Bittere Weihnachen: Keine sozialen Standards für unsere Schokolade

Schokolade, Hand, Kokoabohnen | Bild: © Vale TV - Wikimedia Commons

Während sich alle Welt auf die Adventszeit vorbereitet, haben die Berliner Weihnachtsmänner beschlossen, zu streiken. Einen Tag vor Nikolaus starteten sie vor dem Gendarmenmarkt in Berlin ihren mehrtägigen Streik. Die Forderungen: bessere Arbeitsbedingungen, keine Ausbeutung und keine Kinderarbeit mehr bei der Schokoladenherstellung!1) Denn hinter der süßen Weihnachtsschokolade verbirgt sich eine bittere Wahrheit.

Viele Kakaobauer/Kakaobäuerinnen leben unter menschenunwürdigen Bedingungen. Bei ihrer Arbeit auf den Kakaoplantagen erhalten sie so niedrige Löhne, dass unzählige in extreme Armut abrutschen. Zudem sind die Arbeitsbedingungen extrem: Die Bauern/Bäuerinnen leiden unter zu wenig und schlechter Ernährung, gleichzeitig müssen sie etliche Überstunden leisten. Oft sind sie gezwungen, gefährliche Arbeiten zu verrichten, doch dabei wird ihnen nur ungenügend oder kein gesundheitlicher Schutz gewährt. Auch tausende Kinder müssen unter diesen ausbeuterischen Bedingungen auf den Plantagen arbeiten.2) Aus Ghana und der Elfenbeinküste stammt ein Großteil des weltweit verkauften Kakaos – dort arbeiten über 2 Millionen Kinder auf Kakaoplantagen. 10 % von ihnen – das sind über 200.000 Kinder! – arbeiten dabei unter ausbeuterischen Bedingungen.3)

Es scheint, als seien diese erschreckenden Fakten den Schokoladenkonzernen nicht bedeutend genug, um ihre sozialen Standards zu ändern? Vor allem über Weihnachten, wo sich so viel Geld mit billiger Schokolade machen lässt.

Dieser Vorwurf bestätigte sich vor kurzem. Pünktlich zum Nikolausfest untersuchte das Greenpeace Marktcheck-Team in Österreich 23 Schokoladennikoläuse. Die Kriterien: Tierschutz, ökologische und soziale Aspekte. Immerhin verzeichnete man eine teilweise positive Entwicklung im ökologischen Bereich: Zwar kann man immer noch nicht versichern, dass alle Milchkühe gentechnikfreies Futter bekommen, doch wenigstens wurde zum ersten mal auf den gefährliche Zusatzstoff E 476 verzichtet. Schockierend dagegen ist das Ergebnis im sozialen Bereich. Mehr als die Hälfte aller Produkte fallen in dieser Kategorie durch. Bei 17 Produkten kann man ausbeuterische Kinderarbeit nicht ausschließen. Auch bekannte Biomarken sind mitangeklagt. „Es stimmt nachdenklich, wenn man bedenkt, dass der Anlass der Geschenke zum Heiligen Nikolaus und auch zu Weihnachten dem Wohl der Kinder gewidmet ist und bei vielen der Produkte die Ausbeutung von Kindern in den Hauptherkunftsländern von Kakao nicht ausgeschlossen werden kann“, bemerkt Bernhard Zeilinger, Leiter der Kampagne „Make Chocolate Fair!“.4) Die Liste der Schokoladen im Test finden sie hier.

Rund 110 Millionen Schokoladennikoläuse verkaufen sich jährlich in Deutschland.5) Doch unter welchen Bedingungen diese Massen hergestellt wurden, schmecken die Verbraucher/Verbraucherinnen nicht heraus. Deshalb ist es wichtig, dass wir Konsumenten/Konsumentinnen uns kontinuierlich über die Konzerne informieren. Achten wir beim Kauf darauf, Ausbeutung und Kinderarbeit nicht länger zu unterstützen!

 

Foto: Vale TV

  1. Presseportal: Streikwelle bedroht süßes Fest []
  2. Inkota: Make chocolate fair! []
  3. Greenpeace: Marktcheck.at: Schokoladennikoläuse im Test []
  4. Greenpeace: Marktcheck.at: Schokoladennikoläuse im Test   []
  5. eco-world  []

Über anila / earthlink

Im Sommer 2013 habe ich mein Abitur gemacht. Vor meinem Studium leiste ich meinen Bundesfreiwilligendienst bei EarthLink. :)
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