Indiens Baumwollpflücker

Bild: © n.v. -

Noch immer arbeiten jährlich viele indische Kinder auf Baumwollplantagen. Schätzungen zufolge etwa 400000 unter 18 Jahren, von denen die Hälfte jünger als vierzehn sind. Ihre Hauptaufgabe ist es dabei, die Baumwollpflanzen zu bestäuben, indem sie den Stempel aus der männlichen Pflanze herausnehmen und ihn an der weiblichen Pflanze reiben. Das hilft den Farmen dabei letztendlich einen besseren Ertrag zu erwirtschaften. Kinder werden bei dieser Arbeit bevorzugt, weil sie noch kleinere Finger haben und etwa gleich groß wie die Pflanzen sind. Die Arbeit sei mit Erwachsenen so nicht möglich, die Kinder arbeiteten härter und beflissener.

Zwar äußert sich die indische Regierung dahingehend, dass die Anzahl der fünf- bis vierzehnjährigen, die auf den Plantagen arbeiten, zurückgehe. Delhis Regierung versucht zudem, dies weiterhin zu verbessern, indem sie eine Umwelt schaffen will, in der Familien nicht darauf angewiesen sind, ihre Kinder zum Arbeiten zu schicken. Doch viele Kinder kommen von außerhalb, aus anderen Regionen und lassen sich nicht registrieren, was die Kontrollen erschwert.1)

Die Kinderarbeit auf den Plantagen ist mit mehreren Problemen verbunden. So unternehmen die Farmer häufig nichts, um die Kinder vor giftigen Pestiziden zu schützen, was Krankheiten und Hautausschläge zur Folge hat. Die Löhne sind zwar, wenn sie ausgezahlt werden, ähnlich hoch wie die für Erwachsene, lassen aber dadurch auch deren Löhne immer weiter sinken. Was wiederum zur Folge hat, dass diese noch mehr auf die Arbeit der Kinder angewiesen sind. Da die Arbeit auch oft in Folge von Schuldknechtschaft erfolgt, ist es den Kindern meist unmöglich, die Felder zu verlassen, ohne mit physischen Strafen rechnen zu müssen.2)

Um dem entgegenzuwirken, sollen jetzt zum Teil die Nummern von Notrufstellen vor Ort installiert werden, damit diese direkt erreichbar sind. Auch sollen mehr Bemühungen in den Ausbau der Infrastruktur und in Modernisierungen gesteckt werden.3)

Aber auch der Verbraucher selbst kann durch einen kritischen Konsum mitwirken. Nachfragen, woher die Kleider kommen, auf Käufe bei kritisierten Unternehmen verzichten oder am besten ganz auf Fairtrade Kleidung umsteigen. Armedangels etwa, die bewusst Kinderarbeit meiden, sind nur ein Beispiel für die wachsende Beliebtheit von Fairtrade auf dem Klamottenmarkt.

  1. bbc.co.uk – The task of protecting India`s child cotton pickers []
  2. worldvision.com.au – Child Labour in the cotton industry nicht verfügbar []
  3. thehindu.com – childhood in shreds []

Über inka / earthlink

Ich studiere zur Zeit Ethnologie und Kultur/Sozialanthropologie an der Philippsuni in Marburg. Jetzt mache ich ein 6-wöchiges Praktikum hier bei Earthlink um mal einen Einblick in die journalistische Entwicklungszusammenarbeit und das harte Berufsleben zu bekommen.
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