Endlich: Neuer ILO Bericht verzeichnet Rückgang der Kinderarbeit

Bild: © v i p e z - Flickr

Am Montag den 23.09.2013 wurde der neue ILO-Bericht „Making progress against child labour“, zum Thema Kinderarbeit im Jahr 2012 vorgestellt. Der Bericht enthält darüber hinaus auch Vergleichsdaten zu den Jahren 2000, 2004 und 2008. Nach der neusten Erhebung gibt es weltweit noch 168 Millionen Kinderarbeiter. Etwa jedes zehntes Kind zwischen 5 und 17 Jahren arbeitet.1)

Unter Kinderarbeit versteht man eine Arbeit, die mehr als eine leichte Tätigkeit beinhaltet und nicht auf wenige Stunden täglich begrenzt ist. Insbesondere auch unbezahlte Arbeit fällt unter Kinderarbeit. 85 Millionen – mehr als die Hälfte der arbeitenden Kinder – verrichten ihre Tätigkeit unter sicherheits- und gesundheitsgefährdenden Bedingungen. Darunter fallen Arbeit mit gefährlichen Gerätschaften, bei Nacht, unter Wasser, unter Tage oder sexuelle Ausbeutung. Zahlenmäßig arbeiten die meisten Kinder in Asien, prozentual gesehen auf dem afrikanischen Kontinent, südlich der Sahara. Beruhend auf den absoluten Zahlen, leben die meisten Kinderarbeiter in Länder mit mittlerem Einkommen und nicht in ganz armen Ländern. 59 Prozent der Kinder arbeiten in der Landwirtschaft, 33% als Haushaltshilfen und 8% in der Industrie.

Trotz dieser hohen Ziffer, kann doch ein deutlicher Rückgang der Kinderarbeit, seit ihrer ersten Erhebung, vermerkt werden. Im Jahr 2000 gab es noch 246 Million Kinderarbeiter. Das sind 78 Millionen, oder ein Drittel mehr, als im Jahr 2012. Den stärksten Rückgang der Zahlen gab es zwischen 2008 und 2012. Aufgeteilt nach Geschlecht, wird ein höherer Rückgang bei Mädchen verzeichnet: 2012 arbeiteten 40% weniger Mädchen und 25% weniger Jungen als 2000. Erfreulicherweise sank besonders die Zahl arbeitender Kinder zwischen 5 und 14 Jahren.2)

Der Erfolg beruht einerseits auf der globalen Wirtschaftskrise, durch welche auch Kinderarbeitstellen zurückgingen, andererseits auf effektiven Maßnahmen gegen Kinderarbeit. Zu diesen Maßnahmen gehören unter anderem die wachsende Zahl an gesetzlichen Verboten und Abkommen gegen Kinderarbeit. Dazu zählen auch zwei Abkommen der ILO, welche den Charakter von universellen Menschenrechten haben. Die Übereinkommen fordern ein gesetzlich festgelegtes Mindestalter von 15 Jahren für ein Arbeitsverhältnis, sowie ein Verbot der schlimmsten Formen von Kinderarbeit.

Neben den gesetzlichen Maßnahmen tragen aber auch soziale Projekte und Kampagnen zu einem Rückgang der Kinderarbeit bei. So werden Investitionen in Schulen und soziale Schutzsysteme, Aufklärung und Sensibilisierung dem Thema gegenüber und eine klare politische Zielsetzung seitens der Regierung, als sehr sinnvolle Maßnahmen betrachtet. Dabei fungiert die ILO als Mittelsmann zwischen den teilhabenden Akteuren. „Ihr großer Vorteil ist die Einbindung nicht nur der Regierungen, sondern auch der Sozialpartner, also Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen, als aktive Teilnehmer.“3) Trotzdem kann das Ziel der internationalen Staatengemeinschaft nicht erreicht werden, bis 2016 die gefährlichsten Formen der Kinderarbeit zu beseitigen, Es ist aber weiterhin mit einem beständigen Rückgang der Kinderarbeit zu rechnen.

  1. Süddeutsche Zeitung: Neue Statistik der ILO – abgerufen 24.09.2013 []
  2. ILO Report: Making progress against child labour abgerufen 24.09.2013 []
  3. ILO: Presseinformation – abgerufen 24.09.2013 []

Über angela / earthlink

Ich bin 21 Jahre alt und studiere im 5. Semester Politik- und Rechtswissenschaft an der LMU München. Ich plane nach meinem Studium im entwicklungspolitischen Bereich zu arbeiten, weswegen ich aktuelle ein 6-wöchiges Praktikum bei earthlink absolviere.
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