlreiche weitere Faktoren hemmen die Entwicklung des Landes. Hinzu kommen zahlreiche Korruptionsvorwürfe sowie politische Unruhen, die 2007 bei gewaltsamen Auseinandersetzungen nach Wahlmanipulationen über 1.200 Tote forderten. 600 000 Menschen wurden innerhalb des Landes vertrieben. Die Entwicklung Kenias wird erschwert –2) und somit auch die Umsetzung der Maßnahmen gegen Armut und Kinderarbeit.

Kitui County ist ein Distrikt in Kenia, in dem die Armut besonders grassierend ist und folglich viele Kinder zur Arbeit gezwungen sind. 90 % der Menschen, die in Kitui leben, haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Die Wirtschaft ist schwach, es gibt nur eine gering ausgeprägte Infrastruktur innerhalb des Distrikts und zahlreiche Menschen leiden an schwerwiegenden Krankheiten wie Aids oder Malaria.3)

Besonders Kitui Town und andere Teile des Distrikts Kitui County erweisen sich als „Bollwerke für Kinderarbeit“, meint Janet Mumo, die Koordinatorin des Kitui Development Centre. Deshalb wurde für diese Gebiete nun eine Kampagne initiiert, die zum Ziel hat, Jungen und Mädchen vor Kinderarbeit zu schützen. Die Kampagne strebt außerdem an, den Kindern, die bereits Opfer von Kinderarbeit wurden, auf die Beine zu helfen und ihnen neue Chancen zu eröffnen.

Für die Koordinatorin Mumo trägt neben der Armut jedoch auch die Einstellung der Bevölkerung eine Teilschuld an der hohen Kinderarbeitsrate. „Es gibt Fälle, da stellen hohe Regierungsbeamte und Lehrer Kinder ein, damit die für sie arbeiten”, beklagt sie. Des Öfteren stürmte die Organisation und ihre Partner Häuser berühmter Personen und befreiten Kinder, die dort arbeiten mussten.4)

Doch im Fokus der Kampagne steht die Schulausbildung der Kinder. Nicht ohne Grund, denn die Möglichkeit, am Schulunterricht teilzunehmen, ist für viele Jungen und Mädchen die grundlegende Voraussetzung, um der endlosen Spirale aus Kinderarbeit und Armut zu entkommen. Im Rahmen der Kampagne soll die Bildung der Jungen und Mädchen in Bildungszentren oder Schulen gefördert werden.4) Mit einer vollständigen Schulausbildung erhöhen sich ihre Chancen auf einen fair bezahlten Beruf – und somit auf eine Zukunft ohne Armut.

  1. ILO: Le travail des enfants en Afrique; aufgerufen am 24.04.2014 []
  2. Bundesministerium für wirtscaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Kenia; aufgerufen am 24.03.2014 []
  3. Kenya Food Security: Kitui; aufgerufen am 24.03.2014 []
  4. All Africa: Kenya: New Initiative set to eradicate cgild labour in kitui country; nicht mehr verfügbar [] []

Über anila / earthlink

Im Sommer 2013 habe ich mein Abitur gemacht. Vor meinem Studium leiste ich meinen Bundesfreiwilligendienst bei EarthLink. :)
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