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Action Le Vert: Neues aus der Demokratischen Republik Kongo

Demokratische Republik Kongo, Flagge |  Bild: © n.v. - Wikimedia Commons

Demokratische Republik Kongo, Flagge | Bild: © n.v. - Wikimedia Commons

Es gibt Neues von der Organisation „Action Le Vert“ aus der Demokratischen Republik Kongo, deren Leiter uns seit Jahren regelmäßig per E-Mail Beschreibungen der aktuellen Situation der Kinder vor Ort zukommen lässt.

Nach anhaltenden Kämpfen in den Städten Bukavu (Provinz Süd-Kivu) und Goma (Provinz Nord-Kivu), welche zunehmend die sozialen Verbindungen auseinander brechen lassen, werden viele Kinder und Jugendliche dazu gezwungen, sich auf der Straße ausbeuterischen Tätigkeiten hinzugeben, um ihr Überleben zu sichern. Darunter sind zahlreiche Waisen, in den Kriegswirren zurückgelassene Kinder und Kinder aus sehr armen Familien. Auch minderjährige Mädchen, die vergewaltigt wurden, sind keine Seltenheit, da Vergewaltigung systematisch als Kriegswaffe eingesetzt wurde. 2006 bis 2009 wurden von der Organisation „Heal Africa“ 12.000 vergewaltigte Frauen betreut – das Hilfswerk geht von einer zehnfachen Zahl aus.1)

Vier von zehn Kindern haben in dieser Umgebung keine Chance, eine Schule zu besuchen. Im Jahr 2006 ergab eine Studie, dass 79% der Kinder unterernährt waren, 81% keinen ausreichenden Wohnraum hatten und 82% keinen Zugang zu medizinische Versorgung.2) Die Situation hat sich in den vergangenen Jahren nicht verbessert. Aufgrund einer mangelhaften Sozial- und Bildungspolitik müssen staatliche Dienstleistungen direkt bezahlt werden (diese Praxis wird im kongolesischen Französisch etwas euphemistisch „la motivation“ genannt) – was bedeutet, dass auch mittellose Eltern die Lehrkräfte ihrer Kinder direkt entlohnen müssen und demzufolge ihre Kinder nicht mehr zur Schule schicken. Neben den wiederholten Kampfhandlungen, von denen Bukavu und Goma in den Jahren 1996 bis 2006 und teilweise bis November 2013 betroffen waren, erschweren eine unkontrollierte Bevölkerungsvermehrung und das Fehlen eines staatlichen strategischen Plans die Situation. Die Folgen sind eine Zunahme an Jugendkriminalität, Analphabetismus, Gewalttaten und Vergewaltigungen. Kinderprostitution und Zwangsrekrutierungen von Kindersoldaten sind weiterhin an der Tagesordnung. Sexuell übertragbare Krankheiten verbreiten sich. Die alles führt zu einer Hemmung einer nachhaltigen Entwicklung und zu einer Verzögerung des Erreichens der Milleniumsentwicklungsziele. Lösungsansätze sind zwar geplant, scheitern aber an den bestehenden Bedingungen. So sollten Eltern sensibilisiert werden, ihre Kinder adäquat zu betreuen und die öffentliche Hand uneingeschränkten Zugang zur Bildung schaffen. Dies erfordert die zügige Erarbeitung von Bildungs-Projekten zugunsten der betroffenen Kinder, Beantragung von Fördermitteln und die Organisation von Seminaren und Workshops für die Eltern, die z.B. Weiterbildungsmöglichkeiten aber auch Unterstützung bei der Familienplanung zum Inhalt haben sollten.

Wie wir bereits vor einiger Zeit berichteten, hat die Organisation „Action Le Vert“ ein Betreuungszentrum zur pädagogischen Begleitung Minderjähriger ins Leben gerufen3) – wer dieses Projekt unterstützen möchte, kann sich an uns wenden oder direkt an

Action Le Vert: Avenue E.P. Lumumba n°96, Bukavu, R.D.Congo, E-Mail: bisunzu2003@yahoo.fr

 

  1. Wikipedia []
  2. Wikipedia []
  3. Link zu Artikel []

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